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Zahlungsverkehr : Die Einzugsermächtigung stirbt

Statt der deutschen achtstelligen Kontonummer bekommt jeder eine internationale IBAN mit 22 Stellen Bild: dpa

Die Einzugsermächtigung wird abgeschafft: Vom 1. Februar 2014 an gelten nur noch schriftlich erteilte Mandate. Für die Verbraucher bedeutet das mehr Schutz, für die Unternehmen mehr Aufwand.

          Für die Deutsche Telekom dürfte der Aufwand am größten sein, schließlich geht es um viele Millionen Kunden. Betroffen von der Umstellung sind aber alle Unternehmen und alle Privatpersonen in den mehr als dreißig europäischen Staaten der „Single European Payments Area“ (Sepa). Vom 1. Februar 2014 an gibt es in ihnen keine unterschiedlichen Überweisungen für In- und Ausland mehr. Besonders einschneidend sind für Verbraucher und Unternehmen außerhalb der Finanzbranche die Veränderungen im Zahlungsverkehr mittels Einzugsermächtigung.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Denn die bisherige Einzugsermächtigung wird faktisch abgeschafft und durch die Sepa-Lastschrift ersetzt. Nur bisher schriftlich erteilte Einzugsermächtigungen werden automatisch umgewandelt, denn die Sepa-Lastschrift muss zwingend schriftlich erteilt werden. Für alle anderen ist die Umstellung mit erheblichen Kosten verbunden: Mit einem zweistelligen Millionenbetrag rechnet die Telekom, auf 16.000 Manntage veranschlagt ein großer Versicherungskonzern den Aufwand.

          Die Europäische Union hat Sepa im Rahmen des Lissabon-Vertrages als Ergänzung zum Euro geschaffen, um den europäischen Zahlungsverkehr zu harmonisieren. Nationale Elemente entfallen zugunsten gemeinsamer europäischer. Statt der deutschen achtstelligen Kontonummer bekommt jeder eine internationale IBAN (International Bank Account Number) mit 22 Stellen. Jede Bank erhält eine einheitliche internationale Bankleitzahl namens BIC (Bank Identifier Code). Doch was zunächst wie eine einfache Nummernumstellung aussieht, die in erster Linie Banken betrifft, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als weitreichende Umwälzung des gesamten Zahlungsverkehrs.

          Künftig mehr über die Kreditkarte oder per Rechnung

          Denn für eine Einzugsermächtigung muss der Kontoinhaber künftig ein sogenanntes Mandat erteilen, in dem er den Zahlungsempfänger zum Einzug des Geldes berechtigt und seiner Bank den Auftrag erteilt, den Einzugsanspruch einzulösen. Fernmündlich oder per E-Mail können diese Mandate nicht mehr erteilt werden. Das trifft viele Internetversender wie Amazon oder auch die Bahn, die bisher elektronisch zum Geldeinzug ermächtigt werden konnten.

          Fachleute schätzen, dass in diesen Fällen künftig mehr über die Kreditkarte oder per Rechnung gekauft werden wird. Die Bezahlung über Kreditkarte ist aber für den Handel wegen hoher Gebühren teuer, der Versand per Rechnung führt zu spürbar mehr Rücksendungen. Und wie künftig Benefizkonzerte im Fernsehen funktionieren, deren Veranstalter sich bisher von den Zuschauern am Telefon die Ermächtigung erteilen ließen, eine Spende vom Konto abzubuchen, ist noch offen.

          Denn eigentlich darf in Zukunft eine Bank nur dann eine Abbuchung vornehmen, wenn ihr der Zahlungsempfänger nachweisen kann, dass sein Kunde ihn schriftlich dazu ermächtigt hat. Zwar ist die Bank nicht verpflichtet, sich in jedem Einzelfall ein unterschriebenes Mandat vorlegen zu lassen. Fachleute sind aber der Ansicht, dass die Wirtschaftsprüfer der Bank zumindest stichprobenartig prüfen müssen, ob der Zahlungsempfänger auch für jede einzelne Abbuchung ein schriftliches Mandat vorliegen hat.

          Erschwernisse für den Zahlungsempfänger

          Auf den Zahlungsempfänger kommen weitere Erschwernisse zu. Er muss von 2014 an dem Zahlungspflichtigen mit einer 14-Tages-Frist mitteilen, dass er sein Konto mit einem bestimmten Betrag belasten wird. Damit soll dem Kontoinhaber die Möglichkeit gegeben werden, vor der Abbuchung sein Konto entsprechend aufzufüllen. Viele Unternehmen, die regelmäßig gleiche Beträge abbuchen - etwa Abschläge oder Abo-Gebühren -, haben diese Bedingung erfüllt, wenn sie einmalig mit der Jahresabrechnung den Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie an jedem Monatsersten den Betrag X von seinem Konto abbuchen werden.

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