http://www.faz.net/-gqe-75ll1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 08.01.2013, 19:14 Uhr

Warnhinweise Bahr will Schockfotos auf Zigarettenpäckchen

Die Europäische Kommission fordert Schockbilder auf Zigarettenpackungen. Jetzt findet der Vorschlag auch in der Bundesregierung Anklang: Gesundheitsminister Daniel Bahr unterstützt den Vorschlag offen.

von , Brüssel
© dpa Sollen abschrecken: Großflächige Warnungen und Fotos auf Zigarettenpackungen

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat sich offen für die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen neuen Regeln für großflächige Warnhinweise und Schockbilder aus Zigarettenpackungen gezeigt. Wenn solche Schockbilder einen Betrag dazu leisten könnten, die Zahl der Raucher weiter zu verringern, sei das gut, sagte Bahr am Dienstag in Brüssel.

Hendrik  Kafsack Folgen:

Dahinter müsse auch das hohe Gut der unternehmerischen Freiheit zurückstehen, das die Tabakindustrie gegen die Kommissionsvorschläge anführt. Es handele sich bei Zigaretten um gesundheitsgefährdende Produkte, sagte Bahr weiter.

„Rauchen tötet - jetzt aufhören“

Deshalb seien Eingriffe gerechtfertigt. Die Kommission müsse aber in der anstehenden Diskussion den Beleg dafür erbringen, dass Schockbilder wirklich geeignet sind, Menschen vom Rauchen abzubringen und somit die Kosten für das Gesundheitssystem zu senken.

Die Kommission hat Mitte Dezember vorgeschlagen, von 2016 an nur noch Zigarettenpackungen mit großflächigen Warnhinweisen und abschreckenden Abbildungen zu erlauben. Nach dem Vorschlag sollen Bilder von durch das Rauchen verursachten Krankheiten und Warnungen wie „Rauchen tötet - jetzt aufhören“ drei Viertel der Fläche von Vorder- und Rückseite der Verpackungen einnehmen.

Zusatzstoffe wie Menthol, die den Geschmack von Tabakwaren stark verändern, sollen verboten werden, weil diese vor allem jungen Menschen den Einstieg in das Rauchen erleichterten. In der Bundesregierung gibt es bisher noch keine abgestimmte Position zu den Vorschlägen.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kabinettsbeschluss Das Ende der Zigarettenwerbung

Ab Mai kommen Schockbilder auf die Zigarettenpackungen. Doch das geht der Politik nicht weit genug. Auch Plakat- und Kinowerbung soll verboten werden. Die Industrie protestiert. Mehr

20.04.2016, 08:09 Uhr | Wirtschaft
Flüchtlingskrise EU-Kommission legt Optionen für Reform des Asylsystems vor

Angesichts der Flüchtlingskrise will die EU-Kommission das Asylsystem vereinheitlichen. Ziel ist es, dass Menschen nicht mehr die oft lebensbedrohliche Reise Richtung Europa antreten. Mehr

06.04.2016, 16:40 Uhr | Politik
Visumfreiheit für Türkei Brüssel bremst die Notbremse aus

Die EU-Kommission lehnt den Vorschlag von Berlin und Paris zur Aushebelung der Visumfreiheit ab. Die türkische Drohung, das gesamte Abkommen platzen zu lassen, beeindruckt Frankreich keineswegs. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel und Michaela Wiegel, Paris

29.04.2016, 21:09 Uhr | Politik
Anschläge in Paris und Brüssel Polizei fasst mutmaßlichen Attentäter Abrini

Einer der Hauptverdächtigen der Anschläge von Paris und Brüssel ist belgischen Medienberichten zufolge gefasst. Bei dem festgenommenen 31-jährigen Belgier Mohammed Abrini handele es sich höchstwahrscheinlich um den gesuchten Mann mit Hut. Mehr

08.04.2016, 18:57 Uhr | Politik
Elzbieta Bienkowska EU-Kommissarin stellt Stahlbranche Staatshilfen in Aussicht

Im Gespräch mit der F.A.Z. äußert sich die Kommissarin für mehr Flexibilität bei den Beihilferegeln. Außerdem will sie China den Marktwirtschaftsstatus zuerkennen. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel

18.04.2016, 18:26 Uhr | Wirtschaft

Spanische Lust am Untergang

Von Leo Wieland, Madrid

Wenn Spanien Glück hat, gibt es in Madrid vielleicht im Herbst wieder eine Regierung. Die politische Lähmung setzt sich in wirtschaftliche um – obwohl sich bereits eine Linderung abgezeichnet hatte. Mehr 5 12


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Arm und reich vereint Ganz oben, ganz unten

Im Hochhaus leben alle soziale Schichten zusammen: oben der Millionär, unten der Habenichts. Und wenn es ums Geld geht, droht Stillstand. Ein Abbild der Gesellschaft. Ortstermin im Kölner Unicenter. Mehr Von Lisa Nienhaus 1

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“