http://www.faz.net/-gwz-8hnsp

Urmenschen : War das schon Baukunst, was der Neandertaler aus den Tropfsteinen machte?

  • Aktualisiert am

Modell eines Neandertalers Bild: dpa

Der Paläoanthropologe Jacques Jaubert entdeckte mit seinem Team Erstaunliches. Handelt es sich bei seinem Fund um eine Kultstätte der Neandertaler?

          An die 400 Teile, jedes für sich sorgfältig der Länge nach abgebrochen und mit Bedacht übereinandergestapelt - in zwei kreisförmigen Strukturen. Dazwischen: verkohlte Tierknochenreste. Ein ritueller Ort, die Anfänge einer urzeitlichen, bisher völlig unbekannten Baukunst? Was die Paläoanthropologen um Jacques Jaubert von der Universität in Bordeaux jüngst in der Zeitschrift „Nature“ zu beschreiben hatten, ist ihnen selbst bis heute nicht ganz klar. Fest steht nur: Die beiden Stalagmiten-Kreise, der eine gut zwei Meter im Durchmesser, der andere, etwas elliptischere gut 6,7 mal 4,5 Meter einnehmend, liegen in der größten Kammer der südfranzösischen Bruniquel-Höhle, knapp 336 Meter vom Eingang und nicht weit vom Fluß Aveyron, sind viel älter, als man zum Zeitpunkt der Höhlenentdeckung Anfang der neunziger Jahre mutmaßen durfte: Auf 176.000 Jahre wurden die insgesamt 2,2 Tonnen schweren Tropfstein-Bruchstücke datiert. Damals, als die Kreise in drei oder vier Lagen übereinandergestapelt wurden, war Homo sapiens noch lange nicht in diesem Teil Europas angekommen. Die Neandertaler beherrschten die Szene. Die ersten ähnlichen Bauwerke aus Knochen, die vom modernen Menschen stammen, sind erst Tausende Jahre später entstanden.

          Quelle: F.A.Z. / jom

          Weitere Themen

          Der moderne Teint des Neandertalers

          Erforschung des Erbguts : Der moderne Teint des Neandertalers

          Im Laufe der Zeit wird uns immer mehr von unseren Verwandten, den Neandertalern, bekannt. Doch nicht nur Haut- und Haarfarben gestalten sich in einer deutlich vielfältiger als gedacht, auch das genetische Erbgut überrascht die Forscher.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Merkel auf dem Weg auf dem Weg zum EU-Gipfel

          EU-Gipfel in Brüssel : Poker mit Erdogan

          Auf ihrem Gipfel in Brüssel beraten die EU-Staaten, wie sie den Druck auf die Türkei erhöhen können. Ein Abbruch des Beitritts ist bisher nicht in Sicht – wohl aber andere Maßnahmen.

          Christian Lindner : Demut unter der Dusche

          Der FDP-Vorsitzende legt am zweiten Tag der Sondierungen ein Buch über die Rückkehr der Liberalen vor – und seine Rolle dabei. Zudem will er einen Autoritätsverlust bei Merkel erkennen.
          Eheschließung für alle: Kritiker des Gesetzes befürchten eine schleichende Islamisierung des sozialen Lebens.

          Türkei beschließt neues Gesetz : Ehe für alle

          In der Türkei dürfen künftig auch Muftis Paare vermählen. Kritiker sehen das Gesetz als Angriff auf den Säkularismus – und befürchten eine Zunahme von Kinderheiraten.
          Ihre Bewerbung gefällt dem Kreml: die russische Journalistin Xenia Sobtschak, hier 2012 in Moskau

          Kandidatin Sobtschak : Ein Geschenk des Glamours

          Die Journalistin Xenia Sobtschak, die schon Glamour-Girl und Heldin in Reality-TV-Shows war, will bei der russischen Präsidentenwahl antreten. Das stößt auf Kritik – aus Sicht des Kremls ist ihre Bewerbung aber von Vorteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.