28.01.2003 · Letzter offizieller Partner der Fifa für die Fußball-WM 2006 in Deutschland ist Emirates Airline. Die Lufthansa stieg bei den Verhandlungen überraschend aus.
Die Suche nach globalen Sponsoren für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat noch eine Überraschung produziert: Nicht wie lange erwartet die Lufthansa sondern Emirates Airline hat sich als 13. offizieller Fifa-Partner ins Geschäft gebracht.
Die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate wurde am Dienstag in Dubai als 13. von insgesamt 15 Top-Sponsoren für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland vorgestellt. Emirates bietet Produkte und Dienstleistungen im Passagier- und Frachtflugverkehr.
Jeder Vertrag bringt der Fifa durchschnittlich 33 Millionen Euro ein. Die Sponsoring-Einnahmen für die WM 2006 sollen um rund 25 Prozent höher liegen als bei der WM im vergangenen Jahr. Zu den offiziellen Partnern für die Titelkämpfe in drei Jahren gehören mit adidas, Deutsche Telekom und Continental drei deutsche Unternehmen. Die Lufthansa war lange im Gespräch - dann aber bei den Vertragsverhandlungen mit dem Weltverband vorzeitig ausgestiegen.
Radmann kritisiert Lufthansa und Siemens
Für Fedor Radmann, den OK-Vizepräsidenten, ist die Lufthansa-Entscheidung ein schwerer Schlag. „Dass sich Firmen wie die Lufthansa oder Siemens diese Chance zur Selbstdarstellung entgehen lassen, irritiert mich schon.“ Er hätte sich mehr als drei deutsche Unternehmen als Fifa-Partner gewünscht.
Radmann kritisiert die deutschen Unternehmen: „In Deutschland sind viele Entscheidungswege zu kompliziert und zu langwierig. Überall wird von schlanken Strukturen, weniger Administration und weniger Bürokratie geredet. Doch oft ist genau das Gegenteil der Fall. Man kann nicht nur über den wirtschaftlichen Zustand Deutschlands klagen, sondern muss sich auch in den Führungsetagen fragen, ob die Abläufe nicht zu kompliziert sind.“
Lufthansa sichert lieber Arbeitsplätze
Kritik, die die Lufthansa nicht nachvollziehen kann. „Es gibt finanzielle Dimensionen, die wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sind“, sagte Sprecher Thomas Ellerbeck. Zu einem Wettbewerb wie dem Poker um die Fifa-Partnerschaft gehöre „ein verantwortungsvolles Management, dass seine Grenzen erkennt.“ Will heißen: Lufthansa war der Deal am Ende zu teuer.
Ellerbeck: „Wir müssen genau abwägen, da diese Summen auch verdient werden müssen.“ Zwar wisse das Unternehmen, das sich im Sport-Sponsoring ohnehin vornehm zurückhält, um die Bedeutung der WM im eigenen Land, doch gebe es eine größere Verantwortung, „Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.“
Drei deutsche Unternehmen
Sheikh Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, Vorsitzender der Emirates Airline, nahm den Rückzug der deutschen Airline dankbar auf. Er unterzeichnete am Dienstag den Sponsoringvertrag in Anwesenheit von Fifa-Generalsekretär Urs Linsi und dem Präsidenten des Organisationskomitees Deutschland 2006, Franz Beckenbauer.
Nun musste Fifa-Präsident Sepp Blatter den neuen Partner loben: „Wie die Fifa liefert Emirates ein Premiumprodukt.“ Weitere Sponsoren neben Emirates Airline sind adidas, Avaya, Budweiser, Continental, Coca-Cola, Deutsche Telekom, Gillette, Hyundai, McDonald's, Philips, Toshiba und Yahoo!. Die letzten globalen Sponsoren sollen Fuji und Mastercard werden. „Wir sind auf einem guten Weg und haben die Vorgaben bereits übertroffen“, freut sich Blatter.
Emirates Airline fungiert bereits als Partner der Junioren- Weltmeisterschaft, die vom 25. März bis 16. April 2003 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet, und auch offizieller Sponsor des englischen Fußballclubs Chelsea FC. Außerdem tritt die Fluggesellschaft weltweit als Sponsor von Pferderennen auf.
Verkauf der Eintrittskarten Haupteinnahmequelle
Das deutsche Organisationskomitee profitiert von den globalen Sponsoren nicht. „Wir haben ja nichts von dem ganzen Geld“, flachste Beckenbauer kürzlich, „die Fifa streicht ja alles ein.“ Was im Spaß gemeint war, hat durchaus ernsten Hintergrund.
Bei der Finanzierung des über 400 Millionen Euro teuren Spektakels - so hoch ist das geschätzte Budget des OK - muss sich der Veranstalter auf andere Säulen stützen. Dies ist der Verkauf der 3,2 Millionen Eintrittskarten, die Erlöse von sechs nationalen Sponsoren und ein Fifa-Zuschuss.
Vierter nationaler Sponsor wird Postbank
Neben Energieriese EnBW, der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG steht noch die Baumarkt-Kette OBI als nationaler Förderer fest, mit zwei weiteren steht das OK kurz vor dem Abschluss.
„Wir sind mit den nächsten Partnern sehr weit“, verriet OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt beim ersten „Countdown-Abend“ in Köln gegenüber FAZ.NET. Vierter Partner wird die Postbank, spätestens Ende März soll der fünfte nationale Sponsor präsentiert werden. Die nationalen Sponsoren bringen rund 75 Millionen Euro in die Kassen des OK.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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