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Kritiker Binswanger Wachstum braucht Geld, Energie und Imagination

 ·  Die Ökonomische Theorie braucht einen Paradigmenwechsel, um die Chancen und Gefahren des Wirtschaftswachstums zu erfassen. Ohne Geld, Energie und Imagination ist die Dynamik des Wachstums nicht zu erklären. Ein Gastbeitrag.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (15)

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Otto Kaldrack

wachstum

aber auf keinen fall eine ständig wachsende einwanderung in die
SOZIALSYSTEME

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Thomas Mora
Thomas Mora (trailfox) - 09.01.2013 20:55 Uhr

Anders herum: Imagination, Energie, Geld...

Die Funktion des Staates sollte sich auf das richtige Regulieren der Rahmenbedingungen bei Störungen der Wirtschaftsentwicklung konzentrieren und ansonsten die Gesetze des Marktes respektieren. Um das zu können, muss der Staat eine konsequente und unabhängige Analyse der Ursachen dieser Störungen erarbeiten und daraus die entsprechenden Massnahmen definieren, um die Rahmenbedingungen für die Zukunft anzupassen.
Was macht es aus meiner Sicht so schwer?
Die Imagination des Menschen dürfte wohl unerschöpflich sein, aber leider reagiert der Mensch auf die Dynamik der ständig wachsenden Komplexität mit Verzögerung. Das liegt an seiner Biologie. Das innovative Entwicklungstempo beschleunigt sich ständig, doch verselbstständigen sich viele Prozesse, die daraus resultieren. Der Lösungsansatz einer Aufgabe beinhaltet fünf neue Aufgaben.
Ungebremstes Wachstum - das sind Krebszellen, kontrolliertes Wachstum ist aus meiner Sicht noch sehr... sehr lange möglich.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.01.2013 14:45 Uhr
Martin Wehlan
Martin Wehlan (wehlan) - 10.01.2013 14:45 Uhr

Die Imagination ist aber entscheidend

und deshalb gibt es auch keine Grenzen wirtschaftlichen Wachstums - im Gegensatz zu den Grenzen des physischen Wachstums. Es gibt nämlich keine Grenzen der Erkenntnis und der Kreativität, leider auch keine Grenzen der Dummheit.
Die "Dummheit" (besser gesagt "der Fehler") der heutigen führenden Wirtschaftswissenschaft besteht darin, die Wirtschaft über die Produktion und den Tausch von Gütern erklären zu wollen, weil man (wie der Autor richtig beschreibt) einen "homo oeconomicus" für alle Gesellschaftsordnungen der Menschheitsgeschichte finden wollte. Und produziert und getauscht wird tatsächlich bereits in der Stammesgesellschaft.
Weil nun einmal Güter und Rohstoffe endlich sind, kommt der "Club of Rome" genau aus der oben beschriebenen "Dummheit" auf die "Grenzen des Wachstums".

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Matthias Große
Matthias Große (Merwig) - 09.01.2013 19:18 Uhr

Verstehe ich Herrn Binswanger richtig? Meine Frage an die Fachleute: Schlägt er vor, dass ...

der Staat noch weitgehender als bereits jetzt Zins und Geldmenges reguliert? Kann er überhaupt über die Milliarden von notwendigen Informationen verfügen? Ist dieser sozialistische Ansatz nicht von vorn herein zum Scheitern verurteilt? Muss das Geld nicht selbst Marktmechanismen unterliegen?

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Martin Wehlan
Martin Wehlan (wehlan) - 09.01.2013 18:41 Uhr

Die Kritik an der Neoklassik ist berechtigt,

aber dies wurde schon vor 16 Jahren von Heinsohn & Steiger in "Eigentum, Zins & Geld" beschrieben. Schade, dass der Autor dieses Buch nicht zitiert, obwohl er teilweise zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt. Der Grundfehler der Neoklassik liegt darin, dass sie das Geld nicht erklärt. Denn vor dem Markt kommt der Kredit. Ohne Kredit entsteht kein Geld. Ohne Eigentum (Sicherheiten) gibt es kein Kredit. Für Innovationen (z.B. Patente) kann man Kredit bekommen. Das ist der Antrieb für den technischen Fortschritt. Den Markt braucht man dafür, um Geld für Produkte bzw. Dienstleistungen zu erhalten, damit man seine Kredite bedienen kann. Um auf dem Markt erfolgreich zu sein, braucht man bessere Produkte als die Konkurrenz. Schafft man das nicht, gefährdet man sein im Kredit verpfändetes Eigentum und wenn dies bereits im Wert gefallen ist, auch das Eigentum der Bank. Der Vorteil des Kapitalismus ist der Kredit, weil man so keine Ansparzeit benötigt. Der Preis dafür ist der Zins.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.01.2013 11:26 Uhr
Martin Wehlan
Martin Wehlan (wehlan) - 10.01.2013 11:26 Uhr

Geld muss nicht durch reale Werte gedeckt sein,

sondern Geld muss nach Heinsohn & Steiger durch Eigentum gedeckt sein. Eigentum ist ein Recht, also immateriell. Dass es kaum noch solvente Schuldner gibt, ist richtig und liegt an der zunehmenden Eigentumskonzentration. Geld ist Anrecht auf Eigentum eines Dritten und sammelt sich im Laufe der Zeit bei den Reichen an, während es bei den Ärmeren entsprechend weniger wird. So lange es Wirtschaftswachstum gibt, merkt man das nicht, weil sich dadurch ein Mittelstand bildet, der das Geld wieder investiert. Die Superreichen versuchen aber, das Geld durch Zinsen zu vermehren - also das, was eine Bank machen soll. Wenn es aber nicht genug Mittelstand gibt, weiß das ganze Geld nicht mehr wohin. Weil durch fehlende Kreditaufnahme der Wirtschaft auch der Staatshaushalt in Schieflage kommt, springt der Staat als Schuldner ein, um eine Wirtschaftskrise zu verhindern. Dabei beschleunigt er aber die Eigentumskonzentration, weil die Reichen die Zinsen kassieren und die Ärmeren diese bezahlen müssen.

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Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 09.01.2013 20:05 Uhr

Leider kommt dann noch der Zinseszins dazu

und dann wird die Sache exponentiell. Nur unsere Produktivität können wir nicht gleichermaßen exponentiell steigern. Deshalb ist ein Großteil (mittlerweile ca. 2/3) des Geldes nicht mehr durch reale Werte gedeckt. Es ist ein Kettenbrief-System, welches sich langsam seinem Ende nähert. Es gibt kaum noch solvente Schuldner, die die neuen Schulden aufnehmen können. Und ohne Schulden läuft in diesem Geldsystem gar nichts.

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Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 09.01.2013 17:16 Uhr

Die Erkenntnis,

dass Arbeit bzw Arbeiter durch Energie ersetzt werden, nutzt leider reichlich wenig. Die Konsequenz, die wir daraus ziehen müssten (höher Energiepreise für die Produktion), lässt sich nicht umsetzen. Das Gegenteil ist der Fall. Damit nicht noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen, uss man der Industrie preislich auch noch entgegenkommen. Das Volk ist erpressbar.
Wir sitzen halt in der Zwickmühle.

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Edda Kuhlmann

Also mehr Staat, Herr Biswanger?

Wenn Herr Binswanger die Problemursache alleine darin sucht, dass Haushaltseinkommen nicht wieder in den Konsum sondern auch zum Sparen (Haus und Aktien) genutzt werden bzw. dass Unternehmen durch innovative staendige Produktentwicklung kuenstliche Nachfrage nach ueberfluessigen Produkten entwickeln, deren Herstellung dann die Umwelt zerstoeren macht er es sich zu einfach. Seine Loesung waere dann logischerweise hoehere Besteuerung der Haushalte (weniger Gelder fuer "Spekulation") und Einschraenkung der Produktion durch u.a. hoehere Energiekosten. Dieser Weg wird gerade in Deutschland beschritten, der "Erfolg" zeigt sich bereits.

Was er aber, wohl unwillkuerlich, deutlich herausgebracht hat ist der Einfluss des Zinses- die Ursache seiner Wachstumsspirale war, dass dieser zu niedrig war und erst angehoben wurde, als sich die Wirtschaft ueberhitzte. Auch in der EU war und ist der niedrige Zins das groesste Problem, nur wuerde eine Anhebung politischen Interessen zuwiderlaufen.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 09.01.2013 16:41 Uhr

Kritik an der neoklassischen Theorie

Warum nicht gleich die Ostpolitik von Bundeskanzler Brandt kritisieren, das ist ein ähnlich relevanter Gegner? Lieber Himmel, Neoklassik...

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Karl Haessner

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Jedes Kind weiss, dass ständiges Wachstum bei beschränkten Ressourcen nicht funktionieren kann, nicht mal bei der Möglichkeit hundertprozentigen Recyclings. Da benötige ich keine´wissenschaftliche Unterstützung. Ausserdem wird die Zins- und Zinseszinsproblematik nicht angesprochen.

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Franz Grömmer
Franz Grömmer (FG92) - 09.01.2013 15:55 Uhr

Bild 1

Mögen alle deutschen und europäischen Museen in naher Zukunft "Ausstellungsstücke" dieser Art enthalten.

ceterum censeo Communitas Europaea esse delendam.

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Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 09.01.2013 15:37 Uhr

Das passt schon besser zur realen Welt,...

als das, was ich sonst so oft von Ökonomen höre.

Leider hat sein Ziehkind "der Joseph" so rein gar nichts von ihm mitbekommen. Dieser hat sich nach dem Doktore aufgemacht, die Welt mit sinnlosen Finanzprodukten zu "beglücken". Vielleicht hilft sein Doktorvater aber dabei, die Welt wieder aus der Sackgasse zu führen. Leider muss die Welt sehr weit zurück, um wieder an den richtigen Abzweig zu kommen. Die Pseudo-Ökonomen konnten schon zu lange mit makroökonomisch real untauglichen Theorien die Welt an den Abgrund fahren. Jeder, der ein wenig Lebenserfahrung mitbringt und sich ein wenig mit der herrschenden Art der Geldschöpfung beschäftigt hat, konnte schon längst erkennnen, dass das Ende der Sackgasse nicht mehr weit sein kann. Aber: Den Kapitalismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf (frei nach E.Honecker :-).

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Gerold Keefer

Grundlagen

Es ist begrüßenswert, dass sich Ökonomen über die wankenden Grundlagen ihres Fachs Gedanken machen. Ansonsten bliebe den reichlich erfolglosen Fachvertretern nur die Umschulung. Denn wer braucht ein Wirtschaftsfach, dass Wirtschaftskrisen weder vorhersehen noch taugliche Anweisungen zu deren Behandlung geben kann - und gleichzeitig von sich behauptet Wirtschaft messerscharf erklären zu können.

Was bei Biswangers Exkurs fehlt ist die Unterscheidung zwischen guten und schlechtem Wachstum. Es ist der Zins, der uns letztendlich zu schechtem, geldgeschöpftem Wachstum verdammt und damit gesundes Wachstum verhindert.

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Roland Magiera

Geld als Tauschmittel für alles und offene, freie Märkte haben vor allem eins gebracht,

Eine gigantische Überproduktion, die sich nicht mehr auch nur ansatzweise an den Bedürfnissen orientiert, sondern am Gewinn, daran, was sich absetzen lässt.
Das lässt sich ganz einfach an der Zahl umweltschädlicher oder für den Menschen ungesunder bis giftiger Produkte ablesen, die dennoch wider besseren Wissens (!) weiterhin produziert und verkauft werden.

Die allgemeine Qualität der Produkte müsste steigen, damit über die höhere Lebensdauer auch die Umwelt davon profitiert. Dafür müssten die Produkte aber auch deutlich teurer werden, was wiederum unserem Sozialstaat mit seinen vielen Bürgern die von der Arbeit anderer abhängen nicht gut bekommen würde.

Und zum Wachstum, wir sind zum Wachstum verdammt, das ist die menschliche Evolutionsstrategie! Und zwar eine unübersehbare.
Auch im Wirtschaftlichem, Stillstand=Stagnation=Tod. Das gilt in der heutigen Zeit mehr denn je, galt aber auch schon für die Ägypter, Maya, Römer usw. usf.. Mindestens ab dem Homo erectus.

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