22.12.2008 · Es ist gar nicht so leicht, in Zeiten der Wirtschaftsmisere noch einen Vorschlag zu finden, der Aufmerksamkeit erregt. Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat einen gefunden. Auf die „Zwangsanleihe für Reiche“ ist er vermutlich beim verzweifelten Blättern im Kochbuch der Linken gestoßen.
Von Heike GöbelDie Hessen haben bald wieder die Wahl. Das zwingt den unbekannten Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel, schnell auf den Punkt zu kommen und etwas heftiger auf die Pauke zu hauen, um ein Profil zu bilden und die zerrissene Partei zu mobilisieren.
Es ist gar nicht so leicht, in Zeiten der Wirtschaftsmisere noch einen Vorschlag zu finden, der Aufmerksamkeit erregt. Vermutlich hat der SPD-Spitzenkandidat verzweifelt im Kochbuch der Linken geblättert, um endlich auf die „Zwangsanleihe für Reiche“ zu stoßen. Mit solchermaßen günstig „geborgtem“, faktisch aber enteignetem Geld, soll der Staat Öko-Busse kaufen. Mit diesem Krisenrezept empfiehlt sich Schäfer-Gümbel den Anhängern plumper Umverteilungsgerechtigkeit ebenso wie hilfesuchenden Autobauern und Vertretern einer marktfernen Energiewende.
So viele Fliegen mit einer Klappe schafft sonst nur das tapfere Schneiderlein. Das sollte Schäfer-Gümbel stutzig machen: In der wirklichen Welt setzt auch eine Wirtschaftskrise nicht alle Marktmechanismen außer Acht. Wer sich im Übermaß bei denen bedient, von deren Ideen und Initiative das Land lebt, um eilfertig Subventionen auszuteilen, steht am Ende mit leeren Händen da.
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2369 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 103,00 $ | −0,24% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
Anonym bewerben? Ist das gut?