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Wie viel bleibt von 536 Millionen Euro? Zwei KfW-Vorstände wegen Panne suspendiert

19.09.2008 ·  Mit der einstweiligen Suspendierung der Vorstände Peter Fleischer und Detlef Leinberger hat der Verwaltungsrat der KfW-Bankengruppe erste Konsequenzen aus der fehlerhaften Überweisung an die insolvente Investmentbank Lehman Brothers gezogen.

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Mit der einstweiligen Suspendierung zweier Vorstände und eines Bereichsleiters hat der Verwaltungsrat der KfW-Bankengruppe am späten Donnerstagabend erste Konsequenzen aus der fehlerhaften Überweisung von 350 Millionen Euro an die insolvente Investmentbank Lehman Brothers gezogen. Dabei alleine wird es nicht bleiben.

Der Vorsitzende des Gremiums, Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), kündigte nach der vierstündigen Sitzung an, Wirtschaftsprüfer sollten die Umstände der Panne aufklären. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach von einem erschreckenden Vorgang. Dieser sei ein „klarer Hinweis darauf, dass das Risikocontrolling und -management nicht in Takt ist bei der KfW“. Der Vorstand werde „so schnell wie möglich“ Vorschläge für eine Verbesserung der Organisationsabläufe, der Prozesse im Controlling und Risikomanagement vorlegen.

Wie viel von den 536 Millionen Euro zu retten ist, ist unklar

Die beiden zuständigen Vorstandsmitglieder, Peter Fleischer und Detlef Leinberger, würden mit sofortiger Wirkung und bis zur endgültigen Klärung des Vorfalls von ihren Aufgaben suspendiert. Der KfW-Vorstand habe darüber hinaus den für das Risikocontrolling verantwortlichen Bereichsleiter Rainer Hartje ebenfalls bis zur Klärung des Vorfalls mit sofortiger Wirkung suspendiert. Eine Anwaltskanzlei wird laut KfW prüfen, ob diese Schritte gerechtfertigt sind.

Unterdessen erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass sich die Forderungen der KfW gegenüber Lehman auf mehr als eine halbe Milliarde Euro belaufen. Wie viel davon zu retten ist, ist unklar. Auch die Überweisung der KfW-Bank in die Insolvenz der Investmentbank Lehman hinein übersteigt die bislang eingeräumten rund 300 Millionen Euro. Da es sich bei der von der KfW am Montag ausgeführten Überweisung um ein Devisen-Swap-Geschäft handelte, hatte der am 16. September gültige Umrechnungskurs von Euro zu Dollar Einfluss auf den Betrag. So wurden tatsächlich Dollar im Gegenwert von 350 Millionen Euro verrechnet.

Verkauf der IKB-Bank beschlossen

Das gesamte Engagement der KfW mit Lehman besteht zudem aus zwei weiteren Positionen. 156 Millionen Euro entfallen auf Schuldverschreibungen, 30 Millionen Euro sind im Rahmen strategischer Vermögensanlagen in Lehman-Papiere geflossen. Insgesamt ergibt sich somit eine Position über 536 Millionen Euro. Die KfW erhofft sich eine Konkursquote von mindestens 50 Prozent. Am Markt kursieren auch Gerüchte über eine Quote von 40 Prozent.

Mit zwei Gegenstimmen beschloss der Verwaltungsrat der KfW überdies den Verkauf der IKB-Bank, deren Pleite die Staatsbank mit frischem Geld und Risikoabdeckungen in Milliardenhöhe abgewendet hatte. Steinbrück sagte, dies sei richtig gewesen, um weitergehende Erschütterungen des Finanz- und Wirtschaftssystems zu vermeiden. Die KfW sei eine klassische Förderbank, deshalb sei es richtig gewesen, die IKB zu verkaufen. Man habe ein Ergebnis erzielt, „das unter den Rahmenbedingungen nicht hätte besser sein können“. Die KfW erhält von Erwerber Lonestar 115 Millionen Euro. Dagegen stehen mehr als 9 Milliarden Euro, die das den Bundeshaushalt oder die KfW kosten könnte. Ob diese Summe, die zum großen Teil zur Risikoabschirmung verwandt wird, voll verbraucht wird, ist derzeit offen.

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