Home
http://www.faz.net/-gqe-75dn5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Wegen hoher Kfz-Steuern Die Griechen melden massenweise Autos ab

Um 2013 keine Kfz-Steuern mehr bezahlen zu müssen, melden viele Griechen in diesen Tagen ihre Autos ab. In den Steuerämtern des Landes gibt es lange Warteschlangen. Allein im Dezember haben 70.000 Menschen ihr Auto aus dem Verkehr gezogen.

© dpa Schlangen auf den Steuerämter: Viele Griechen verzichten aufs Autofahren, um Geld zu sparen.

Schwierige Zeiten für Autofahrer in Griechenland: Wegen der dramatischen Finanzlage können zehntausende Menschen ihre Kfz-Steuern nicht mehr bezahlen. In den Steuerämtern des Landes bildeten sich am Freitag lange Warteschlangen. Viele Menschen gaben die Nummernschilder ihrer Autos ab, damit sie 2013 keine Verkehrssteuern mehr zahlen müssen.

„Vorläufig machen wir in unserer Familie Schluss mit Autofahren. Wir können die 265-Euro- Verkehrssteuer nicht zahlen“, sagte eine 40-Jährige Frau im griechischen Fernsehen. Sie besitze einen 1,6 Liter Mittelklassewagen.

70.000 Menschen zogen allein im Dezember ihr Auto aus dem Verkehr

Nach Angaben des Verkehrsministeriums haben allein im Dezember 70.000 Kfz-Inhaber ihre Autos aus dem Verkehr gezogen, 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bis zum Freitag hatten dem Ministerium zufolge nur 60 Prozent der Autoinhaber Kfz-Steuern gezahlt. Das Verkehrsministerium prüfe eine Verlängerung der Frist, berichtete das Staatsradio (ERA1) am Freitag.

Wegen der harten Sparmaßnahmen des pleitebedrohten Landes ist das Einkommen der Griechen nach Schätzungen der Gewerkschaftsverbände seit 2009 um fast 30 Prozent gefallen. Im Kampf um mehr Einnahmen müssen auch Besitzer von 15 Jahre alten Kleinwagen jährlich 120 Euro Kfz-Steuer zahlen. Inhaber von Luxusautos müssten bis zu 1320 Euro entrichten, berichtete das Staatsradio. 2011 waren in Griechenland insgesamt rund 250.000 Autos abgemeldet worden.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Athen von Feuer bedroht Griechen kämpfen gegen Waldbrände

Bei starkem Wind, Sommerhitze und Trockenheit sind in Griechenland mehrere Waldbrände ausgebrochen. Regierungschef Tsipras eilt zur Krisenzentrale. Der Verteidigungsminister vermutet Brandstfiter am Werk. Mehr

17.07.2015, 22:35 Uhr | Gesellschaft
Finanzkrise Griechen in der Krise: "Wir fühlen uns getreten"

Griechenland rückt immer näher an die Staatspleite heran. Seit Monaten verhandelt Athen mit seinen internationalen Geldgebern - doch eine Einigung ist nicht in Sicht. In Griechenland denken viele Menschen, dass ihr Land einfach keine weiteren Kürzungen und Sparauflagen stemmen kann. Tausende machten ihrem Unmut vor dem Parlament in Athen Luft. Mehr

18.06.2015, 15:54 Uhr | Politik
Medikamente Griechen bekommen fast nur teurere Originalarzneien

In Deutschland verordnen Ärzte die billigeren Generika, im Krisenland Griechenland sind sie fast unbekannt. Was tun Regierung und Hersteller? Mehr Von Andreas Mihm, Berlin

25.07.2015, 10:32 Uhr | Wirtschaft
Finanzkrise Spenden für Griechenland

Während in Athen, Brüssel und anderswo über die Schulden debattiert wird, wird die Lage für viele Griechen täglich schwieriger. Das Bargeld wird knapp und auch bei Medikamenten kommt es zu ersten Engpässen. Immer mehr Menschen in Griechenland sind auf Unterstützung bei den Produkten des alltäglichen Lebens angewiesen. Mit Spendenaktionen versucht das Berliner Forum Griechenlandhilfe, die Not der Menschen zu lindern. Mehr

09.07.2015, 13:34 Uhr | Politik
Griechische Schuldenkrise Es kann nur noch schlimmer werden 

Griechenland ist ein Land der Einzelhändler und kleinen Handwerksbetriebe. Gerade diese leiden aber besonders in der Krise - und sie haben wenig Hoffnung, dass sich daran so schnell etwas ändern wird. Mehr Von Rainer Hermann, Athen

22.07.2015, 10:23 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 28.12.2012, 15:20 Uhr

Sanktionen schärfen

Von Benjamin Triebe

Rund ein Jahr liegt die bedeutendste Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zurück. Die an sie geknüpften Hoffnungen mögen trügerisch gewesen sein. Dennoch wäre es falsch, sie aufzugeben. Mehr 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Junge Männer sind oft arbeitslos

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist gut; das spürt auch die junge Generation; die Jugendarbeitslosigkeit sinkt. Allerdings: Frauen profitieren stärker von der Entwicklung als Männer. Mehr 1