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Schatten der Zahlen

08.07.2009 ·  Kulturgeschichte und Mathematik

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Das kleine Einmaleins, die vier Grundrechenarten, Dreisatz und Prozentrechnen - mehr an Mathematik brauchen die meisten Menschen nicht für das tägliche Leben. Wie man eine Funktion integriert und differenziert, Grenzwerte von Folgen abschätzt oder Reihen entwickelt, dürften viele längst vergessen haben, werden diese Fertigkeiten doch im Alltag nur selten gebraucht. Doch Mathematik ist weit mehr als das einmal erlernte Schulwissen. Sie hat wie kaum eine andere Wissenschaft die Kulturgeschichte der Menschheit geprägt. Das macht der österreichische Mathematiker Rudolf Taschner in seinem Buch "Der Zahlen gigantische Schatten" deutlich. Am Beispiel von Persönlichkeiten wie Pythagoras, Johann Sebastian Bach, Hugo von Hofmannsthal, René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz und Niels Bohr zeigt der Autor auf, wie die Mathematik das philosophische und physikalische Weltbild geprägt, in die Kompositionslehre Einzug gehalten, die Vorstellung von Raum und Zeit verändert und die Logik hervorgebracht hat. Das Buch ist leicht verständlich und reichlich illustriert.

mli

Rudolf Taschner: "Der Zahlen gigantische Schatten - die fantastische Welt der Mathematik". Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008. 208 S., br., 14,90 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2009, Nr. 155 / Seite N2
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