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Zum G-20-Gipfel : China und Amerika treten Klimaabkommen bei

  • Aktualisiert am

Industrieanlagen im ostchinesischen Qingdao Bild: dpa

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ebnen den Weg zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Damit ist ein elementarer Schritt getan.

          Das Inkrafttreten des weltweiten Klimaschutzabkommens von Paris ist ein entscheidendes Stück näher gerückt. Die beiden größten Produzenten von Treibhausgasen, China und Amerika, schlossen sich am Samstag der historischen Vereinbarung an. Kurz vor dem G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou übergaben die Präsidenten Xi Jinping und Barack Obama UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Ratifizierungsurkunden. Die beiden Staatschefs riefen die anderen Länder dazu auf, ihrem Beispiel möglichst schnell zu folgen, damit das Abkommen noch in diesem Jahr in Kraft treten kann.

          Mit der Entscheidung Chinas und der Amerikas steigt die Zahl der zum Abkommen beigetretenen Länder auf 26. Zusammen sind sie für 39 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Die Vereinbarung tritt in Kraft, wenn sie mindestens 55 Länder angenommen haben, die zusammen mindestens 55 Prozent der weltweiten Treibhausgase produzieren. Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten.

          Das Pariser Abkommen war im Dezember vergangenen Jahres von 195 UN-Mitgliedern beschlossen worden. In Deutschland hat das Kabinett zwar das Ratifizierungsgesetz schon verabschiedet, der Bundestag muss aber noch zustimmen.

          Größere Anstrengungen nötig als bisher zugesagt?

          China und Amerika sind die beiden maßgeblichen Länder im Kampf gegen den Klimawandel, weil sie für 38 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich sind. Die bisher zum Abkommen beigetreten 24 Staaten kommen zusammen nur auf 1,08 Prozent. Obama und Xi hatten sich 2014 auf gemeinsame Anstrengungen geeinigt und damit die Pariser Vereinbarung erst ermöglicht.

          Klimaschutzorganisationen begrüßten die Ratifizierung. Germanwatch sprach von einem „Riesenschritt“ und einem „klaren Bekenntnis“ zum Klimaschutz. Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser sagte: „Es braucht politischen Willen, um das Pariser Klimaabkommen von einer guten Idee zu einem wirklichen Plan zu machen. Obama und Xi haben diesen Willen heute bewiesen.“

          Das Klimaabkommen vom Dezember in Paris gibt als Ziel vor, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu bringen. Entscheidende Teile der Vereinbarung sind völkerrechtlich verbindlich. Es gibt jedoch keine Strafen bei Nichterfüllung der Zusagen. Klimaschützer mahnen aber nachdrücklich, dass viel größere Anstrengungen nötig seien, als die Länder bisher zugesagt haben.

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