http://www.faz.net/-gqe-ov8t

Zahnersatz : Arbeitgeber für komplett private Zahnersatzversicherung

  • Aktualisiert am

Die Arbeitgeber warnen davor, zur Finanzierung des Zahnersatzes wieder auf ein System von einkommensabhängigen Beiträgen zurückzukommen.

          Die Arbeitgeber warnen davor, zur Finanzierung des Zahnersatzes wieder auf ein System von einkommensabhängigen Beiträgen zurückzukommen. "Auf keinen Fall darf die Gesundheitsreform aufgeweicht und die Herausnahme des Zahnersatzes aus dem lohnabhängigen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung wieder rückgängig gemacht werden", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dieser Zeitung am Dienstag in Berlin.

          In der SPD und den gesetzlichen Kassen gibt es entsprechende Forderungen. Begründet wird dies mit dem hohen bürokratischen Aufwand, den der Einzeleinzug der auf rund 8,5 Euro monatlich geschätzten Beiträge von Januar 2005 an bei den mehr als 20 Millionen Rentnern und Arbeitslosen mache. Deren Beiträge werden nach geltendem Recht anders als bei den Arbeitnehmern nicht automatisch abgebucht und an die Kassen überwiesen, sondern müßten einzeln überwiesen werden.

          "Wir müssen die Arbeitskosten von den Krankheitskosten abkoppeln und die Lohnzusatzkosten senken", sagte Hundt. Die Ausgliederung des Zahnersatzes sei dabei zwar nur ein kleiner, aber dennoch unverzichtbarer Schritt. Er erneuerte die Kritik der Arbeitgeber an dem im vergangenen Sommer gefundenen Kompromiß, der die Absicherung des Risikos einer Zahnersatzbehandlung in der gesetzlichen und privaten Krankenkasse erlaubt, sie aber obligatorisch macht. "Die Versicherung des Zahnersatzrisikos sollte ausschließlich der privaten Krankenversicherung überlassen werden", verlangte Hundt. Damit könne eine falsche Risikoselektion verhindert werden. Regierung und Union wollen in den kommenden Wochen eine Lösung suchen. Die Union hat erkennen lassen, daß sie nicht von den verabredeten einkommensunabhängigen Prämien für Zahnersatz abweichen will.

          Industriepräsident Michael Rogowski sprach sich unterdessen für mehr Wettbewerb und gegen Konzepte einer Bürgerversicherung im Gesundheitswesen aus. Er verlangte ferner mehr Engagement für Innovationen. Ohne die werde Deutschland nicht zu einem Kompetenzzentrum für Gesundheit. Gelinge das nicht, werde die forschende Pharmaindustrie stärker als bisher abwandern. Schon heute stammten acht der zehn umsatzstärksten Medikamente von amerikanischen Herstellern.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2004, Nr. 149 / Seite 13

          Weitere Themen

          Deportation und Exodus Video-Seite öffnen

          Juden in Ober-Seemen : Deportation und Exodus

          Zeitzeugen erinnern sich an die Nazi-Zeit und die damit einkehrende Verfolgung der Juden in Ober-Seemen. Durch Flucht und Deportation wurde die einst große jüdische Gemeinde in dem hessischen Ort von Jahr zu Jahr kleiner.

          Topmeldungen

          Mögliche Bedingungen der SPD : Der Preis des Einknickens

          Das Nein der SPD zu einer großen Koalition bröckelt. Für den Gang in ein schwarz-rotes Kabinett dürfte sie mehr als nur einen roten Teppich verlangen. Das steht auf dem Wunschzettel der SPD.
          Hat sie die richtigen Gäste und Themen? Die Moderatorin Sandra Maischberger beherrscht ihr Metier eigentlich aus dem Effeff.

          WDR-Rundfunkrat rügt Talkshows : Populistisch und zugespitzt?

          Der Rundfunkrat des WDR kritisiert die Talkshows von Sandra Maischberger und Frank Plasberg mit harten Worten. Der Sender weist die Vorwürfe zurück. An manchen könnte aber etwas dran sein. Wobei der wichtigste Punkt fehlt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.