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Zunahme befristeter Stellen Mehr Beschäftigte im Öffentlichen Dienst

Erstmals seit der Wiedervereinigung ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst gestiegen. Ende Juni wurden rund 4,5 Millionen Angestellte und Beamte gezählt - 42.500 oder knapp ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einen Stellenaufbau gab es vor allem in der Kinderbetreuung, bei der Arbeitsagentur und in Hochschulen.

© dpa Vergrößern Mitarbeiter im öffentlichen Dienst

Das sei der erste Zuwachs seit 1991, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Seither fielen mehr als zwei Millionen Stellen weg, davon knapp die Hälfte durch die Privatisierung von Bahn und Post. Der Trend wurde vor allem durch die Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse gestoppt. Fachleute sehen angesichts der Rekordverschuldung aber keinen Raum für neue Stellen.

„Der Bund sowie viele Länder und Kommunen müssen Stellen abbauen“, sagte Ralph Brügelmann vom Institut der deutschen Wirtschaft unter Hinweis auf die angespannte Finanzlage. Nach den Berechnungen des Instituts belaufen sich die Personalausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen auf etwa 210 Milliarden Euro, rund ein Fünftel ihrer Gesamtausgaben.

Mehr Mitarbeiter als im Vorjahr wurden in den Tageseinrichtungen für Kinder, der Bundesagentur für Arbeit und den Hochschulen gezählt. Die Arbeitsagentur gilt mit 110.000 Mitarbeitern als größte Behörde Deutschlands. In diesem Jahr wurden dort 3200 befristete Stellen vor allem in der Betreuung von Langzeitarbeitslosen entfristet. In den kommenden vier Jahren will die Behörde jedoch rund 20.000 Stellen einsparen, indem vor allem befristete Stellen nicht verlängert werden (siehe Arbeitsagentur will 20 000 Stellen einsparen).

Infografik / Personal im öffentlichen Dienst © Statistisches Bundesamt Vergrößern

Weniger Personal gab es 2009 in anderen Bereichen: So wurden kommunale Krankenhäuser privatisiert, wodurch die Beschäftigten nicht mehr zum öffentlichen Dienst gehören. Auch der Bund zählte weniger Mitarbeiter, vor allem durch den Stellenabbau in der Bundeswehrverwaltung. Die Zahl der Angestellten erhöhte sich um 39 600 oder 1,5 Prozent auf rund 2,7 Millionen. Bei Angestellten mit Zeitverträgen gab es ein Plus von 35 300 oder 10,6 Prozent, beim übrigen Personal in Dauerbeschäftigung oder Ausbildung dagegen nur ein Plus von 4300 oder 0,2 Prozent. Die Zahl der Beamten und Richter nahm um 1500 oder 0,1 Prozent auf rund 1,7 Millionen zu, was sich durch den starken Anstieg der in dieser Gruppe gezählten Beamten in Ausbildung erklärt.

Wie die Statistiker ebenfalls vermeldeten, ging die Zahl der „atypischen Beschäftigungsverhältnisse“ zurück. Sie sank um 1,7 Prozent auf 7,6 Millionen. Das Bundesamt zählt dazu Teilzeit, Zeitarbeit, geringfügige und befristete Beschäftigung. Dagegen stieg im vergangenen Jahr die Zahl der unbefristet Beschäftigten mit mehr als 20 Wochenstunden im Durchschnitt um 0,3 Prozent auf 23 Millionen. Dabei glich ein Zuwachs bei den Frauen die Beschäftigungsverluste von Männern mehr als aus.

Quelle: svs./Reuters/F.A.Z.

 
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