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Mobilität in Metropolen : Neue Wege durch die Stadt

Vorfahrt für Radler: Die Stadt der Zukunft braucht mehr Raum für Fahrräder und weniger für Autos. Bild: AFP

Die Menschen sind mobiler, der Verkehr wird dichter. Wie verkraften das die Metropolen? Forscher haben da ein paar Ideen.

          Es ist ein Albtraum, den viele Stadtbewohner fast jeden Morgen erleben: Sie stehen gefühlte Ewigkeiten mit ihren Autos im Stau oder quälen sich auf Zweirädern durch Blechkarawanen und deren Abgaswolken. Andere quetschen sich in überfüllte Busse und U-Bahnen, um mit Tausenden Gleichgesinnten zur selben Zeit in die City zu drängen. Und manche von ihnen haben einen Traum: Es ist der Traum vom stressfreien Fortkommen, vom flüssigen Innenstadtverkehr ohne Staus, der weniger Zeit und Nerven frisst und weniger Dreck und Lärm produziert. Sie würden gerne einmal den Weg ins Zentrum antreten, ohne dabei täglich den Straßenkampf zu erleben, den Radler, Autofahrer, Fußgänger und Lieferfahrzeuge heute untereinander austragen.

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aber geht das überhaupt noch? Und reicht der Platz da draußen wirklich noch für alle, die täglich in den Ballungsräumen von A nach B unterwegs sind? Im Prinzip schon, und manche Städte haben den Traum auch schon gelebt - wenn auch nur für kurze Zeit oder auf begrenztem Raum. Denn um den Verkehr in den Städten auf Dauer wieder für alle verträglicher zu machen, braucht es den ganz großen Wurf. Der fängt vielerorts ganz klein an.

          Um eines vorwegzunehmen: Längst nicht überall funktioniert es reibungslos, den Verkehr von heute auf morgen in völlig neue Bahnen zu lenken. Aber einige Städte experimentieren damit, ob autofreie Innenstädte überhaupt funktionieren können. Sie probieren aus, wie man einen Großteil der Tagespendler mit Bussen und Bahnen oder zumindest in umweltfreundlicheren Elektrogeräten befördern könnte. Und ob sich der Lieferverkehr durch Bringdienste und Online-Versandhändler nicht so kanalisieren lässt, dass nicht an jeder zweiten Ecke ein Lieferwagen auf dem Bürgersteig parkt. Grundsätzlich ist all das möglich, und es wird künftig auch nötig sein.

          Schließlich arrangieren sich schon jetzt vielerorts die Metropolenbewohner eher schlecht als recht auf den bestehenden Verkehrswegen: Die Stau-Indizes von Navigationsherstellern wie TomTom belegen, dass der Verkehr in den Innenstädten von Jahr zu Jahr zäher fließt. Stuttgart, Hamburg und Köln belegen dabei die vorderen Plätze, im Prinzip nehmen sich die großen Städte da aber nichts. Hier muss man regelmäßig rund ein Drittel mehr Zeit einkalkulieren, weil man an Ampeln und in Autoschlangen feststeckt. Und mehr Platz wird es in Summe nicht, im Gegenteil. Die Zeiten, in denen Städte Schneisen durch ihre Zentren schlugen, um Boulevards breiter und Kreuzungen autofreundlicher zu machen, sind längst vorbei. Heutzutage trennt man eher Spuren für Busse und Radler ab oder legt vereinzelt Fahrstreifen für die Begrünung lahm. Mehr Bewegung herrscht allerdings permanent auf den Straßen, denn Städte werden immer bevölkerungsreicher und die Menschen immer mobiler. Wie schafft man es, dass sie flüssiger und besser getaktet aneinander vorbeilaufen, statt sich gegenseitig die Wege zu versperren?

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