EZB-Chefökonom Peter Praet hat eine Leitzinssenkung unter ein Prozent angedeutet. Zinssenkungen seien immer dann berechtigt, wenn sie dazu beitragen würden, auf mittlere Sicht stabile Preise zu gewährleisten, sagte Praet in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe). „Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter einem Prozent liegen kann.“
In den vergangenen Tagen war auch der Druck auf die Europäische Zentralbank gewachsen, gegen die Krise zu kämpfen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hatte zum Beispiel eine „kreative Geldpolitik“ der EZB gefordert.
Viele Fachleute erwarten, dass die EZB kommenden Donnerstag ihren Leitzins erstmals unter diese Marke senken wird. Bei einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage rechnete das Gros der befragten Ökonomen mit einem Zinsschritt um 0,25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Es wäre das niedrigste Leitzinsniveau seit Einführung des Euro 1999.
EZB oder BANCA D'ITALIA?
Max Clemenson (Clemenson)
- 27.06.2012, 17:01 Uhr
