http://www.faz.net/-gqe-75dn5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.12.2012, 15:20 Uhr

Wegen hoher Kfz-Steuern Die Griechen melden massenweise Autos ab

Um 2013 keine Kfz-Steuern mehr bezahlen zu müssen, melden viele Griechen in diesen Tagen ihre Autos ab. In den Steuerämtern des Landes gibt es lange Warteschlangen. Allein im Dezember haben 70.000 Menschen ihr Auto aus dem Verkehr gezogen.

© dpa Schlangen auf den Steuerämter: Viele Griechen verzichten aufs Autofahren, um Geld zu sparen.

Schwierige Zeiten für Autofahrer in Griechenland: Wegen der dramatischen Finanzlage können zehntausende Menschen ihre Kfz-Steuern nicht mehr bezahlen. In den Steuerämtern des Landes bildeten sich am Freitag lange Warteschlangen. Viele Menschen gaben die Nummernschilder ihrer Autos ab, damit sie 2013 keine Verkehrssteuern mehr zahlen müssen.

„Vorläufig machen wir in unserer Familie Schluss mit Autofahren. Wir können die 265-Euro- Verkehrssteuer nicht zahlen“, sagte eine 40-Jährige Frau im griechischen Fernsehen. Sie besitze einen 1,6 Liter Mittelklassewagen.

70.000 Menschen zogen allein im Dezember ihr Auto aus dem Verkehr

Nach Angaben des Verkehrsministeriums haben allein im Dezember 70.000 Kfz-Inhaber ihre Autos aus dem Verkehr gezogen, 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bis zum Freitag hatten dem Ministerium zufolge nur 60 Prozent der Autoinhaber Kfz-Steuern gezahlt. Das Verkehrsministerium prüfe eine Verlängerung der Frist, berichtete das Staatsradio (ERA1) am Freitag.

Wegen der harten Sparmaßnahmen des pleitebedrohten Landes ist das Einkommen der Griechen nach Schätzungen der Gewerkschaftsverbände seit 2009 um fast 30 Prozent gefallen. Im Kampf um mehr Einnahmen müssen auch Besitzer von 15 Jahre alten Kleinwagen jährlich 120 Euro Kfz-Steuer zahlen. Inhaber von Luxusautos müssten bis zu 1320 Euro entrichten, berichtete das Staatsradio. 2011 waren in Griechenland insgesamt rund 250.000 Autos abgemeldet worden.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ifo-Chef Fuest Kritik an Rekord-Steuerschulden der Griechen

Die Griechen zahlen nicht mal mehr die Hälfte ihrer fälligen Steuern. Ifo-Chef Clemens Fuest findet: Dann müssen die anderen Staaten nicht unbedingt Geld nachschießen. Mehr Von Christian Siedenbiedel

29.05.2016, 18:14 Uhr | Wirtschaft
Griechenland Räumung von Flüchtlingslager in Idomeni hat begonnen

Die griechischen Behörden haben mit der Räumung des Flüchtlingslagers in Idomeni vor der Grenze zu Mazedonien begonnen. Die Räumung verlaufe ruhig und langsam, die Sicherheitskräfte müssten keine Gewalt anwenden, sagte ein Regierungssprecher. Derzeit befinden sich noch mehr als 8000 Menschen in dem Lager an der mazedonischen Grenze. Mehr

24.05.2016, 15:16 Uhr | Politik
IWF-Bericht Griechen schulden dem Staat fast 87 Milliarden Euro

Nirgendwo in Europa sind die Steuerschulden so extrem wie in Hellas. Dabei müssten viele Griechen überhaupt keine Steuern zahlen. Mehr

29.05.2016, 11:04 Uhr | Wirtschaft
Griechenland Idomeni steht leer - Aber wo sind die Flüchtlinge hin?

Von den einst 8000 Menschen sind nach Angaben der Polizei bislang 2800 in den staatlich geführten Aufnahmeeinrichtungen angekommen. Mehr

27.05.2016, 14:31 Uhr | Politik
Flüchtlingskrise Griechenland beginnt Räumung des Camps von Idomeni

Es ist ein Symbol für die Fehler Europas in der Flüchtlingskrise. Nun sollen Tausende Menschen evakuiert werden. Das Gelände ist abgesperrt, Hunderte Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Mehr

24.05.2016, 07:09 Uhr | Politik

Not-Millionen für die Milchbauern

Von Jan Grossarth

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt verspricht den Milchbauern hundert Millionen Euro „plus x“, weil die unter dem niedrigen Milchpreis leiden. Das wird den Bauern aber nicht viel helfen. Mehr 0


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Armut in Deutschland Vanessas grenzenlose Welt

Wie sieht Kinderarmut in Deutschland aus? Das kann man zum Beispiel bei Vanessa sehen. Da gibt es Eis, Spielplätze, genügend Geld bis zum Monatsende und eine Mutter, die alles für das Kind tut. Trotzdem fehlt es am Nötigsten. Mehr Von Nadine Bös 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden