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Millionen für eine Wohnung : Luxus allein reicht in Manhattan längst nicht mehr

Einer der begehrtesten Wohnsitze der Welt: Hochhäuser rund um den Central Park in Manhattan Bild: AFP

In Manhattan sind Luxuswohnungen heiß begehrt. Die teuersten eigenen vier Wände kosten zweistellige Millionensummen. Aber selbst in diesen Sphären bleiben Wünsche offen.

          Luxuswohnungen im teuersten Marktsegment des New Yorker Stadtteils Manhattan sind weiterhin begehrt, sowohl bei vermögenden Ausländern als auch bei reichen Amerikanern. Im vergangenen Jahr legte der bisher von einem Bauboom getriebene Markt allerdings eine Verschnaufpause ein. Für einige der teuersten Wohnungen gab es Preisabschläge, die Immobilien blieben länger auf den Listen der Makler, und es gab weniger Bieterkämpfe. Die erzielten Preise bewegen sich allerdings immer noch in für Normalverdiener unerreichbaren und kaum vorstellbaren Sphären.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Am Ende des Jahres wurden für drei kombinierbare Penthäuser im 92. und 93. Stock des Wohnwolkenkratzers 432 Park Avenue von einem unbekannten Käufer 91 Millionen Dollar gezahlt. Nach Gerüchten soll es sich um den Hedgefondsmanager Bill Ackman handeln. Ackman wird die beste Aussicht auf den Central Park haben, weil ihm kein anderes Hochhaus die Sicht verstellt. Mit einer Höhe von 426 Metern ist der schlanke Turm nämlich das höchste Wohnhochhaus der Welt und das zweithöchste Gebäude in New York nach dem Bürohochhaus One World Trade Center im Süden von Manhattan. Der Kaufpreis war die dritthöchste jemals für eine Privatwohnung gezahlte Summe.

          Nach Angaben der Immobiliengesellschaft City Realty wechselten im vergangenen Jahr in Manhattan rund 12.000 Wohnungen für insgesamt 25,9 Milliarden Dollar die Besitzer. Die Zahlen lagen nur unwesentlich über den Ergebnissen des Vorjahres. Apartments für 10 Millionen Dollar und mehr machten rund ein Fünftel der gesamten Transaktionen aus. Auf Wohnungen für maximal 1 Million Dollar entfielen 13 Prozent. Der Durchschnittspreis für ein Apartment in Manhattan lag unverändert bei 2,2 Millionen Dollar. „Das ist ein Zeichen für einen beständigen, starken Markt“, sagte Daniel Levy, der Vorstandsvorsitzende von City Realty, der „New York Times“. „Wenn Sie ein Käufer sind, müssen Sie nicht das erste Objekt kaufen, das Sie sehen. Wenn Sie auf der Verkäuferseite stehen, müssen Sie nicht ewig warten, bis Sie verkauft haben.“

          432 Park Avenue, der dünne Stift in der Mitte.

          Viele Verkäufer mussten im vergangenen Jahr allerdings mit den Preisen heruntergehen, bevor sie einen Vertrag abschließen konnten. Käufer wurden besonders im oberen Luxussegment zurückhaltender, weil dort das Angebot reichhaltig war. Der durchschnittliche Abschlag für Wohnungen lag bei 9 Prozent. Verkäufer, die beim Preis unflexibel blieben, haben ihre Immobilie oft längere Zeit nicht losschlagen können. „Am oberen Ende des Marktes glauben viele Verkäufer noch an anspruchsvolle Preise, und das ist nicht der Markt dafür“, sagte Hall Wilkie, Präsident des Luxusmaklers Brown Harris Stevens.

          Die Anspruchshaltung von Verkäufern geht auf das Ende des Jahres 2011 zurück, als Sandy Weill, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Großbank Citigroup, seine Wohnung im Haus 15 Central Park West für den astronomisch anmutenden Preis von 88 Millionen Dollar auf den Markt brachte – und sie kurz danach zu diesem Rekordpreis verkaufte. „Das wurde zum Maßstab für Verkäufer“, erinnert sich Jonathan Miller, Vorstandschef der auf Immobilienbewertung spezialisierten Gesellschaft Miller Samuel. „Das hat auch Leute beeinflusst, die vielleicht ein 5-Millionen-Dollar-Apartment hatten und sich jetzt sagten‚ vielleicht kann ich 8 Millionen Dollar dafür bekommen.“

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