11.09.2003 · Bei gewalttätigen Protesten zu Beginn der Beratungen der Welthandelsorganisation (WTO) im mexikanischen Cancún hat sich ein südkoreanischer Bauer das Leben genommen.
Bei gewalttätigen Protesten am Rande der Beratungen der Welthandelsorganisation (WTO) im mexikanischen Cancún hat sich am Mittwoch ein südkoreanischer Demonstrant das Leben genommen.
Augenzeugen berichteten, wie der etwa 50jährige Mann zunächst auf einen Sicherheitszaun geklettert sei und ein Plakat mit der Aufschrift „WTO tötet Bauern“ geschwenkt habe. Dann habe er sich ein Messer in die Brust gestoßen. Einer seiner Freunde sagte, es sei ein Opferakt gewesen, mit dem der Südkoreaner seine Verabscheuung gegenüber der WTO und ihrer Politik habe zum Ausdruck bringen wollen.
Nach Angaben von WTO-Vertretern war der Südkoreaner bereits bei anderen Tagungen aufgefallen. So habe er sich 1993 in den Gängen der WTO-Zentrale in Genf in den Bauch gestochen. In diesem Jahr habe er mehrere Wochen lang vor dem WTO-Sitz campiert und friedlich gegen die WTO demonstriert.
Die Proteste von rund 5.000 Globalisierungsgegnern wurden gewalttätig, als rund 20 von ihnen Polizei-Absperrungen durchbrachen. Pflastersteine, Stöcke, Metallstange und Flaschen wurden auf die Sicherheitskräfte geworfen, die ihrerseits Schlagstöcke und Tränengas einsetzten.
Heftige Auseinandersetzungen
Die Globalisierungskritiker kritisieren das nach ihrer Ansicht unfaire Welthandelssystem, das sich gegen die Entwicklungsländer richte. An den Protesten vor allem ausländischer Gruppen beteiligten sich auch zahlreiche mexikanische Bauern.
Bei den Gesprächen der Handelsminister von 146 WTO-Mitgliedsländern geht es vor allem um den weltweiten Abbau von Handelsschranken. Zentrales Thema wird einmal mehr die Kontroverse um die milliardenschweren Agrarsubventionen der reichen WTO-Mitglieder sein. Daneben geht es auch um den Abbau von Einfuhrzöllen auf Industrieprodukte, internationale Handelsregeln und die Liberalisierung des Dienstleistungsmarktes. Zur Eröffnung appellierte UNO-Generalsekretär Kofi Annan an die reichen Länder, die Handelshemmnisse zu beseitigen.
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