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Wirtschaftsweiser Rürup wird Chefökonom des Finanzvertriebs AWD

19.11.2008 ·  Einer der wichtigsten ökonomischen Berater der Politik wechselt in die Privatwirtschaft: Der Ökonom Bert Rürup beendet seine Tätigkeit als Wirtschaftsweiser und wechelt im Frühjahr zum Finanzvertrieb AWD - als Chefökonom.

Von Steffen Uttich
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Im kommenden Frühjahr wird sich der 65 Jahre alte Bert Rürup aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückziehen und bei dem Finanzvertrieb AWD die extra für ihn geschaffene Position eines Chefökonomen antreten. Dem Gremium der sogenannten „Fünf Weisen“ gehört er seit 2000 an und steht ihm seit 2005 vor. Er ist damit einer der wichtigsten ökonomischen Berater der Politik.

Über seine neue Aufgabe will Rürup auf einer Pressekonferenz an diesem Donnerstag Auskunft geben. Im Umfeld ist jedoch zu hören, dass dem Finanzvertrieb nicht nur an den Kenntnissen Rürups zu komplexen Altersvorsorgesystemen gelegen ist, sondern auch an seinen guten Kontakten nach Osteuropa und China. Der Finanzvertrieb hatte in den vergangenen Monaten angekündigt, stärker in diese Richtung zu expandieren.

Maschmeyer umgibt sich gern mit Prominenten

Rürups neuer Chef Carsten Maschmeyer beweist damit, dass er kein nachtragender Mensch ist. Eigentlich müsste der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Finanzvertriebs AWD schlecht auf den Wirtschaftsweisen zu sprechen sein. Schließlich hat dieser mit der nach ihm benannten Rürup-Kommission zur Finanzreform der Sozialversicherung den wesentlichen Anstoß dafür gegeben, dass 2005 den kapitalbildenden Lebensversicherungen das zugkräftigste Verkaufsargument - die steuerfreie Auszahlung nach zwölf Jahren Laufzeit - genommen wurde. Bis heute haben Finanzvertriebe der AWD, die ihr Geld vor allem mit dem Verkauf von Policen verdienen, noch keinen gleichwertigen Ersatz für die dadurch entstandene Provisionslücke gefunden.

Der 49 Jahre alte AWD-Gründer Maschmeyer, der sein Unternehmen vor einem Jahr an den Lebensversicherer Swiss Life verkauft hat, aber weiter in der operativen Verantwortung steht, umgibt sich gern mit Prominenten aus der Politik. Nicht zuletzt wegen des Firmensitzes in Hannover wird ihm eine gute Verbindung zum früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder nachgesagt. Nach Schröders Abgang von der politischen Bühne fand dessen Regierungssprecher Bela Anda Aufnahme im Unternehmen. Erst am vergangenen Wochenende ließ er den früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton für einen Auftritt auf einem Vertriebstreffen in Düsseldorf einfliegen. Den Publikumsmagneten ließ er sich dem Vernehmen nach zwischen 250.000 und 350.000 Euro kosten.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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