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Archäologie : Brotzeitreste aus Bronzezeit

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Auf dem Boden einer Holzbox aus der Bronzezeit wurden Reste von Getreide entdeckt (dunkler Fleck in der Mitte). Außerdem fand man Teile des Randes, die darauf hindeuten, dass das Gefäß ursprünglich zehn Zentimeter hoch war. Weitere Fragmente, die möglicherweise vom Deckel stammen, müssen noch genauer untersucht werden. Bild: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

Alpengletscher, die sich zurückziehen, geben immer wieder alte Gegenstände preis. Nun haben Forscher in einem Holzbehälter aus der Bronzezeit interessante Funde gemacht.

          In einer bronzezeitlichen Proviantbox aus den Berner Alpen hat eine europäische Forschergruppe ungewöhnliche Getreidereste entdeckt. Die etwa 4000 Jahre alte Holzdose enthalte auch Substanzen, wie sie heute in Vollkornbrot zu finden seien, berichten Andre Carlo Colonese von der University of York und seine Kollegen in den „Scientific Reports“. Getreidefunde aus der Bronzezeit sind von zahlreiche Höhlen und Keramikgefäßen bekannt. Proviantbehälter, die Körner oder Überreste davon enthalten, waren bisher noch nicht gefunden worden.

          Die Holzdose mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern und einer vermutlichen Höhe von zehn Zentimetern war bereits vor fünf Jahren auf rund 2700 Metern Höhe in den Berner Alpen nahe des Lötschenpasses gefunden worden.

          25.09.2012 wurde dieses etwa 4000 Jahre altes Holzgefäß in den Schweizer Alpen nahe des Lötschenpasses gefunden. Heute weiß man, dass es eine Brozeitbox war und Reste von Getreidekörnern enthält.

          Ihr Boden besteht aus Zirbenholz, der gebogene Rand ist aus Weidenholz gefertigt, beide Teile wurden mit einer Naht aus gespleißten Lärchenzweigen verbunden. Die Radiokarbon-Datierung hat ergeben, dass das Gefäß rund 4000 Jahre alt ist, und damit aus der frühen Bronzezeit stammt.

          Bei einer genaueren Untersuchung entdeckten die Wissenschaftler auf der Oberfläche des Behälters mikroskopisch kleine Spuren der Reste von Gerste, Dinkel und Emmer, einschließlich Samenschalen und Spreu.

          Auf knapp 2700 Metern Höhe hat das Eis die Holzbox aus der Bronzezeit freigegeben. Ein sehr ähnliches Gefäß wurde am 25 Kilometer entfernten Schnidejoch entdeckt.

          Weil man auch Überreste von Milch zu finden hoffte, unterzog man das Gefäß einer molekularen Analyse. Statt Milchbestandteilen entdeckte man jedoch Alkylresorcine, organische Substanzen, die in Weizen- und Roggenkleie vorhanden sind. Von keinem archäologischen Fundstück sei bisher über diese Stoffe berichtet worden, schreiben die Forscher. Nun will man auch Keramikgefäße auf Spuren von Alkylresorcione hin untersuchen. Das könnte helfen, die Anfänge des Ackerbaus zu erforschen, sagt Jessica Hendy vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena, die an den Forschungen beteiligt war.

          Unklar ist bislang, ob die Proviantbox auf eine alte Handelsroute in der Nähe des Lötschenpasses hinweise, auf Viehhaltung in höheren Lagen oder auf Jäger, die Brotzeit mit sich trugen. „Auf jeden Fall wirft die Entdeckung neues Licht auf das Leben in den prähistorischen Gemeinschaften innerhalb der Alpenregion und auf den Umgang der Menschen mit den extremen Höhenverhältnissen“, sagte Mitautor Francesco Carrer von der britischen Universität Newcastle. „Die Leute in der Bronzezeit hatten auf ihrem Weg über die Berge Proviant mitgenommen, wie heutige Wanderer auch. Unsere Forschung trägt dazu bei, zu verstehen, von welchen Lebensmitteln sie sich ernährten.“

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