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Garagen mal ganz anders : Schuppen mit Lochmuster

Auch eine Variante: als Empfangsraum in ländlicher Kulisse. Bild: Christian Burmester

Abstellräume und Garagen sind selten schön. Im besten Fall stören sie das Bild nicht weiter. Ein kleiner Pavillon nahe Bremen zeigt, dass sich eine liebevolle Gestaltung durchaus lohnen kann.

          In deutschen Ohren klingen französische Begriffe stets fein. Die banalsten Dinge umweht im Französischen sofort ein Hauch von Noblesse. Schuppen zum Beispiel oder Abstellraum. Mal ehrlich. Das klingt schon ganz schön gerümpelig. Und so sehen solche Gebäude ja meist auch aus. Ein Blickfang? Von wegen! Eher zum Weggucken. Wie anders tönt dagegen Remise. Schmuck und durchaus herrschaftlich. Dabei bezeichnet der Begriff ganz schnöde auch nur ein Wirtschaftsgebäude, das in der Regel an der rückwärtigen Grundstücksgrenze für Fahrzeuge oder Geräte errichtet wurde, wie Wikipedia den Unkundigen belehrt.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Genau so ein Gebäude haben Wirth Architekten entworfen. Rund 50 Kilometer südlich von Bremen ergänzt der Bau seit kurzem ein gut 100 Jahre altes Bauernhofensemble, wie es für diese Region und die damalige Zeit typisch ist: Hallenhäuser und langgestreckte ehemalige Schweineställe aus rotem Ziegel formieren sich zum Hofgut. Bewirtschaftet wird es nicht mehr, sondern als Landsitz genutzt. Den Bewohnern fehlten ein Abstellraum und eine Garage. Anderswo auf dem Grundstück wäre ein Neubau im Weg gewesen, hätte die Blickachsen zum Garten hin gestört. Auf der Ecke zur Straße hin aber war Platz für eine etwas mehr als 40 Quadratmeter große Remise.

          Die macht ihrem Namen alle Ehre. Nicht nur, weil sie das Hofensemble vortrefflich ergänzt. Sowohl was den Maßstab als auch die Materialwahl angeht, knüpft der Entwurf der Architekten, ein Brüderpaar aus Bremen, an die bestehenden Bauten an. Für das Bauwerk verwendeten sie Ziegel, die von einer nahe gelegenen Brandruine stammen. Das Holz der Tore lieferte eine Eiche, die 15 Jahre zuvor vom Blitz getroffen wurde und seitdem tot auf der nahen Wiese stand. Als sie bei einem Sturm umstürzte, wurde sie im nahe gelegenen Sägewerk zu breiten Bohlen verarbeitet, erzählt Benjamin Wirth.

          Der Neubau ist das Erste, was der über die Landstraße Anreisende von dem Hofgut sieht. Aus der Ferne ist nur ein geschlossener Kubus erkennbar. Doch je näher man kommt, desto mehr fällt das Lochmuster auf, das die Fassade ziert. Das hat fast etwas von einem Sakralbau - und die raumhohen Holztore verstärken diese Assoziation noch.

          Auf die Idee mit dem Lochmuster kamen die Wirths, weil sie nach einer Lösung suchten, Licht in den Raum zu bringen, große Fenster aber vermeiden wollten. „Fenster wären zu aufwendig gewesen“, sagt Benjamin Wirth - erstens was die Kosten angeht, zweitens weil sie Pflege bedürfen. Da der Pavillon nicht zu Wohnzwecken genutzt wird, braucht er keine Isolierung. Im Winter dient er zum Lagern und Bearbeiten von Brennholz, beherbergt den Traktor und Autos. Da ihn die Besitzer im Sommer aber als Gartenloggia für Empfänge und Gartenfeste nutzen, muss er gut aussehen. Tatsächlich ist das mit ziemlich einfachen Mitteln gelungen. Für zusätzliches Licht sorgen Leuchten, die in den golden angemalten Aussparungen der Betondecke sitzen. Kosten des Baus: 60.000 Euro.

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