07.07.2010 · Endlich Ferien: Nur wie lange sollen wir wegfahren? Lieber kurz als lang, so heißt das Erfolgsrezept - vier Regeln zur bestmöglichen Erholung.
Von Patrick BernauZum Wandern in die Berge? Kultururlaub in Ostasien? Oder an den Strand von Mallorca? Wohin auch immer man in den Urlaub fährt - eines ist ganz sicher: Der Urlaub ist zu kurz. Umso wichtiger ist es, dass man ihn sich besonders schön macht. Mit etwas Hilfe der modernen Glücksforschung ist das gar nicht so schwer.
"Machen Sie einmal ein kleines Gedankenspiel. Denken Sie an Ihren nächsten Urlaub: Wohin wollen Sie fahren?" - darum bittet Nobelpreisträger Daniel Kahneman seine Gesprächspartner gerne. "Und jetzt stellen Sie sich vor, am Ende Ihres Urlaubs würden Sie die ganze Reise wieder vergessen. Wohin würden Sie dann fahren?" Meistens kommen da ganz unterschiedliche Reiseziele heraus. Und wer das weiß, der hat schon viel darüber gelernt, wie man aus seinem Urlaub das Beste macht.
Erstens: Teilen Sie Ihren Urlaub auf
Denn die erste Lektion ist jetzt schon verstanden: Wie glücklich man im Urlaub ist, hat wenig mit dem Glück nach dem Urlaub zu tun. Tatsächlich, so wissen Psychologen aus der Glücksforschung, verteilt sich die Freude am Urlaub auf drei Phasen, in denen die Freude ganz unterschiedlich ausfällt: die Vorfreude, den Urlaub selbst und die Erinnerung daran. Und der Urlaub selbst ist nicht einmal das Schönste daran. Die amerikanischen Psychologen Leigh Thompson und Terence Mitchell haben die Laune von Urlaubern erforscht und festgestellt: Während der Ferien selbst sind die Menschen oft nur durchschnittlich gelaunt. Schließlich ist es mit dem Urlaub genauso wie mit vielen anderen Freuden und auch mit vielen Ärgernissen: Die Menschen gewöhnen sich schnell dran.
Schon ergibt sich die erste Regel: Teilen Sie Ihren Urlaub auf. Die Erholung hält nach längeren Ferien auch nicht länger an. Machen Sie also nicht nur einmal sechs Wochen lang Urlaub, sondern sorgen Sie dafür, dass Sie zudem mehrmals im Jahr kurze Ferien haben. So haben Sie besonders viele Tage, in denen Sie sich auf den Urlaub freuen oder sich daran erinnern können. Im Urlaub selbst ist die Laune ohnehin schnell wieder durchschnittlich.
Zweitens: Machen Sie nicht jeden Tag das Gleiche
Diesen Gewöhnungseffekt schätzen viele Menschen falsch ein, wie Experimente der Psychologen Leif Nelson und Tom Meyvis zeigen. Bei schönen Dingen wie guter Musik lassen sich die Menschen ungerne unterbrechen - bei ärgerlichen und langweiligen Dingen wie einer Marketing-Vorlesung dagegen umso lieber. Dabei ist das genau die falsche Entscheidung. Denn wer noch einmal neu ansetzt, spürt Freude und Ärger wieder heftiger. Tatsächlich waren die Leute glücklicher, wenn sie nach einer Pause zu schönen Dingen zurückkehren konnten.
Nun schadet es der Erholung extrem, wenn man immer wieder für einen Tag zur Arbeit zurückfährt. Um Urlaubstage zu verschönern, hilft aber Regel Nummer zwei: Machen Sie nicht jeden Tag das Gleiche. Wer immer wieder etwas Neues tut, ohne sich dabei übermäßig anzustrengen, gewöhnt sich langsamer an den Urlaub - und behält die Freude länger, sagt die Psychologin Sonja Lyubomirsky.
Drittens: Setzen Sie sich Highlights
Wer sich entscheiden muss, ob er sein Geld lieber für zwei zusätzliche Urlaubstage ausgibt oder für einen Abend im Musical, der sollte sich für das Musical entscheiden. Das ist die dritte Regel: Setzen Sie sich selbst Highlights, an die Sie sich später erinnern.
Das Highlight ist umso wichtiger, wenn es am Schluss des Urlaubs liegt. Regel Nummer vier ist sprichwörtlich: Ein guter Schluss ziert alles. Ob unangenehme Untersuchungen oder Popkonzerte - die Erinnerung wird vom Schluss bestimmt. Was dazwischen war, ignorieren die Menschen in der Rückschau oft. Umso besser, wenn dort eine herrliche Safari oder ein Fünf-Sterne-Menü mit der ganzen Familie steht.
Urlaubs-Anleitung
Hildegard Grygierek (hildegardswelt.de)
- 07.07.2010, 23:58 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
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| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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