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Dienstag, 14. Februar 2012
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Wechsel zu AWD Bert Rürups private Rentenversicherung

20.11.2008 ·  Einer der höchsten Politik-Berater wechselt in die Privatwirtschaft. Als Rürup vom Finanzvertrieb AWD der Presse vorgestellt wurde, erinnerte das ein wenig an die stolze Präsentation eines Bundesliga-Neuzugangs: „Ich fühle mich relativ fit“, sagte der Noch-Vorsitzende des Sachverständigenrates.

Von Henrike Roßbach
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Er habe sich immer vorgenommen, nur solche Dinge zu tun, die er kann, sagt der Vorsitzenden des Sachverständigenrates, Bert Rürup, am Donnerstag in Frankfurt. „Und Altersvorsorge kann ich ziemlich gut.“ Das findet offenbar auch Carsten Maschmeyer, Gründer des Finanzvertriebs AWD, denn er hat Rürup überraschend zum Chefökonomen und Sonderberater seines Unternehmens gemacht (siehe Rürup wird Chefökonom von AWD).

Ende Februar wird Rürup, der vor kurzem 65 Jahre alt geworden ist, sein Amt als oberster Wirtschaftsweiser aufgeben, Ende März auch seine Professur an der Technischen Universität Darmstadt. Anfang April tritt er dann seine neue Stelle an, mit Sitz in Frankfurt und einem dreiköpfigen Team.

Weisheit könne man nie genug haben, begründet Maschmeyer seinen neuesten Promi-Coup. Als Rürup am Donnerstag der Presse vorgestellt wird, erinnert das ein wenig an die stolze Präsentation eines Bundesliga-Neuzugangs. Für die meisten sei der Wechsel wahrscheinlich überraschend, sagt der Ökonom, für ihn aber nicht. Ihm sei immer klar gewesen, dass er „ein weiteres Leben“ wolle, eines nach den Jahrzehnten als Hochschullehrer und Politikberater. Schon Anfang des Jahres beantragte er deshalb seine Emeritierung. „Ich fühle mich relativ fit, das kann man so sagen.“ Nun wolle er etwas Neues, „ich werde mich aber auch weiter in die Wirtschaftspolitik einmischen, ich bin ja nicht blöder geworden.“

„Ich hätte auch zu einer anderen Firma gehen können“

Vor einigen Jahren liefen sich Maschmeyer und Rürup zum ersten Mal über den Weg, schon früher habe er sich „so manchen Tipp aufgeschrieben“, sagt der AWD-Chef. „Intensive Streitgespräche“ hätten sie miteinander geführt, erinnert sich Rürup, der als Rentenreformer das Ende der steuerfreien Lebensversicherung durchsetzte, was Maschmeyer Geld und Nerven gekostet haben dürfte. Heute loben sie einander: „Maschmeyer ist jemand, auf den man sich unglaublich verlassen kann“, sagt Rürup, und der derart Gerühmte verweist auf die gemeinsame Leichtathletik-Passion, er als Läufer, Rürup als Kugelstoßer.

„Ich hätte auch zu einer anderen Firma gehen können“, sagt Rürup, der um seinen Marktwert weiß. Die Entscheidung für AWD sei auch der Chemie geschuldet, die einfach stimme. Es soll „eine längere Beziehung werden“, der Vertrag läuft drei Jahre. Mit dem neuen Job dürfte Rürup auch seine eigene Rente endgültig gesichert haben. Eine „angemessene Festvergütung plus Bonus“ erhalte der neue Chefökonom, heißt es von AWD. Was darunter zu verstehen sei, will dann doch niemand in Zahlen bemessen. Es sei eben das, „was auch andere für die herausragende Leistung von Herrn Rürup gezahlt hätten“.

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