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Immobilien : Was für ein Wohnjahr!

Chinesische Käufer lieben deutsche Wohntürme. Bild: dpa

Die Hauspreise sind gestiegen, die Baugenehmigungen gesunken. Und während der Diesel in den Städten Staub aufwirbelt, bringt das Land sich nicht nur mit guter Luft ins Gespräch.

          Seit Jahren steigen die Wohnkosten in Deutschlands Metropolen und beliebten Universitätsstädten, und auch 2017 ist es mit Mieten und Kaufpreisen bergauf gegangen. So haben sich Eigentumswohnungen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent verteuert, meldet das Forschungsinstitut Empirica. Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten um fast 5,8 Prozent mehr. Doch es gibt einen Lichtblick: Für 2018 rechnen Marktbeobachter damit, dass die Preise nicht mehr so stark steigen werden. Der anziehende Neubau könnte den Auftrieb dämpfen, Sondereffekte der vergangenen Jahre wie die starke Zuwanderung von Flüchtlingen 2015 und die Niedrigzinsen schwächen sich ab. Für die Mieten gilt das schon, sie legten 2017 zwar weiter zu, allerdings weniger stark als zuvor. So erhöhten sich die Bestandsmieten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert im Schnitt um 2,35Prozent, heißt es beim Immobilienverband IVD; im Vorjahr hatten sie noch um 3,43Prozent zugelegt. Dabei fehlt in den Ballungszentren noch immer an allen Ecken und Enden Wohnraum, und das Ziel des Bauministeriums, jedes Jahr 400.000 neue Wohneinheiten zu schaffen, wurde abermals verfehlt: Nur rund 275.000 sind entstanden.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Ob das Ziel 2018 erreicht wird, ist fraglich. Laut Schätzungen der Helaba werden nur 320.000 Wohnungen gebaut. Zudem sind die Baugenehmigungen 2017 zum ersten Mal seit sieben Jahren gesunken. Das Statistische Bundesamt registrierte von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 7Prozent.

          Die günstigen Zinsen haben den Bauboom lange befeuert. Zwar kommen Bauherren noch recht günstig an Immobilienkredite, trotzdem hat sich der Trend im Verlauf dieses Jahres umgekehrt. So sind die Bauzinsen seit ihrem Tiefststand im Herbst 2016 um fast 30 Prozent gestiegen, berichtet das Internetportal Biallo. Zahlten Bauherren im Oktober des Vorjahres für ein zehnjähriges Darlehen im Schnitt 1,03 Prozent, sind es mittlerweile bei zehnjähriger Laufzeit ungefähr 1,3 Prozent. Fachleute gehen davon aus, dass die Bauzinsen zukünftig weiter zulegen, etwa wegen der anziehenden Inflationsrate in Europa und der restriktiveren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Bundesbank warnt vor den Folgen: Sollten die Zinsen steigen, könnten sich Wohnungsfinanzierungen als nicht mehr nachhaltig erweisen.

          Wer sich vom Bauen trotzdem nicht abhalten lässt, für den hat das neue Jahr schon ein Geschenk im Gepäck: Am 1. Januar tritt das neue Bauvertragsrecht in Kraft, das den Bauherren mehr Rechte zuspricht. Hausbauer haben von nun an Anspruch auf eine detaillierte, kostenlose und gut verständliche Baubeschreibung, die vorher von Schlüsselfertigbauern und Bauträgern oft vage gehalten wurde. Sie muss etwa Informationen zu Haustyp und Bauweise, Art und Umfang der Leistungen, Gebäudedaten zu Fläche und Grundriss, Energie-, Schallschutz- und Brandschutzstandards sowie zu Bauphysik und Innenausbau enthalten. Hier hat der Bauträger auch verbindliche Aussagen dazu zu machen, bis wann das Gebäude fertiggestellt ist beziehungsweise wie lange die Bauzeit dauert. Außerdem können Kunden einen Bauvertrag, der nicht vom Notar beurkundet wurde, jetzt innerhalb von 14 Tagen widerrufen – wurden sie nicht ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht informiert, währt die Frist sogar ein Jahr und 14Tage. Außerdem regelt das Bauvertragsrecht die Abschlagszahlungen an Schlüsselfertiganbieter neu: Sie dürfen künftig als letzte Rate mindestens 10 Prozent vom Werklohn einbehalten, damit sie bei Mängeln noch ein Druckmittel in der Hand haben – vorher waren es oft nur 5 Prozent.

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