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Nach der Übernahme : Opel-Modelle mit Zukunft gesucht

Neue Opel-Welt: Der Mokka schlägt sich achtbar. Bild: dpa

Mit manchen Modellen steht Opel gar nicht so schlecht da. Trotzdem muss der Autobauer seine Produktpalette überdenken. Die Frage ist nur, wie es nach dem Verkauf an PSA weitergeht.

          Es gibt deutsche Autohersteller, die es in die Popkultur geschafft haben. Die Sängerin Janis Joplin wünschte sich einen Mercedes-Benz. Der Golf von Volkswagen avancierte dank des Schriftstellers Florian Illies zum Namensgeber einer Generation. Selbst der nun vom amerikanischen Hersteller General Motors an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën verkaufte deutsche Produzent Opel hatte einen Auftritt. Auf der Plattenhülle des ersten Albums der Punkband „Die Toten Hosen“ schraubten die Musiker vor drei Jahrzehnten an einem Opel Rekord. Das Lied „Opel-Gang“ war zwar als Persiflage auf angeblich ordinäre Opel-Fahrer gedacht, verschaffte den Autos des Unternehmens dennoch irgendwie Aufmerksamkeit.

          Heute muss Opel seine Modelle auf dem umkämpften Markt der Massenhersteller selbst an die Käufer bringen. Seit Bekanntwerden der Verkaufsgespräche zwischen General Motors und PSA ist viel darüber gesprochen worden, wie sich die Produktpaletten von Opel und PSA Konkurrenz machen oder ergänzen. Dabei spielt Opel auf seinem Heimatmarkt eigentlich eine solide Rolle. Opel bringt gut ein Dutzend Modellreihen in die Partnerschaft ein.

          Rechnet man Derivate dazu, also besonders gestaltete Ableger der Grundmodelle, sind es fast 20 verschiedene Fahrzeuge. Hinzu kommen neue Modelle oder Neuauflagen von Klassikern, die das Unternehmen präsentieren will. 2017 sollte mit sieben Neuerungen das Jahr mit der größten Produktoffensive in der Geschichte von Opel werden, hieß es vor dem Verkauf.

          Der Adam ein Fehlgriff?

          Den jüngsten verfügbaren Daten zufolge steht Opel nicht schlecht da. In Deutschland verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 244.000 Autos. Es war das beste Absatzergebnis seit fünf Jahren. In ganz Europa setzte das Unternehmen 1,16 Millionen Autos der Marken Opel und Vauxhall ab – ebenfalls ein Fünfjahresrekord. Mit Blick auf die Zulassungsstatistiken zählt Opel in manchen Segmenten zu den führenden Anbietern. Bei den Kleinwagen erreichte der Opel Corsa mit einem Marktanteil von rund einem Zehntel hinter dem VW Polo den zweiten Platz. Eine Klasse höher, unter den Kompaktwagen, schlug sich der Astra mit 7,7 Prozent Marktanteil gut. Allerdings lag er immer noch hinter dem Golf von Volkswagen, der die Klasse mit einem Viertel Marktanteil dominiert. In der margenträchtigen Mittelklasse und in der Oberklasse spielt Opel eine untergeordnete Rolle.

          Bild: F.A.Z.

          Als Zukunftshoffnung in der Mini-Klasse war vor fünf Jahren das Modell Adam gestartet. Die Verkaufszahlen haben sich nicht schlecht entwickelt, allerdings schrumpften sie zuletzt wieder leicht. Insgesamt kann der Adam aber mit einem relativ konstanten Marktanteil von einem Zehntel auch nicht als Fehlgriff gelten. Schließlich hat der Hersteller mit dem Mokka ein zugkräftiges Modell innerhalb der sportlichen Geländewagen für den Stadtgebrauch. Diese Marktsparte wächst derzeit am stärksten. Der Mokka landet mit einem Marktanteil von 7,5 Prozent auf einem soliden zweiten Platz der beliebtesten Modelle.

          Ampera-e als Hoffnungswert

          Die Frage ist nun, was die Zukunft unter dem Dach von PSA mit Blick auf die Modellpalette bringt. Welche Reihen fortgesetzt werden, dürfte sich in den nächsten Monaten entscheiden. Allerdings zeigt ein Blick auf die Neuheiten, dass die Reise in Richtung Kooperation und Kostenersparnis mit PSA geht. Sowohl der kleinere sportliche Geländewagen Crossland X als auch ein größeres Modell namens Grandland entspringen schon aus der vor fünf Jahren geschlossenen Partnerschaft mit PSA.

          Damals vereinbarten beide Unternehmen, gemeinsam Teile einzukaufen, Autos zu entwickeln und zu produzieren. So gibt es auf PSA-Seite Entsprechungen zu Crossland und Grandland, die sich lediglich in den sichtbaren und anfassbaren Teilen von den Opel-Versionen unterscheiden. Ob, wie und wo sich diese Autos künftig Konkurrenz machen oder doch ergänzen, muss sich zeigen.

          Ein Hoffnungswert in der aktuellen Opel-Palette ist derweil das Elektroauto Ampera-e, das auch wegen einer hohen ausgewiesenen Reichweite mit Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Es beruht auf dem General-Motors-Wagen Chevy Bolt. Opel soll es unter dem Dach von PSA in Lizenz produzieren dürfen. Ob das reicht, um es damit irgendwann in die Popkultur zu schaffen, ist allerdings offen. Wichtiger wäre es ohnehin, dass Opel mit dem Ampera-e und den anderen Modellen die Gewinnschwelle erreicht.

          Quelle: F.A.Z.

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