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EU-Agenturen : Weg aus London, aber wohin?

  • Aktualisiert am

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA in London Bild: dpa

Wegen des Brexit sollen die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA und die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA aus Großbritannien abgezogen werden. Wird eine von beiden nach Deutschland umziehen?

          Bonn und Frankfurt am Main werden an diesem Dienstag erfahren, gegen wen sie im Auswahlverfahren um den Sitz der aus London abziehenden EU-Agenturen antreten. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist um Mitternacht will die EU im Laufe des Tages in Brüssel die komplette Kandidatenliste veröffentlichten. Es wird erwartet, dass sie mehr als 20 Städte umfasst.

          Konkret geht es in dem Auswahlverfahren um die künftigen Sitze der Arzneimittelagentur EMA und der Bankenaufsichtsbehörde EBA. Beide EU-Organisationen sind derzeit in der britischen Hauptstadt London ansässig. Wegen des geplanten Brexit sollen sie aber so schnell wie möglich in eines der 27 verbleibenden EU-Länder umgesiedelt werden.

          Wer den Zuschlag erhält, kann auf immense Zusatzeinnahmen hoffen. Die EMA und EBA richten jährlich Hunderte Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus aller Welt aus. Zuletzt sorgten beide Agenturen in London für rund 39.000 zusätzliche Hotelübernachtungen pro Jahr. Hinzu kommt, dass mit den Agenturen auch die meisten hoch qualifizierten Mitarbeiter umziehen dürften. Die Arzneimittelagentur EMA beschäftigte zuletzt immerhin rund 900 Menschen, die Bankenaufsicht EBA kam auf knapp 200.

          Bonn oder Frankfurt - beides geht nicht

          Die Bundesregierung hat Bonn als Standort für die Arzneimittelagentur und Frankfurt am Main als Standort für die Bankenaufsicht nominiert. Die Städte brächten „exzellente Voraussetzungen“ mit, kommentierte jüngst der deutsche Staatsminister Michael Roth.

          In dem nun beginnenden Auswahlverfahren werden zunächst Experten der EU-Kommission alle Bewerberstandorte nach sechs Kriterien bewerten. Zu diesen gehören unter anderem die Arbeitsbedingungen, die Verkehrsanbindung, die bisherige Zahl der EU-Agenturen und die Möglichkeit eines schnellen und problemlosen Umzugs. Im November soll es dann im EU-Ministerrat eine geheime Wahl mit zu drei Abstimmungsrunden geben. Erst dann wird feststehen, ob Deutschland einen der Standorte bekommt.

          Dass sich sowohl Bonn als auch Frankfurt freuen können, ist ausgeschlossen. Eine der Verfahrensregeln besagt, dass ein Land höchstens einen der zu vergebenden Agentursitze bekommt.

          Quelle: rad./dpa

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