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Wirtschaftsminister kritisiert Preisanstieg „Energiekonzerne, lasst die Tassen im Schrank“

30.11.2007 ·  Wirtschaftsminister Glos hat die Stromkonzerne zu einer gemäßigten Preispolitik aufgefordert. „Ich kann nur nochmals sagen: Energiekonzerne, lasst die Tassen im Schrank.“ Einem Medienbericht zufolge soll rund ein Drittel der Versorger die Preise abermals kräftig erhöhen.

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Wirtschaftsminister Michael Glos hat die Stromkonzerne in harscher Form zu einer gemäßigten Preispolitik aufgefordert. „Ich kann nur nochmals sagen: Energiekonzerne, lasst die Tassen im Schrank was die angekündigten Preiserhöhungen anbelangt“, sagte der CSU-Politiker am Freitag während der Haushaltsdebatte des Bundestages. „Das muss nicht so sein“, sagte er zu den Preiserhöhungen.

Die von ihm betriebene Verschärfung des Kartellrechts sei geeignet, den Energiekonzernen „besser auf die Finger schauen zu können“, erklärte Glos. Damit fasse die Regierung die Branchenkonzerne so hart an wie noch keine zuvor. „Ich war bis jetzt die größte Enttäuschung der großen Energiekonzerne, weil noch niemand ein so hartes Kartellrecht auf den Weg gebracht hat“, sagte er.

Abermals kräftige Preiserhöhungen

Die „Bild“-Zeitung hatte am Freitag berichtet, dass rund ein Drittel der Stromversorger in Deutschland in den kommenden Wochen abermals die Strompreise erhöht.

Wie die „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe) unter Berufung auf Daten des unabhängigen Branchendienstes Verivox berichtet, heben zum 1. Dezember 2007 acht und zum 1. Januar 2008 weitere 318 Versorger die Stromtarife an.

Preise in Bayern steigen besonders stark

Den größten Preisanstieg müssten demnach die Kunden der Gemeindewerke Markt Lichtenau in Bayern hinnehmen. Für einen Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom im Jahr erhöhen sich die Ausgaben um 34,2 Prozent oder 238 Euro im Jahr.

Ebenfalls deutlich steigen die Tarife der Stromversorgung Hemhofen (25,0 Prozent), der Städtischen Werke Rothenburg ob der Tauber (19,9 Prozent), der Stromversorgung Greding (19,8 Prozent) und der Stadtwerke Treuchtlingen (19,7 Prozent).

Nach Verivox-Angaben legten die Preise insgesamt um durchschnittlich 6,6 Prozent zu. Verbraucher in Bayern seien besonders von den Erhöhungen betroffen. Allein unter den 100 Versorgern mit den größten Tarifsteigerungen seien mehr als die Hälfte aus Bayern.

Beckstein: Atomkraftwerke länger am Netz halten

Angesichts der hohen Strompreise fordert das Bundesland längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke gefordert. „Solange unsere Kraftwerke sicher sind, sollten sie am Netz bleiben“, sagte Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) am Anfang der Woche.

Im Gegenzug sollten die Versorger verpflichtet werden, einen Teil der zusätzlichen Gewinne in die Förderung innovativer Energien zu stecken. Die Staatsregierung forderte zudem den Bau neuer Kraftwerke auch in Süddeutschland, um den Wettbewerb unter den Versorgern zu intensivieren.

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Von Heike Göbel

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