22.12.2012 · Freizeit statt Karriere, Sabbatical statt Stress: Die jungen Leute geben für den Beruf nicht mehr alles. Fortschritt oder Verfall? - Stimmen Sie selbst mit ab.
Von Bettina WeigunyRichtlinien für Lesermeinungen
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wer einmal selbstkritisch zurückblickt, der wird differenzierter urteilen
Denn die jetzige Generation ist oftmals Opfer berufsbedingt
zerstörter Elternbeziehungen und kennen oftmals keine intakten
Familien, mussten oftmals ihre Freunde als Kinder umzugsbedingt hinter
sich lassen, sahen ihre Väter oft nur am Wochenende, und dann
völlig erschöpft.
Meine Generation hat den Aufbau fertiggestellt, den wiederum die uns
vorhergehende generation der "Trümmerfrauen" und von
Krieg und Hunger und völliger Zerstörung geprägter
männlicher Überlebender entbehrungsreich begann.
Die "Probleme" unserere generation müssen für unsere
Eltern auch lächerlich ausgesehen haben: kein Hunger, keine Angst
vor Bombentod, keine Vergewaltigung durch fremde Soldaten, sogar ein
Dach über dem Kopf - und sich dennoch beschweren???!!
Ich vermisse gelegentlich genervt den "Biss" bei den Jungen,
aber ich sehe auch eine durchaus als positiv zu sehende, einfach andere
Form der Motivation. Etwas mehr Menschliches, was sich andere
Generationen einfach noch nicht in dem Maße leisten konnten..
"„Soll ich mich kaputt machen“, fragt der flügge Nachwuchs die Karriere-Väter gerne."
Die Karriere Mütter werden btw das gleiche gefragt (von den
Töchtern). ;-)
Ist das jetzt der Untergang des Abendlandes?
Karriere um der Karriere willen kann zwar ein selbsttragendes Ziel sein
("der Weg ist das Ziel") und so heißt es auch am
Schluß "„Sie haben zwar keine Lust auf Chef - aber wer
es einmal ausprobiert hat, dem gefällt es.“"
Offensichtlich ist ein solches Ziel aber störanfällig.
Ziele, die sich nicht nur auf den Weg beziehen sind vermutlich
unempfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen etwa
sozialpsychologischen Strömungen. Revolutionäre bilden hier
ein gutes (Extrem-)Beispiel. In diesem Sinne erhielte ein "Marsch
durch die Institutionen" (hier durch die "Hierarchien")
einen zusätzlichen Sinn und Zweck.
Dann aber hat man auch nicht (mehr) den Eindruck sich für das Ziel
"kaputtzumachen".
Wenn ich mich mit meinen 200 Mitkommilitonen an einem Samstag von 8:00
bis 16:00 Uhr in die Privatuni quäle um neben meiner 40(+)
Stundenwoche noch zusätzlich einen Abschluss zu bekommen, um
später einmal beruflich wenigstens im vorderen Mittelfeld zu schwimmen.
Irgendwie scheinen wir wohl die Pflicht unserer Generation nach dem
faulen Lenz nicht mitbekommen zu haben.
Den Niedergang der Zivilisation kann ich übrigens auch nur
müde belächeln, ebenso wie die Klagerufe der
"Alten", dass wir keinerlei Respekt und Aufopferung mehr
für sie übrig haben.
Wir haben eine MENGE Schulden von euch geerbt, haben selbst keine
nennenswerten fossilen Rohstoffe übrig um weiter im Saus und Braus
zu leben und sollen neben dieser von euch angehäuften Zeche AUCH
NOCH eure Rente bezahlen und für die super Ausbildung und ein
behütetes Aufwachsen dankbar sein?
Komisch, mein Vater musste sich alles erarbeiten - und ich hab auch nix
in den Arsch gepustet bekommen.
Ich mach wohl was falsch ;-(
Und sonst so?
Eigene Familie, Kinder, Zukunft? Haben Sie auch?
Ich bin froh, mein ganzes Leben so verbracht zu haben, wie es meinen
Vorstellungen entsprach. Eben nicht arbeiten bis zum Umfallen, Karriere,
Samstag von 8-16 Uhr mit 200 Mitkommilitonen, dafür Familie, genug
Freizeit, Arbeit nur so viel, wie es sein musste.
Ich bin nun 60 Jahre alt. Soll ich Ihnen was sagen? Ich habe einige
meiner Freunde, die so arbeiteten, wie es Ihnen vorschwebt, schon jetzt
überlebt und bin bei bester Gesundheit.
Aber Sie kommen auch noch dahinter. Hoffentlich gibt es dann noch einen Rückweg.
Ein Kommentar aus der Generation Y
Ich zähle mich selbst zur Generation Y, gebohren 1985.
Meine Eltern gaben mir in meiner Ausbildungszeit einen Spruch mit auf
dem Weg: "Man arbeitet um zu leben. Man lebt nicht um zu
arbeiten!".
Dies stellt einen interessanten Rückschluss auf. Wurde
nähmlich die Generation Y nicht von der Generation Y-1 dazu
angehalten ihr Leben anders zu gestalten! Viele aus der
Vorgängergeneration sind unzufriede mit ihrer Arbeit und
wünschen sich sicherlich, das es ihren Kindern nicht so ergeht wie
ihnen selbst.
Und ehrlich gesagt sehe ich auch für mich keinen Grund wie
Generation Y-1 zu arbeiten. Denn nach jahrenlangen Debatten über
Heuschrecken/Gier und Klimakatastrophe sehe ich für mich in keiner
Bringschuld gegenüber einem unpersönlichen Unternehmen.
Loyalität und Einsatzgereitschaft gegenüber einem Unternehmen
stehen weit hinter meinen privaten Belangen.
wer nämlich mit h schreibt...
und gebohren wurde statt geboren ist, und sich in keiner
bringschuld sieht und seine einsatzgereitschaft hinter die
privaten belange stellt, stellt jedenfalls interessante
rückschlüsse auf.
Die Nachteile der "Work-Life-Balance" Generation Y werden sich später zeigen!
Die aufstrebenden Staaten, besonders des fernen Ostens, denken nicht
daran, sich einer
"Work-Life-Balance" hinzugeben, sondern wollen mit aller Macht
nach vorn und werden uns derart in Zukunft überflügeln.
Die Generation Y kann bei uns nur existieren, weil sie auf dem
Wohlstand, den meine Generation
(geb. 1940) aus den Trümmern von WK II hervorgebracht hat, aufbaut.
Der Fehler der Generation Y ist, diesen Wohlstand als naturgegeben zu betrachten.
Das ist er aber nicht; er kann nur im harten Wettbewerb mit den anderen
Nationen verteidigt und erhalten werden.
Die "Work-Life-Balance" Generation entpuppt sich so als reine Egoisten.
Mich hat meine Firma zweimal von heute auf morgen für mehrere
Monate ans andere Ende der Welt geschickt. Ich habe meiner Familie
Bescheid gegeben, Adieu gesagt, meine Koffer gepackt und bin am
nächsten Tag abgereist. Meine Familie hat mich dann in den Ferien
besucht und meine Kinder waren glücklich, ferne Länder kennen
zu lernen.
Die Alt-68er werden langsam senil...
Das ist ja lustig, dass die 68er-Generation inzwischen von sich selber
behauptet, "das Land nach dem WK-2 wieder aufgebaut" zu haben.
Jaja die Asiaten...
der böse gelbe Mann, der eine diffuse Drohkulisse aufbauen soll, damit hier alle brav arbeiten und den Mund halten. Die Methode menschenverachtende Arbeit mit ein paar Glasperlen Wohlstand zu erkaufen funktioniert auch in Asien immer schlechter. Mit jedem Jahr, das vergeht, erkennen die Menschen, dass der Preis für ein bisschen mehr Wohlstand zu hoch ist um ihn dauerhaft zu zahlen. Die Entwicklung hat sich in Deutschland (nach '45 der selbe Status wie heute China. Die billige Werkbank Europas, wo jeder schuftet und keiner klagt. Daher haben die Briten ja "Made in Germany" eingeführt), in Osteuropa, in Lateinamerika vollzogen und tut es Stück für Stück nun in Asien.
Veehrte Autoren und Leser der FAZ,
ich bekenne mich als Weichei schuldig...ich bin schuldig meine Kinder
aufwachsen sehen zu wollen, mich mit ihnen zu beschäftigen, und sie
nicht nur anzumaulen weil sie mich völlig gestresste Arbeitsdrohne
beim Feierabendbier stören. Schuldig weil ich persönlichen
Sinn in meiner Arbeit sehen möchte. Ich bin schuldig weil ich
Mitgestalten will, statt Anweisungen zu fressen ohne sie zu verstehen.
Schuldig weil ich lieber meinen Abend mit meiner Freundin und meinen
Freunden verbringe als mit Excel und Outlook. Ja ich bin schuldig weil
ich Lebenszeit über Geld setze. Ich bin schuldig weil ich am
Wochenende lieber im Ehrenamt als in der Firma bin. Ich bin schuldig
weil ich ich meine soziale und natürliche Umwelt nicht dem Wachstum
des blinden BIP zum Opfer vorwerfen will. Ja wir Y-ler sind schuldig
weil wir uns fragen ob wir nicht bewusst auf materiellen Wohlstand
verzichten und dafür ein besseres Leben führen und mehr
hinterlassen als eine tote Welt!
Sie haben das Desaster ja prima zusammengefaßt...
Herr Foerste. Ich bin mir zum Beispiel ziemlich sicher, daß schon früher als in 30/ 40 Jahren die Krankenversicherung, die Rentenversicherung, Pensionen, Altenpflege usw. in dieser Form nicht mehr finanzierbar sind. Ganz zu schweigen von den Staatsschulden, den Schulden durch den Euro, das immense demographische Problem und allem anderen was Sie aufzählen. Und Ihre einzige Antwort ist "Zähne zusammenbeißen, weiter machen, "mehr desselben" (wie es Paul Watzlawick ausdrücken würde)? Hm... Wissen Sie was ich glaube? Die junge Generation rechnet gar nicht mehr mit den von Ihnen beschriebenen Annehmlichkeiten. Die konnte sich die ältere Generation auch nur leisten, weil sie die junge Generation die Zeche zahlen läßt. Da kann diese auch gleich andere Prioritäten setzen als ständige Vermehrung des Wohlstandes...
Ist das Land wirklich reich genug für dosierten Arbeit?
Herr Müller,
wenn 175 Leser Ihrer Ansicht sind, muà man vielleicht einmal
Zweifel anmelden an Ihrer impliziten Unterstellung, daà wir uns
individuelle Vorlieben nach Art Ihrer Empfehlung leisten
können. Sind Sie sicher, daà die starke dt.
Wirtschaft uns alle auch noch in 30/40 Jahren versorgen wird: mit
Krankenvers., Renten, Pensionen, Alterspflege usw.? Wir haben
über 2 Bio. Euro expl. Staatsschulden, offenbar weitere
5-7 Bio. Euro impl. Schulden, ein immenses demograph. Problem vor uns
und China als Konkurrurenten. Wir wissen nicht, wie lange der Euro
bleiben kann, ob es ohne ihn vielleicht in 5 oder 10 Jahren zu einem
massiven Konjunktureinbruch mit entspr. hochschnellender
Arbeitslosigkeit samt Erschütterung der Sozialsysteme
kommt, wann Japan kippt mit seiner Staatsverschuldung von bald weit
über 200 % des BIP, usw. Wenn dies alles wirklich
sekundär, Ihre Rente also "sicher" ist, haben
Sie recht: nur weiter so, locker & relaxed! PS: Bin trotz 60
Std-Woche noch immer verheiratet.
Herr Müller - bravo !!!!
nein, Sie sind kein Weichei, ganz und gar nicht!! Ein Mann, der
Prioriäten setzt - Lebenszeit über Geld setzt.
Mehr von Ihnen und die Welt wäre ein wenig "wärmer",
menschlicher vor allem. Hamster im Hamsterrad zu sein, um zu
konsumieren, was man eigentlich gar nicht braucht.
...Sokrates ein, der bereits vor 2500 Jahren über die
verwöhnte, verzogene Jugend klagte.
Und was soll ich als Angehöriger dieser faulen, verweichlichten
Generation sagen? Dass es unsere Sache ist! Ist nicht das Freiheit?
Entscheiden zu können, ob oder nicht? Und dann eben die
Konsequenzen zu tragen? Muss meine Generation dasselbe leisten, wie die
zahlenmäßig deutlich größere
Babyboomer-Generation? Wenn doch spätestens jetzt klar sein
dürfte, dass stetiges Wachstum irgendwann nicht mehr möglich
sein wird, warum darf eine Generation dann nicht sagen: Gut, nehmen wir
die wirtschaftliche Rezession in Kauf und genießen die
immateriellen Dinge des Lebens eben ein stückweit mehr?
leider reichen 1000 Zeichen nicht für das spannende Thema...
Daher in Kurzform:
Auch mein Nachwuchs will nicht mehr so schuften wie ich es getan habe,
in meinem berufl. Umfeld ist es ebenso.
Vorteil: Es wird weniger Familientragödien und Depressionen,
schwere gesundheitl. Probleme , etc geben, die Leute sind nicht mit 40
ausgebrannt. 100 Std/woche = NoGo
Nachteil: Das für Erfolg nötige, begeisterte versinken in viel
lehrreiche Arbeit am Berufsanfang, um sehr schnell sehr gut zu werden,
wird seltener.
Diese Generation ist nicht die erste, das fing bereits Ende der 80er
Jahre an, ich nannte sie damals scherzhaft die
"Nutella-Generation" .
Seriöse Motivationsforscher wie Prof. Corell haben über
Jahrzehnte eine stetige prozentuale Abnahme der hochmotivierten
"Entrepreneur-Typen" in unserer Gesellschaft feststellen
müssen. Die für den Fortbestand unserer Gesellschaft Marke von
3% SICH SELBST bei Problemen zu Lösungen hoch motivierenden
Menschen in Deutschland fiel seit 20 Jahren von einst weit über 5%
bereits gefährlich auf ca. 2%.
Oder: "Ewig grüßt das Murmeltier". Unternehmen funktionieren nach kurzfristigen Zielen und sind von Hause aus egoistisch, da sie sich im Wettbewerb durchsetzen müssen. Vor etwa 25 Jahren ging es mit der strategischen Personalplanung richtig los, hat nur niemanden interessiert. Es folgte die Ökonomisierung, Bildungs-Controlling. Jede Massnahme muss sich rechnen! Personaler wurden massenweise entsorgt. Faktor Mensch - Faktor Arbeit gab es immer schon. Entpersönlichung und Technisierung der menschlichen Beziehungen: in den Unternehmen fehlt die Echtheit bzw. Authentizität. Der Mensch steht im Mittelpunkt und da stört er. Jetzt ist wieder mal ein Nachfrageüberhang nach dem Faktor Arbeit da. Daher steigt der Preis, aber die Unternehmen wollen gerne, wenn es zu ihrem Nachteil gerät, nichts mehr davon wissen. Es gibt nur eines: Maximales kurzfristig rausholen und nach 10 Jjahren andere für sich arbeiten lassen.
Die Kritik ist schon nachvollziehbar, denn
diese Generation ist meiner Beobachtung nach die erste, die sich für das Schicksal und die Entbehrungen ihrer Großeltern nicht mehr interessiert; keine Generation war geschichtlich und tagesaktuell so ungebildet. Andererseits: Seit dem Jahre 2000, ziemlich genau mit der Etablierung der New Economy, ist das Arbeitsleben aus den Fugen geraten. Seit dem gibt es keine Überstundengrenzen mehr, keine Fragen nach Belastbarkeit. Notfalls hat man neben seinem Arbeitsplatz zu schlafen. Seit dem funktioniert oft die Arbeitsteilung nicht mehr; Besprechungen dauern bis 8 Stunden, und man trennt sich ergebnislos. Vorgesetzte sind zu dämlich, Aufgaben zu verteilen und Zeitregimes einzuhalten. Man darf nicht vergessen, daß die ach so potenten Altgenerationen das alles noch nicht kannten. Die bekamen nicht täglich 80 Mails und hockten nicht bis nachts um 1 Uhr im Büro. Daß man dann als Wohlstandsspößling beschließt, sich dem zu verweigern, ist natürlich.
"Behütet, in Wohlstand gebettet..."
Da heisst es doch tatsächlich: "Es ist die erste Generation,
die mit der Work-Life-Balance-Welle groß geworden ist.
Behütet, in Wohlstand gebettet und international ausgebildet. Eine
Generation, die es von Geburt an gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen
und in allen Belangen gefragt zu werden: Ob sie Fußball spielen
wollen, Tennis oder doch lieber Geige. Und natürlich durften sie
immer alles ausprobieren..."
Erstens hat man dasselbe hat schon vor 40 Jahren von den heutigen
Aufsichtsräten gesagt: Die waren nicht in Stalingrad dabei, oft
nichtmal beim Bund! Das waren die 68er mit ihren Kiff-Reisen nach Indien!
Zweitens geht aus dem Zitat auch hervor, was in der Personalpolitik
möglicherweise falsch läuft: Die rekrutieren immer nur ihre
eigene verwöhnte Brut, anstatt Aufsteigern eine Chance zu geben.
Die NICHT von klein auf "im Mittelpunkt" stand und deren
Eltern Mühe hatten, die Studiengebühren aufzubringen.
...sollten ´mal darüber nachdenken, Deutschkurse anzubieten.
In unseren Nachbarländer gibt es viele gut ausgebildete junge
Leute, die auf berufliche Chancen warten.
Konkurrenz belebt nämlich das Geschäft...das gilt auch
für den Arbeitsmarkt ;-)!
Vor allem sorgt das für sinkende Löhne
..für ein unübersichtlich aufgeblähtes
Arbeitskraftangebot, damit für sinkende Löhne und für
noch mehr hauen und stechen. Für noch mehr freche
Unternehmercharaktäre und ausgenutzte Arbeitnehmer.
Man sollte diese Leute warnen, sich in deutsche Unternehmerhände zu
begeben. Die erdrücken sie.
Gen-Yler sind die ersten, die komplett in der digitalen welt aufgewachsen sind. daher sind ihre werte logischerweise grundlegend anders. das heisst aber nicht, dass sie nicht leistungsfähig sind. im gegenteil. die beruflichen anforderungen sind heute völlig andere als noch vor 20 jahren. was vor 20 jahren noch per trial and error erledigt wurde und deshalb zeit kostete, hat heute ziemlich klare regeln. mit mail und internet ist vieles in einer geschwindigkeit realisierbar, die damals undenkbar gewesen ist. daher ist die Gen-Y eben auch im einem weitaus praxisrelevanteren mass ausgebildet als jede generation vor ihr, und sie lässt sich eben nicht mehr so leicht von bullshit beeindrucken wie die generationen vor ihr. new york, diese stadt ohne herz und hirn, ist so ein bullshit. work-life-balance ist es nicht, weil die unterschiede zwischen arbeit und leben sich in der digitalen welt ebenfalls, zumindest wenn man dienstleistungen betrachtet, aufzulösen beginnen.
ab wann Menschen getrost als alt bezeichnet werden können.
Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es der Zeitpunkt
ist, ab dem "früher" oder "damals zu unserer
Zeit" alles besser, schöner, größer, schneller und
erfolgreicher war. Ab diesem Zeitpunkt beginnen Menschen die Gegenwart
zu ignorieren, um in ihren Gedanken in der Vergangenheit zu schwelgen.
Fakt ist, dass nicht die Generation Y (???), sonderndie Generation
Babyboomer es auf ganzer Linie vergeigt hat. Sie hat die
persönliche Nabelschau eingeführt, die Nachhaltigkeit ebenso
aus dem Programm genommen wie die Verantwortung (für sich und
andere). Sie hat die falschen Werte nicht nur angenommen, sondern noch
potenziert. Sie hat die Weltwirtschaft in eine der schwersten
Wirtschaftskrisen der Geschichte geführt, weil ihr die Gier nach
Geld und Macht wichtiger war als Mitmenschen und nachfolgende Generationen.
Mit welchem Recht richtet eine mehr oder weniger kinderlose Generation
über die paar Kinder der anderen?
Danke!
Hin und wieder die richtigen Schlüsse zu lesen ist erfrischend. Die
Babyboomer hinterlassen nichts als verbrannte Erde und man soll Ihnen
danken! Überbordende Staatsverschuldung, eine verhunzte
Demographie, esoterischer Grünenwahn und auf die alten Tage wollen
die Damen und Herren dieser Generation natürlich noch in
sozialistischer Manier alles umverteilen was geht...
Die meisten Führungspositionen besetzen diese Menschen, von dort
werden Abbauprogramme en masse, Karriereauswahltage und
Gehaltsdrückerein durchgesetzt, wenn man aufsteigt dann zur
Hälfte des Gehalts des Vorgängers. Und nun bringt man nicht
dieselbe Leistung?
Was man dann mehr verdient, wird einem an allen Ecken und Enden
weggenommen (keiner soll mir erzählen das die
Spitzensteuersätze früher höher waren, das waren damals
auch die jeweiligen Steuerklassen, die sind nämlich genauso
gesunken wie der Steuersatz selber).
Bevor die Babyboomer nicht erkennen, dass sie verzichten müssen
werden sie auch keine Leistung erhalten.
Die Fuehrungskarriere-Karotte vor der Nase des Mitarbeiter-Esels funktioniert nicht mehr
Berechtigt waere eine Diskussion ueber die Qualifikation des Nachwuchses, aber das ist eine andere Sache. Das im Artikel beschriebene Verhalten finde ich rational. Die Fuehrungskraefte-Speckguertel der Unternehmen sind meistens unangemessen gross, eine Folge des Versuchs, die Esel die Karotten fressen zu lassen. Er verursacht hohe Kosten ohne adaequaten Nutzen. Regelmaessig erlebe ich ein Anwachsen des Speckguertels und danach eine Radikal-Diaetkur, mit der versucht wird die ueberfluessigen Fuehrungskraefte wieder loszuwerden. Das Entlassungsrisiko bei Fuehrungskraeften ist erheblich hoeher als bei Spezialisten, die ihr Gehalt meistens wert sind. Richtig viel Geld wird nur in den oberen Fuehrungspositionen verdient, deren Zahl naturgemaess sehr klein ist. Dahin schaffen es die wenigsten. Und mal ehrlich, was eine Fuehrungskraft zu tun hat ist ein bisschen wie ein Kellnerjob. Geistige Anforderung gering, Stress und/oder Langeweile hoch, und kein Einfluss auf den Koch.
Man kann nur Gott danken, nicht zu dieser Wohlstandsjüngling Generation zu gehören
Welch eine naive Einstellung. Ein Wohlstandjüngling klagt dem
anderen Wohlstandjüngling, wie schlecht alles ist. Da wird sich
gegenseitig vorgeheult, wie schlecht es uns hier in Deutschland geht.
Allen anderen auf der Welt und allen vorherigen Generationen geht es
bzw. ging es besser. Welch ein Realitätsverlust.
Aber auch der Schluss der gezogen ist, ist doch nur noch naiv und
erschreckend. Anstatt angebliche Probleme anzugehen, anstatt für
die nächste Generation den Wohlstand zu halten, wird einfach
beschlossen die Leistung zu verweigern.
Mag ja für jeden individuell kurzfristig ja die richtige
Entscheidung sein, aber jedem halbwegs intelligenter Mensch erkennt
doch, dass dies dann tatsächlich zu einem gesellschaftlichen
Rückschritt führen wird.
Da bin ich ja froh, dass ich zu einer Generation (!!!) gehöre,
denen man vorhält, zu viel gearbeitet zu haben, aber Wohlstand
aufgebaut hat. Was die heutigen Wohlstandjünglingen wohl in 20
Jahren ihren Kindern wohl sagen?
Könnte es da einen Zusammenhang geben?
Könnten die Heimbewohner Eltern gewesen sein, die Karriere und Wohlstand immer an die erste Stelle gesetzt haben, vor die Beschäftigung mit ihren Kindern? Und die nun im Alter die Rechnung bekommen? Nämlich Kinder, die überhaupt nicht erfahren haben, daß es sinnvoller sein könnte sich um die nächsten Verwandten zu kümmern als sich nur um sich selbst zu drehen? Oder eben Kinder, die mit ihrer Familie nicht die Fehler der Eltern wiederholen wollen? Das ist ein ziemliches Pensum: Lebensunterhalt verdienen UND für die Familie da sein. Da bleibt einfach nicht viel Zeit für die Großeltern, erst recht wenn sie mehrere hundert Kilometer weg wohnen.
Pflegekraft
Ich kümmere mich ehrenamtlich um Heimbewohner eines Pflegeheims. Auf die heutige Generation köinnen sich deren Eltern nicht mehr verlassen! Die müssen in Urlaub fahren! Ein grosser Teil des Heimpersonals ist sowieso schon ausländischer Herkunft. Deutrsche Y-Generation muss sich um Freunde kümmern! S. Lesermeinungen!
Und selbst wenn nicht...
kann es immer noch sinnvoller sein seine Lebenszeit mit Familie und Freunden zu verbringen als sich in einer Firma dem Burnout entgegen zu schleppen. Dankbarkeit kann man nicht einfordern, aber wenn man Kinder und Freunde vernachlässigt kann man nicht mal darauf hoffen.
Familie/Freunde
Werden Sie sich auf Ihre Freunde verlassen können?
Verschreiber
Ich meinte statt "Wohlstandsjünglinge", die der Herr Kuhs
beschreibt, natürlich "Arbeitsneurotiker". Herr Kuhs
hätte sich ohne diese Korrektur noch bestätigt fühlen
können für seinen in meinen Augen indiskutablen Text.
Also nochmal:# Ich danke Gott, dass
dass ich mich auf meine Familie und Freunde verlassen kann und ihnen
genug Zeit widmen kann und nicht auf Leute wie Sie reinfalle.
Was werden diese "Arbeitsneurotiker " ihren Kindern sagen:
"Seid nicht so bescheuert, wie wir es waren". Genau das werden
sie sagen.
Welche Kinder?
Kinder behindern Selbstverwirklichung und kosten viel Geld! (..in den Augen der sich selbst Verwirklichenden den aus sich selbst heraus generierenden Wohlstand Genießenden!)
vorheriger Generation danken
Ganz Ihrer Meinung, schon früher sagte man: eine Generation baut auf, die nächste gibt aus. Das arrogante Verhalten kann man sich nur im Wohlstand leisten. Stillstand = Rückschritt.
ob Sie das ihrer künftigen Pflegekraft auch sagen werden?
Sie haben ja ein tolles Bild von der jungen Generation. Was für ein
gesellschaftlciher Rückschritt kann das denn sein, wenn die
Gesellschaft neue Präferenzen setzt?
Und noch ein kleiner Hinweis: Unser Wohlstand ist mit Schulden
finanziert, die unsere Generation und die folgenden abarbeiten
dürfen. Danke dafür (wenn ich jetzt zurückschießen darf).
Jede Generation hat seine Herausforderungen und die Welt dreht sich
weiter. Und ich bin der Meinung, dass das Erbe für meine Generation
nicht so unglaublich super ist. Was ein Fortschritt ist, ist die lange
Friedenszeit in Europa, um deren Einheit sich die vorangegangene
Generation verdient gemacht hat. Ihre Generation war in anderen Punkten
Leistungsverweigerer: zukunftsfähige Energiekonzepte?
Chancengleichheit je nach Herkunft? Neuartige Mobilitätskonzepte?
Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als meiner Generation zu vertrauen.
Und ich danke Gott
dass ich mich auf meine Familie und Freunde verlassen kann und ihnen
genug Zeit widmen kann und nicht auf Leute wie Sie reinfalle.
Was werden diese "Wohlstandsjünglinge" ihren Kindern
sagen: "Seid nicht soi bescheuert, wie wir es waren". Genau
das werden sie sagen.
Sind Sie Unternehmer?
Das muss die Klimakatastrophe sein!
Beruhigenderweise hat es auch zwei Tage nach dem Weltuntergang nachts
geschneit (zumindest in Wien) - wie man bei Lektüre des
FAZ-Webauftritts erfährt allerdings offenbar mitten im Sommerloch:
Das wirkt dann doch eher beunruhigend!
.
Im Ernst: Das ist doch ein alter Hut! Selbst als Platon vor fast 2500
Jahren mit dem 'jugendfrohen Anfang der Tyrannis' ins gleiche Horn
gestoßen hat war das schon nicht mehr neu. Und auch die Eltern des
zitierten 'Personalchef[s] der Wirtschaftsprüfer' werden sich
gefragt haben was wohl aus der Welt werden soll, als ihr Sohn nicht im
Panzer für Führer, Volk und Vaterland in die Welt ziehen
wollte, sondern nur im Mercedes für Geld, Luxusleben und Prestige.
.
Wie bei Marx nachzulesen bestimmt das Sein das Bewusstsein, und seine
Veränderung - zum Guten oder Schlechten - gründet auch in der
Tätigkeit derjenigen, die hier über die Folgen klagen: Zu
jammern, dass die Jungen heute keine harten Kerls mehr sind,
qualifiziert nur die Jammerer als Weichei.
Die meisten Leute, die ich kenne, geben ihr Sparvermögen aus. Das hat zwar scheinbar Altersarmut zur Folge, die Leute wollen sich aber nicht durch eine "Europa-Vision" enteignen lassen. Warum soll man alles geben, wo andere lieber streiken und arbeiten, aber den selben Wohlstand per Umverteilung bekommen sollen?
Die Kinder dieser Generation Y können einem leid tun
denn sie werden in eine Welt hinein geboren, in der sie nichts mehr zu sagen haben werden. Die Mentalität der Generation Y ist ein Luxus, der auf dem von den Vorgängergenerationen erzeugten Wohlstand beruht. Und ihre Einstellung erzeugt wirtschaftlichen Niedergang und ein Vakuum, das sehr schnell und sehr bald von den aufstrebenden Wirtschaftsmächten gefüllt werden wird. Diese, insbesondere die Asiaten werden das Sagen haben und wer deren Vorgaben nicht befolgen will, muß dann halt mit einem Leben auf Zweite-Welt-Niveau zufrieden sein. Wer in die ukrainische Provinz schaut, wird erahnen, daß die ach so schicke "work-life-balance" eher ein Kampf ums nackte Überleben sein wird. Da hilft dann kein Anspruchsdenken.
Bettina Weiguny Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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