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Volksabstimmung : Schweizer lehnen Gehaltsbremse ab

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Dann doch kein Ja zum Nein Bild: dpa

In der Schweiz werden Managergehälter nicht begrenzt. Nach einer ersten Hochrechnung lehnten am Sonntag zwei Drittel der Wähler die Initiative ab.

          Die Schweizer haben am Sonntag eine Begrenzung von Managergehältern beim höchstens Zwölffachen eines einfachen Arbeiterlohns abgelehnt. Die sogenannte 1:12-Initiative der Jungsozialisten ist bei der entsprechenden Volksabstimmung durchgefallen. Nach einer Hochrechnung des Schweizer Fernsehens lehnten am Sonntag 66 Prozent der Wähler die Volksinitiative ab. Ausgezählt waren zu diesem Zeitpunkt 18 der insgesamt 26 Kantone. Da der Vorschlag in einer Mehrheit der Kantone durchgefallen ist, steht das Ergebnis damit fest.. Unterstützt worden war die Kampagne von den Gewerkschaften.

          Initiatoren enttäuscht

          „Das ist eine wichtige Entscheidung für den Wirtschaftsstandort Schweiz“, sagte Valentin Vogt vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. „Das Volk hat sich klar entschieden, dass es nicht Sache des Staates ist, die Löhne zu bestimmen.“ Die Befürworter sprachen von einem starken Signal gegen überzogene Gehälter: „Heute wagte es niemand mehr in der Schweizer Politik zu sagen, Millionensaläre seien gerechtfertigt“, sagte Juso-Chef David Roth der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind enttäuscht von diesem Resultat.“

          Er warf den Gegnern der Initiative vor, das „Nein“ mit einer Kampagne der Angstmacherei durchgesetzt zu haben. Die Wirtschaftsverbände hatten erklärt, im Falle einer Annahme der Initiative könnten sich große Konzerne aus der Schweiz zurückziehen, was zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen würde.

          2014 Entscheidung über Mindestlohn

          Im März hatten sich zwei Drittel der Schweizer für die „Volksinitiative gegen die Abzockerei“ ausgesprochen. Danach sollen hohe Abfindungen oder Begrüßungsmillionen Nach Berechnungen von Gewerkschaften verdienen Chefs von Schweizer Konzernen bis zum 260-Fachen eines einfachen Angestellten. Solche Zahlen heizten den Volkszorn an und brachten dem anfänglich belächelten Juso-Vorschlag auch bei vielen bürgerlichen Wählern Sympathie ein. Doch eine Mehrheit befürchtete, dass der Vorschlag der Wirtschaft des Landes schaden könnte. Vor acht Monaten hatten noch 68 Prozent der Schweizer Wähler der „Volksinitiative gegen die Abzockerei“ des Kleinunternehmers Thomas Minder zugestimmt, die die Hoheit über die Saläre von Verwaltungsräten und Geschäftsführung börsennotierter Unternehmen in die Hände der Aktionäre gelegt hatte.

          2014 dürfen die Schweizer an der Stimmurne über die Einführung eines landesweiten Mindestlohns entscheiden: Die Gewerkschaften verlangen umgerechnet 18,50 Euro pro Stunde - zehn Euro mehr als der Mindestlohn, der nach dem Willen der SPD nun in Deutschland vorgeschrieben werden soll.

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