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Wechselkurse China sorgt für Debatte um den Yuan

21.06.2010 ·  Nach der Ankündigung einer flexibleren Währungspolitik lässt China den Yuan nur langsam aufwerten. Eine abrupte Neuausrichtung soll es der chinesischen Notenbank zufolge nicht geben.

Von Christian Geinitz und Patrick Welter, Peking/Washington
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China hat eine schrittweise Aufwertung seiner Landeswährung Yuan-Renminbi in Aussicht gestellt, versucht aber aus politischen Gründen, die Neuerung kleinzureden. Die Reform glättet die Wogen im Streit mit den Vereinigten Staaten, welche die chinesische Regierung am schärfsten zu einer Aufwertung drängen, und entspannt die Lage vor dem Treffen der 20 größten Volkswirtschaften (G 20) am Wochenende in Toronto.

Am Samstag hatte die chinesische Zentralbank zunächst angekündigt, „das Wechselkursregime weiter zu reformieren“ und seine „Flexibilität zu verbessern“. Daraus hatten Regierungen und Banken in der Welt das bevorstehende Ende der seit zwei Jahren bestehenden Bindung des Yuan an den amerikanischen Dollar herausgelesen und dies zumeist begrüßt. Am Sonntag stellte die Notenbank jedoch klar, eine abrupte Neuausrichtung werde es nicht geben. Der Kurs des Yuan sei nicht weit entfernt von einem angemessenen Wert.

Zurückhaltende Zufriedenheit in Amerika

Zuvor hatten Regierung und Währungshüter immer wieder versichert, an dem Wechselkursregime festzuhalten und sich weder von bilateralen Appellen noch von dem G-20-Treffen unter Druck setzen zu lassen. Nach drei Jahren flexibler Wechselkurse hatte China im Juli 2008 den Renminbi zum Kurs von 6,83 Yuan an den Dollar gekoppelt. Damit bezweckte man, den Export - den wichtigsten Wirtschaftstreiber - in der Krise zu stützen.

Hinter dem Zickzackkurs dürfte zum einen der Versuch stehen, den weiteren Zufluss spekulativen Kapitals zu begrenzen. Zum anderen will die chinesische Regierung das Gesicht wahren: Keinesfalls dürfe der Eindruck entstehen, man sei von Washington zu dem Schritt gedrängt worden, hieß es am Wochenende in Internetforen.

Ob die chinesische Zentralbank Ernst macht, erweist sich an diesem Montag, wenn sie ihren Referenzkurs zum Dollar bekanntgibt. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermutigte die chinesische Zentralbank die Landeswährung Yuan schrittweise zu flexibilisieren, um ein ausgeglichenes Wachstum in China und der Weltwirtschaft zu fördern, erklärte die EZB am Sonntag. Der Euro-Raum sei an einem starken und stabilen internationalen Finanzsystem interessiert. Auch die EU begrüßte den chinesischen Vorstoß. Eine Aufwertung sei „von Vorteil sowohl für die chinesische Wirtschaft als auch für die Weltwirtschaft“, teilte die Kommission mit.

In Amerika stieß die Ankündigung auf zurückhaltende Zufriedenheit. Präsident Barack Obama erklärte, die Entscheidung könne die Erholung sichern und zu einer ausgewogeneren Weltwirtschaft beitragen. Finanzminister Timothy Geithner warnte vor verfrühten Hoffnungen: „Dies ist ein wichtiger Schritt, aber der Test besteht darin, wie weit und wie schnell sie die Währung aufwerten lassen.“ Erst am Freitag hatte Obama in einem Brief an die Staats- und Regierungschef der G 20 hervorgehoben, dass marktbestimmte Wechselkurse für die Vitalität der Weltwirtschaft unerlässlich seien.

Angst um Arbeitsplätze

China lehnt es dagegen ab, dass der Yuan-Kurs Gegenstand der G-20-Gespräche wird. Genau dies zeichnete sich für Toronto ab. Denn die Staats- und Regierungschefs werden erstmals über Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds zu einer abgestimmten, der Erholung dienenden Wirtschaftspolitik beraten. Dazu gehöre eine Flexibilisierung des Yuan-Kurses.

Für Amerika hat sich die ruhige Diplomatie ausgezahlt. Im April hatte Geithner einen Währungsbericht bis auf die Zeit nach dem G-20-Gipeltreffen verschoben, um einem harschen Urteil über die Wechselkurspolitik Chinas auszuweichen und um Peking Zeit zu geben, den Wechselkurs zu flexibilisieren. Die Regierung steht im Kongress unter Druck, gegen Chinas Wechselkurspolitik vorzugehen. Dahinter steht die Angst, dass mit dem Handelsbilanzdefizit Arbeitsplätze verlorengehen. Die EU hatte sich zunächst ähnlich vehement geäußert wie Amerika. Seit der Euro gegenüber Dollar und Yuan stark an Wert eingebüßt hat, sind die Vorhaltungen aber leiser geworden.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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