16.08.2010 · Nach über 40 Jahren hat China Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst. Japans Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,1 Prozent. Die größte Volkswirtschaft sind nach wie vor die Vereinigten Staaten, Deutschland liegt auf Platz vier.
China hat Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den Vereinigten Staaten überholt. Japans Wirtschaft wuchs von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal nur um 0,1 Prozent. Das teilt die Regierung am Montag mit. Das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag damit in den drei Monaten bei 1,29 Billionen Dollar, die chinesische Wirtschaftsleistung betrug im gleichen Zeitraum 1,34 Billionen Dollar.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal um magere 0,4 Prozent. Im ersten Quartal waren es noch kräftige 4,4 Prozent gewesen. Analysten hatten daher mit einem deutlich höheren Anstieg der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal gerechnet. Zwar lassen sich die Zahlen nicht ohne weiteres vergleichen, da sie nicht um saisonale Faktoren bereinigt sind. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass der aufstrebende Nachbar Japan auch aufs ganze Jahr gesehen als Nummer Zwei ablöst.
China hatte schon Ende Juli verkündet, Japan überholt zu haben
Gründe für Japans nur minimales Wachstum im Frühjahr waren ein schwacher Konsum und der durch starken Yen gebremste Export. Die Konjunkturprogramme der Regierung etwa für den Kauf eines Neuwagens laufen aus. Die Japaner halten sich zudem bei großen Anschaffungen zurück, weil sie darauf warten, dass die Preise noch weiter sinken werden. Die Produktion der Exportschlager Autos und Elektronik wiederum war im Juni überraschend zurückgegangen - die Firmen fürchten eine geringere Nachfrage in den Vereinigten Staaten und in Europa. Die japanische Währung erreichte kürzlich ein 15-Jahres-Hoch gegenüber dem Dollar, was die Exporte teurer macht.
China hatte schon Ende Juli verkündet, es habe Japan nach 40 Jahren als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt überholt. Der Vizechef der chinesischen Zentralbank nannte damals aber keine Zahlen. Chinas Wirtschaft wächst nach wie vor schnell, im zweiten Quartal waren es nach offiziellen Angaben 10,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Experten erwarten aber, dass sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr etwas abkühlen wird.
Deutschland liegt heute nach China auf Rang vier
Japan war 1968 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den Vereinigten Staaten aufgestiegen und hatte damals Deutschland auf den dritten Rang zurückgedrängt. Deutschland liegt heute nach China auf Rang vier. Den Titel des Exportweltmeisters hatte Deutschland schon im vergangenen Jahr an die Volksrepublik abgegeben. Japan wird genauso wie Deutschland jenseits aller Statistiken aber noch auf Jahre hinaus wohl einen höheren Wohlstand als China haben. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist in China deutlich geringer. In der Volksrepublik leben rund 1,3 Milliarden Menschen, in Japan dagegen nur rund 128 Millionen, in Deutschland rund 82 Millionen.
Die Verbraucherausgaben, die in Japan zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beitragen, erhöhten sich im Berichtszeitraum um lediglich 0,03 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im Vorquartal waren sie noch um 0,5 Prozent gestiegen. Ein weiteres Indiz für die nachlassende Binnennachfrage ist die Entwicklung der Unternehmensinvestitionen, die sich nur noch um 0,5 Prozent erhöhten. Die jüngste rasante Festigung des Außenwerts des Yen könnte die Investitionslust der Unternehmen noch weiter trüben.
Die Daten zeigen einmal mehr Japans hohe Exportabhängigkeit. Die Exporte stiegen um 5,9 Prozent - vor allem dank hoher Nachfrage aus Europa. Doch der Anstieg fiel geringer aus als im Vorquartal, als die Ausfuhren noch um 7,0 Prozent gestiegen waren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3264 | +0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 118,37 $ | +0,40% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,03 € | −0,43% |