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Zeit- und Teilzeitarbeit auf dem Vormarsch Jeder Vierte hat keinen „normalen“ Job mehr

09.09.2008 ·  Von neun bis fünf am Schreibtisch sitzen - das gerät langsam außer Mode. Jeder vierte Arbeitnehmer hat schon keinen „normalen“ Job mehr, wissen die Statistiker. Zeitarbeit, Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung sind im Kommen.

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Zeitarbeit, Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung verdrängen zunehmend die „normalen“ Jobs in Deutschland. Von 1997 bis 2007 nahm der Anteil der von Arbeitsmarktexperten als neu oder auch atypisch bezeichneten Beschäftigungsformen um acht Prozentpunkte auf 25,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Damit hat inzwischen jeder vierte abhängig Beschäftigte einen solchen häufig nicht zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichenden Job. Insgesamt habe die Zahl der in neuen Beschäftigungsformen arbeitenden Menschen in dem Zeitraum um 2,6 Millionen auf 7,7 Millionen zugenommen. Die Zahl der in normalen Jobs arbeitenden Menschen sank gleichzeitig um 1,5 Millionen auf 22,5 Millionen.

Knapp fünf Millionen Menschen arbeiten Teilzeit

Von den insgesamt 7,7 Millionen sogenannten atypisch Beschäftigten arbeiteten knapp fünf Millionen Teilzeit. Auch Zeitarbeit wird immer wichtiger: 610.000 Zeitarbeiter 2007 bedeuteten eine Verdreifachung im Vergleich zu 1997. Frauen haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes besonders häufig keine feste Vollzeitstelle (38,4 Prozent), sie arbeiten oft Teilzeit. Der Anteil junger Menschen bis 24 Jahre unter den atypisch Beschäftigten hat sich auf knapp 40 Prozent fast verdoppelt.

Der Berufseinstieg führe offenbar immer häufiger über ein atypisches Beschäftigungsverhältnis, erklärten die Statistiker. Ausländer und Geringqualifizierte haben ebenfalls überproportional häufig keine feste Vollzeitstelle. Im Branchenvergleich verzeichnen vor allem die Dienstleistungen eine deutliche Zunahme der atypischen Beschäftigung. Der Anteil stieg dort von 28 auf 36 Prozent.

Nicht zwangsläufig ein prekärer Arbeitplatz

Nach Angaben der Statistiker bedeutet ein Job in einer Zeitarbeitsfirma, eine Teilzeit- oder eine geringfügige Beschäftigung nicht zwangsläufig, dass es sich um einen prekären Arbeitsplatz mit einem höheren Armutsrisiko handelt. Vielmehr könne es sich durchaus um absichtlich gewählte Arbeitsverhältnisse handeln, mit denen die Arbeitnehmer berufliche oder persönliche Interessen besser kombinieren können. Allerdings seien diese neuen Beschäftigungsformen nur bedingt geeignet, den eigenen Lebensunterhalt oder womöglich noch den von Angehörigen zu finanzieren.

Die Statistiker betrachteten für ihre Analyse die abhängig Beschäftigten der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. Als „normal“ definierte Arbeitsverhältnisse, die auf Vollzeit und dauerhaft angelegt und sozialversicherungspflichtig sind, sind demnach aber mit einem Anteil von knapp drei Vierteln der Jobs weiter die dominierende Beschäftigungsform.

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