http://www.faz.net/-gqe-75zry

Vorschlag aus Brüssel : Ein europäisches Lade-Netz für Elektroautos

  • Aktualisiert am

Strom tanken mit der Ladekarte Bild: dpa

Mit dem Elektroauto durch ganz Europa. Damit das funktioniert, will die EU-Kommission, dass alle Länder mehr Ladestationen installieren. Der deutsche Ladestecker soll europäischer Standard werden.

          Hunderttausende Ladestationen für Elektroautos sollen nach dem Willen der EU-Kommission in den nächsten Jahren in Europa entstehen. Entsprechende Pläne will EU-Verkehrskommissar Siim Kallas offenbar an diesem Donnerstag in Brüssel vorstellen. Die Initiative der Brüsseler Behörde enthält zudem konkrete Vorgaben für jedes EU-Land für Tankstellen für Erdgas und Wasserstoff bis zum Jahr 2020. All das soll den Verkehr in Europa weniger abhängig von Erdöl machen und den Umstieg auf klimafreundlichere Technologien erleichtern.

          Deutschland hat bereits heute mit 1937 Stationen nach Angaben der EU-Kommission die meisten Elektro-Tankstellen in Europa (Stand des Jahres 2011). Bis zum Jahr 2020 sollen daraus allein in Deutschland 150.000 Zapfstellen werden. Für deutsche Elektro-Tanker gibt es zudem gute Nachrichten: Der hierzulande gebräuchliche Ladestecker soll zum europäischen Standard werden.

          Zapfstellen im Abstand von 400 Kilometern

          Auch Erdgas-Fahrer sollen mobiler werden. Sie sollen demnächst höchstens 150 Kilometer bis zur nächsten Zapfsäule fahren müssen. Dies könnte den Anteil von Erdgas-Wagen an der europäischen Flotte von derzeit 0,5 auf 5 Prozent bis zum Jahr 2020 steigern, meint die EU-Kommission. In Deutschland gebe es heute knapp 840 Tankstellen - das ist viel im europäischen Vergleich.

          Derzeit kränkelt der Markt für grüne Antriebsformen vor allem an mangelnder Infrastruktur, meint Verkehrskommissar Kallas. So gebe es in ganz Europa nur 38 Füllstationen für Flüssiggas. Zapfstellen sollen nun entlang wichtiger Routen im Abstand von höchstens 400 Kilometern entstehen. Vor allem Schiffe und Lastwagen nutzen den Stoff nach Angaben der Brüsseler Behörde zum Betrieb. Schiffe sollen bis 2020 in den wichtigen europäischen Häfen Flüssiggas tanken können. Das geht laut Kommission bisher nur in einem schwedischen Seehafen.

          Gemeinsame Standards für Wasserstofftankstellen

          Für Wasserstofftankstellen sollen die EU-Länder gemeinsame Standards entwickeln. Vorschläge für Biokraftstoffe macht die EU-Kommission übrigens nicht, weil diese keine spezielle Infrastruktur benötigen.

          Die Brüsseler Behörde ist überzeugt, dass sich ihr Vorschlag trotz der geschätzten Gesamtkosten von 10,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 unterm Strich rentiert. Allein durch geringere Ölimporte ließe sich 2,3 Milliarden Euro pro Jahr bis zum Jahr 2030 sparen.

          Zahlen für den Ausbau sollen nach Vorstellungen der Kommission ohnehin private Investoren. Ein Experte erklärte, so könnten die Behörden zum Beispiel bei der Vergabe von Bauaufträgen verlangen, dass Parkhäuser oder Raststätten Elektro-Tankstellen oder ähnliche Anlagen enthalten.

          Quelle: DPA

          Weitere Themen

          Das brisante Paradoxon des Kobalts

          Kampf um Rohstoffe : Das brisante Paradoxon des Kobalts

          Den Rohstoff braucht man für Batterien in umweltfreundlichen Elektroautos. Doch ausgegraben wird Kobalt im Kongo zum Teil von Kinderhand – und verarbeitet in China in umweltbelastenden Raffinerien.

          Kurz: EU muss sparsamer werden

          Österreichs Kanzler : Kurz: EU muss sparsamer werden

          Am Mittwoch reist Sebastian Kurz zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Im F.A.Z.-Gespräch äußert sich Österreichs Kanzler skeptisch zum Eurozonen-Budget – und plädiert für einen stärkeren Schutz der EU-Außengrenzen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.