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Warren Buffett „Die Fed ist der größte Hedgefonds der Geschichte“

Der berühmte Investor Warren Buffett vergleicht die amerikanische Notenbank mit einem spekulativen Hedgefonds. Zudem möchte er Ben Bernanke als Vorsitzenden der Fed behalten.

© AFP Warren Buffett

Der bekannte amerikanische Investor Warren Buffett hat die Notenbank der Vereinigten Staaten mit einem spekulativen Hedgefonds verglichen. „Die Fed ist der größte Hedgefonds der Geschichte“, sagte Buffett vor Studenten der Georgetown Universität in Washington. Buffett begründete das mit den hohen Erträgen der Federal Reserve, die in den vergangenen Jahren mit Anleihekäufen ihre Bilanz auf mehr als 3,7 Billionen Dollar ausgeweitet hat. Die Fed erwirtschafte „wahrscheinlich 80 Milliarden bis 90 Milliarden Dollar im Jahr“ für die Regierung, sagte Buffett nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Vor ein paar Jahren war das noch nicht der Fall.“

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Buffett empfahl in einem Fernseh-Interview, den Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke für weitere vier Jahre zu berufen. „Er mag gehen wollen, aber ich denke, dass er seit der Panik vor fünf Jahren eine großartige Arbeit gemacht hat“, sagte Buffett. Erwartet wird, dass die Fed-Vizevorsitzende Janet Yellen für Bernanke aufrücken wird. Buffett ist der Vorstandsvorsitzende der Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway, unter deren Dach sich mehr als achtzig Tochtergesellschaften befinden.

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Im vergangenen Jahr hatte die Fed einen Nettoüberschuss vor Ausschüttung von 90,1 Milliarden Dollar erzielt und davon 88,4 Milliarden Dollar an die Regierung überwiesen. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor der Krise. Der größte Anteil resultiert aus Zinseinkünften auf die Staatsanleihen und die Hypothekenpapiere staatlicher Immobilienfinanzierer, die die Zentralbank zur geldpolitischen Lockerung gekauft hat. Der Scheck an den Finanzminister ist so kein Zugewinn für den Staat: Im Kern gibt die Fed die Zinseinkünfte zurück, die sie zuvor vom Ministerium erhalten hat.

Erst am Mittwoch hatte die Fed weitgehend unerwartet entschieden, ihre Anleihekäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar im Monat vorerst nicht zu verringern. Buffett sieht die Notenbank nicht in Zugzwang, die lockere Geldpolitik schnell zu beenden. Die Fed stehe nicht unter dem geringsten Druck, „ihren Verschuldungsgrad abzubauen“, sagte der 83-Jährige den Studenten. Die Notenbank könne sich den Zeitpunkt aussuchen. Der Rückzug aus dem einzigartigen Ankaufprogramm berge jedoch unvorhergesehene Risiken. „Der Kauf von Wertpapieren ist normalerweise einfacher als der Verkauf“, sagte Buffett.

Mehr als 100 Milliarden Dollar Verlust im Jahr?

Parallelen zwischen der Federal Reserve und einem Hedgefonds erschließen sich nicht einfach. Hedgefonds sind Anlagevehikel für institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und reiche Privatanleger. Sie suchen mit unterschiedlichen Anlagestrategien in allen Marktlagen nach überdurchschnittlichen Renditen. In der Regel zeichnen sich Hedgefonds durch eine hohe Flexibilität und häufige Umschichtungen ihres Portfolios aus. Gerade das macht die Fed nicht, die nur Staatsanleihen und Hypothekenpapiere staatlicher Immobilienfinanzierer kauft. Im Gegenzug zu herkömmlichen Anlagefonds kann die Fed unbegrenzt Wertpapiere kaufen, weil sie Geld drucken kann und für ihre Anlagen kein Kapital aufnehmen muss.

Absehbar ist schon jetzt, dass die Fed in der Zukunft auf Verluste zusteuert, wenn sie Wertpapiere wieder verkaufen will. Mit steigenden Zinsen in der geldpolitischen Normalisierung wird der Wert der Anleihen sinken. Ökonomen der Fed schließen nicht aus, dass die Notenbank dann mehr als 100 Milliarden Dollar Verlust im Jahr realisieren muss. Diese wird sie nie offen ausweisen: Die Notenbank wird die Verluste gegen einen neuen Bilanzposten buchen, der Ansprüche auf künftige Zinseinkommen sammelt.

Quelle: F.A.Z.

 
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