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Samstag, 18. Februar 2012
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Auslandsschulen Deutsch in Paris

13.04.2008 ·  Die „Deutsche Schule Paris“ gehört zu jenen Auslandsschulen, deren Schüler zumeist noch Deutsch als Muttersprache sprechen. In Lateinamerika dagegen sind neunzig Prozent der Schüler Einheimische, erlernen das Deutsche also als Fremdsprache; in Osteuropa sieht es ähnlich aus.

Von Regina Mönch
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Die „Deutsche Schule Paris“ gehört zu jenen Auslandsschulen, deren Schüler zumeist noch Deutsch als Muttersprache sprechen. In Lateinamerika dagegen sind neunzig Prozent der Schüler Einheimische, erlernen das Deutsche also als Fremdsprache; in Osteuropa sieht es ähnlich aus. Und nicht selten gelten die deutschen Schulen dort als Eliteschulen, was hierzulande kaum wahrgenommen wird. In den Jahren der rot-grünen Regierung waren sie wie die Goethe-Institute einem ruinösen Sparzwang ausgesetzt, landeten gar einmal auf einer Giftliste eventuell verzichtbarer Subventionen, neben Steinkohle und Pendlerpauschale. Das ist nun anders, zum Glück, inzwischen werden sogar neue Schulen im Ausland aufgebaut. Die Schule als Kulturbrücke und bester Werbeträger für Deutschland und die deutsche Sprache war lange Zeit etwas aus dem Blick der auswärtigen Kulturpolitiker geraten.

Die Pariser Schule hat aber ganz andere Probleme: Sie braucht mehr Schüler. Noch Ende der achtziger Jahre lernten hier bis zu neunhundert Kinder, jetzt sind es noch 322. Der Grund dafür ist in einer veränderten Entsendepolitik vor allem der Wirtschaftsunternehmen zu suchen. Schickten die einst noch ganze Familien ins Ausland, bleiben diese jetzt immer häufiger zu Hause. Die Mitarbeiter pendeln zwischen Heimat- und Arbeitsort, was günstige Flugverbindungen ermöglichen. Die Ehepartner der Pendler aber stehen nicht mehr vor der schwierigen Entscheidung, die eigene Arbeit zugunsten eines befristeten Auslandsjobs aufzugeben.

Erfolg für die deutsche Pädagogik

Konkurrenz hat die Deutsche Schule von französischen bekommen, die zweisprachigen Unterricht anbieten und Partnerschulen in Deutschland haben. Auch gehört sie nicht zu den von französischen Eltern anerkannten Eliteschulen des Gastlandes - wie es deutsche Auslandsschulen etwa in Mexiko oder der Türkei sind. Ein Besuch dieser stark nachgefragten Lehranstalten in Frankreich entscheidet nicht selten über einen Platz an einer der herausragenden Universitäten, für die deutsche Schule eine Konkurrenz, bei der sie nur schwer gewinnen kann.

Also hat die Deutsche Schule andere Wege gesucht, das Interesse französischer Eltern zu wecken. Geworben wird mit einigem Erfolg für die deutsche Pädagogik, für Eltern durchaus eine Alternative zur noch sehr traditionellen, strengen französischen. Vor allem darum hat man nun Klassen eingerichtet, die Französisch für Muttersprachler anbieten, und solche, die eine internationale Klientel ansprechen. Französisch wird in diesen Klassen in kleinen Gruppen mit unterschiedlichem Niveau unterrichtet: für Fortgeschrittene sowie für Kinder, die durchschnittliche Französischkenntnisse mitbringen. Für Deutsch gibt es zusätzliche Förderstunden.

Zum deutschen Abitur und dem französischen Baccalauréat kommen internationale Abschlüsse hinzu - und natürlich bleiben die deutsche Sprache und Kultur das wichtigste Extra dieser Schule. Unumstritten sind diese Reformen nicht, zumal deutsche Eltern vor allem daran interessiert sind, ihre Kinder später einmal problemlos ins deutsche System wiedereingliedern zu können.

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