Home
http://www.faz.net/-gqe-7ira6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Zu hoher Stromverbrauch EU verbietet energiehungrige Staubsauger

Das Licht der letzten Glühbirnen ist noch nicht erloschen und durch das kalte Strahlen der Energiesparlampen ersetzt, da stehen schon die nächsten gut gemeinten Verbote aus Brüssel ins Haus. Diesmal trifft es die Staubsauger.

© AFP „Je mehr Watt,desto besser“ gilt laut der Industrie schon lange nicht mehr.

Von September 2014 an dürfen in der EU nur noch solche Staubsauger verkauft werden, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen. Von 2017 an dürfen es nur noch maximal 900 Watt sein. Beschlossen wurde das schon vor Wochen, bemerkt hat es in der Öffentlichkeit bisher kaum jemand. Zugleich müssen die Staubsauger mit einem Label versehen werden, auf dem der Verbrauch gestaffelt von einem A auf grünen Grund (sehr gering) bis zum G auf rotem (hoch) gekennzeichnet wird. Auch hier entscheidend: die Leistung, sprich die Watt-Zahl. 

Hendrik  Kafsack Folgen:

Hausfrau und Hausmann müssen also erst einmal umlernen. Bisher meinte jeder halbwegs versierte Staub-Sauger analog zur PS-Zahl beim Auto zu wissen: Je  höher die Watt-Zahl desto höher die Saug-Leistung. Ist also jeder, der zum grünen A greift, gezwungen, künftig drei bis vier Mal unter den Frühstückstisch zu fahren, damit auch jeder Krümel aufgesaugt ist?

Nein, gibt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Entwarnung. Die  Formel „Je mehr Watt, desto besser“ gelte schon lange nicht mehr. Ebenso entscheidend seien andere Parameter wie Staubaufnahme und Staubemission. Der Kunde müsse eben umerzogen werden und künftig mehr auf das Kleingedruckte auf dem Energiekennzeichen achten, wo auch die Saugleistung vermerkt sein muss -  sowie die Teppichreinigungsklasse oder der Schallleistungspegel.

Was kommt als nächstes?

Die Staubsaugerhersteller selbst haben sich stillschweigend auf Watt-ärmere Modelle eingestellt. 1600 Watt würden schon heute viele Modelle unterschreiten, heißt es beim ZVEI. Bis auf ein, zwei Produzenten habe niemand protestiert. Gemeint ist offenbar Vorwerk, das nicht so recht von den Watt-starken Modellen lassen will. Am Ende wird sich aber auch der „Kobold“ von Vorwerk unter das Joch von A und G fügen müssen. Denn die Neuregelung ist im Gegensatz zu dem inzwischen legendären geplanten, aber vorerst zurückgenommenen Ölkännchen-Verbot schon im Amtsblatt veröffentlicht worden.

Die Bundesregierung war an dem Beschluss im Übrigen aktiv beteiligt. Soviel sei angemerkt. Ohnehin ist die Regierung von Angela Merkel in Energiesparfragen erstaunlich oft auf Linie der Kommission. Merkel hatte auch schon das Glühbirnenverbot maßgeblich vorangetrieben, woran sie sich heute ungern erinnert.

Bleibt einen Blick darauf zu werfen, was an weiteren guten Taten zu erwarten ist. Die Energiesparliste der Kommission umfasst schließlich mehr als Glühbirnen und Staubsauger — der Ökodesign-Richtlinie sei Dank. Am 1. November dieses Jahres treten die Vorgaben für Trockner in Kraft. Für Kondensationswäschetrockner darf die gewichtete Kondensationseffizienz dann nicht mehr kleiner sein als 60 Prozent.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Akustik im Auto Plattenmörder und Schalldruckmonster

Dezible Abenteuer zwischen HiFi und Drag Racing: Statt Leistung und Lautstärke gibt es fachkundige Feinarbeit und akribische Abstimmung. Wie das Auto zum Konzertsaal wurde. Mehr Von Michael Spehr

30.07.2015, 16:42 Uhr | Technik-Motor
Schäuble Schuldenschnitt fällt unter Bailout-Verbot

Krisentreffen in Brüssel am Dienstagmittag: Die Finanzminister der Eurogruppe beraten über die Lage nach dem Referendum in Griechenland. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte vor dem Treffen, der Druck laste jetzt auf den Griechen. Mehr

07.07.2015, 16:39 Uhr | Politik
Froomes Leistungsdaten Nichts außergewöhnliches

Nach den Dopinganschuldigungen gegen Spitzenreiter Christopher Froome veröffentlicht der britische Radrennstall Sky die Leistungsdaten des Kapitäns bei der Tour de France. Mehr

21.07.2015, 14:55 Uhr | Sport
69 Jahre Der Bikini feiert Geburtstag

Vor 69 Jahren stellte der Franzose Louis Réard in einem Schwimmbad in Paris den Bikini vor und sorgte damit für einen waschechten Skandal. Nachdem sein Verkauf jahrelang verboten war, gehört der zweiteilige Badeanzug heute zu fast jedem Strandbild. Zum Jahrestag seiner Präsentation lässt die Modemesse Modecity" alte Modelle noch einmal auferstehen. Mehr

04.07.2015, 12:02 Uhr | Gesellschaft
Diskriminierung EU-Kommission nimmt Disneyland Paris ins Visier

Deutsche zahlen für ihren Urlaub in Disneyland Paris offenbar deutlich mehr als Franzosen. Die EU-Kommission überprüft jetzt, ob der Vergnügungspark die Gesetze bricht. Mehr

29.07.2015, 04:05 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 24.10.2013, 16:51 Uhr

Sanktionen schärfen

Von Benjamin Triebe

Rund ein Jahr liegt die bedeutendste Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zurück. Die an sie geknüpften Hoffnungen mögen trügerisch gewesen sein. Dennoch wäre es falsch, sie aufzugeben. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden