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World Economic Forum Auf der Suche nach einer gemeinsamen Vision

05.02.2002 ·  Weltwirtschaftsforum und Gegengipfel fanden in New York und Porto Alegre statt. FAZ.NET berichtet.

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"Willkommen in der großartigsten Stadt der Welt", begrüßte New Yorks Gouverneur George Pataki am Donnerstag die rund 3.000 Teilnehmer des World Economic Forum, das in diesem Jahr erstmals seit 31 Jahren nicht in Davos, sondern in der Stadt am Hudson tagt. Der Umzug des Gipfeltreffens von Wirtschaft und Politik war als Akt der Solidarität gedacht.

Allerdings stößt die Solidaritätsbekundung der zahlreichen Top-Manager, Regierungschefs, Religionsführer und auch Schauspieler nicht auf die ungeteilte Gegenliebe der New Yorker - insgesamt 4.000 Polizisten haben den Tagungsort, das Hotel Waldorf-Astoria, vollständig abgeriegelt. Das hat zum einen mit befürchteten Terroranschlägen zu tun, zum anderen werden allerdings auch Gegendemonstrationen erwartet.

Das Forum selber steht unter dem Motto "Führung in unsicheren Zeiten: eine Vision für eine gemeinsame Zukunft". Diskutiert werden sollen die sechs "Hauptherausforderungen, die sich der globalen Gesellschaft stellen". WEF-Gründer und -Präsident Klaus Schwab hat diese Herausforderungen ausgemacht: Nachhaltiges Wachstum erhalten, Sicherheit erreichen - Verletzlichkeiten ansprechen, Unternehmensherausforderungen neu definieren, Armut verringern - Gleichgewicht erreichen, Werte teilen und Unterschiede respektieren, Führerschaft und Regierung neu bewerten.

Ganz konkret wird die Teilnehmer beschäftigen, ob die Vereinigten Staaten vor einem konjunkturellen Aufschwung stehen und ihrer Rolle als Lokomotive der Weltwirtschaft wieder gerecht werden können. In den vergangenen Wochen sprachen viele Zeichen für ein Ende der US-Rezession, aber es gibt auch Mahner. Darüber hinaus wird schon allein aufgrund des Veranstaltungsortes der globale Terrorismus eine gewichtige Rolle auf den Podiumsdiskussionen spielen.

Noch nicht ganz so etabliert ist der Gegengipfel zu Davos/New York, das Weltsozialforum in Porto Alegre. Vom französischen Journalisten Bernard Cassen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, stehen auf diesem Kongress vor allem globalisierungskritische Fragen auf der Tagesordnung. Auch Porto Alegre kann sich über mangelnde Resonanz nicht beklagen: 15.000 Delegierte aus über 100 Ländern werden in der brasilianischen Stadt erwartet.

FAZ.NET wird bis zum kommenden Dienstag von beiden Foren berichten.

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