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Veröffentlicht: 30.03.2017, 17:45 Uhr

Paläontologie Als die Dino-Herden Westaustralien durchstreiften

Australische Forscher haben Tausende von Dinosaurierspuren in Westaustralien entdeckt. Einige sind bis zu 1,7 Meter groß.

© University of Queensland Die Forscher um Steven Salisbury konservieren die größten Dino-Spuren.

In einer abgelegenen Küstenregion Westaustraliens haben Paläontologen von der University of Queensland in Brisbane einen „Jurassic Park“ entdeckt. Dort hatten in 130 bis 140 Millionen Jahre altem Gestein  mindestens 21 verschiedene in der frühen Kreidezeit  lebende Dinosaurierarten ihre Fußspuren hinterlassen. Wie die Forscher um Steve Salisbury im „Journal of Vertebrate Palaeontology“ berichten, seien nirgendwo sonst auf der Welt so viele verschiedene Dino-Fußabdrücke gefunden wie in der Region Kimberley.

© UNIVERSITY OF Q/REX/Shutterstock, afp Funde begeistern Forscher: Australiens realer „Jurassic Park“

Die Fundstelle entlang eines 25 Kilometer langen Küstenstreifens auf der Halbinsel Dampier (Region Walmadany)  sei „ein magischer Ort – Australiens eigener Jurassic Park in einer spektakulären Wildnis“, schwärmt Salisbury. Von den  unzähligen Fußspuren konnte man rund 150 eindeutig 21 Dinosaurierarten zuordnen. Darunter befänden sich fünf verschiedene Fleischfresser-Arten, sechs Arten von pflanzenfressenden Langhals-Sauropoden und vier Arten von zweibeinigen pflanzenfressenden Ornithopoden. Zudem  fanden die Forscher Indizien für die Existenz von Stegosauriern in Australien. Diese vierbeinige pflanzenfressende Saurierart zeichnete sich durch eine Doppelreihe von knöchernen Platten oder Stacheln entlang des Rückens und der Oberseite des Schwanzes aus. Einige der Fußabdrücke sind bis zu 1,7 Meter groß und damit die größten, die von Dinosauriern jemals gefunden wurden.

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Beinahe wären die einmaligen Zeugnisse aus der frühen Kreidezeit für immer verlorengegangen: Die Regierung von Westaustralien hatte die Region Walmadany im Jahr 2008 als Standort für eine riesige Flüssiggas-Verarbeitungsanlage ausgewählt. Die von der Entscheidung alarmierten Aborigines des Gebietes nahmen daraufhin Kontakt auf mit den Paläontologen um Steven Salisbury. Die Ureinwohner wiesen die Forscher auf die Spuren hin, die ihnen selbst schon seit langem bekannt waren. Die Forscher um Salisbury verbrachten daraufhin mehr als 400 Stunden mit der Untersuchung und Dokumentation der Relikte aus der Kreidezeit.

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