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Krasse Masse : Auf der Suche nach dem Bio-Beton

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Alles im Fluss: Beton hat viele positive Eigenschaften, trotzdem muss er sich ändern. Bild: plainpicture/André Schuster

Nichts verbauen die Menschen so gerne wie Beton. Doch der Baustoff macht Probleme: Fünf Prozent des globalen CO2-Ausstoßes gehen auf sein Konto. Das soll sich ändern. Und dabei könnten auch Pilze eine Rolle spielen.

          An der Großbaustelle im Berliner Norden kleben drei Kleinkinder und sind keinen Meter weiterzubewegen. Kein Wunder, wartet auf der Straße davor doch eine beeindruckende Zahl an Betonmischern. Acht Wagen haben sich in einer Schlange angestellt, während mit Hilfe eines großen Schlauchs aus dem neunten grauer Brei in die Baugrube gepumpt wird.

          Für die Kinder ist das spannender als jedes Fußball-Weltmeisterschaftsfinale, das die gelangweilt dabeistehenden Väter in diesem Moment offensichtlich vorzögen. Dass auf diesem Fundament in den kommenden Monaten 200 neue, dringend benötigte Wohnungen entstehen, mag sie vielleicht noch interessieren. Doch der Baustoff, der hier gerade angeliefert wird, erscheint unspektakulär. Beton gibt es schließlich überall. Jedes Jahr werden etwa 12 Milliarden Kubikmeter davon verbaut – in Säulen gegossen mit einem Quadratmeter Grundfläche, käme man damit 30 Mal von der Erde bis zum Mond.

          Flexibilität und Beständigkeit machen Beton beliebt

          Die große Beliebtheit erklärt sich mit seiner Flexibilität und Beständigkeit. Erst flüssig kann man ihn in die unterschiedlichsten Formen gießen. Einmal getrocknet, lässt er sich über viele Jahre von Wind, Wetter, Hitze oder Kälte wenig anhaben. Doch sein Einsatz hinterlässt Spuren auf der Erde. Auf jede Tonne frisch angerührten Betons kommen etwa 100 Kilogramm freigesetztes Kohlenstoffdioxid. Fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes gehen damit auf sein Konto. Zudem sorgt er für Knappheit bei den Rohstoffen Sand und Kies.

          Dennoch: „Im Vergleich mit anderen Baustoffen schneidet Beton in der Ökobilanz eigentlich gut ab“, meint Claus Asam, Referent für Bauen und Umwelt beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Doch die schiere Masse sorge dafür, dass Forscher aus aller Welt nach Verbesserungen und Alternativen suchten.

          Materialien, die Beton ähneln, waren schon bei den Babyloniern und den alten Römern in Gebrauch. Im Pantheon in Rom findet man die Vorläufer ebenso wie in der Chinesischen Mauer. Die Basis für den heutigen Beton wurde jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt, hört auf den Namen Portland-Zement und besteht aus einer Mischung aus Ton, Sand, Eisenerz und Kalkstein. Letzterer wurde auf der Halbinsel Portland an der englischen Kanalküste abgebaut und gab dem Gemenge seinen Namen.

          Beton ist eine Art künstlich hergestellter Stein aus Kies, Sand und Wasser. Zement ist der Klebstoff, der alles zusammenhält. Damit das funktioniert, müssen seine Bestandteile bei knapp 1500 Grad Celsius erhitzt und danach zu einem feinen Pulver gemahlen werden. Das gebrannte Material nennen Experten Zementklinker. „Er ist das Hauptproblem“, erklärt Asam. Denn um den Zement auf so hohe Temperaturen zu bringen, müssen Rohstoffe verbrannt werden, was Kohlendioxid in die Atmosphäre pumpt. Zudem setzt die große Hitze bisher gebundenes CO2 aus den Zementbestandteilen frei. „In der Vergangenheit wurde bereits viel gemacht, um diesen Ausstoß zu begrenzen“, sagt Asam. Drei Stellschrauben unterscheidet er, an denen Forscher bis heute drehen.

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