14.12.2007 · Die Stadt Hagen wollte mit Hilfe der Deutschen Bank die Zinszahlungen drücken. Jetzt drohen ihr Millionenverluste aus Spekulationsgeschäften. Eine Klage soll den Schaden minimieren.
Die Stadt Hagen will wegen eines befürchteten 50-Millionen-Euro-Verlustes aus riskanten Spekulationsgeschäften die Deutsche Bank verklagen. Dies habe der Stadtrat entschieden, berichtete Sprecher Thomas Bleicher am Freitag im westfälischen Hagen. Verhandlungen mit der Bank hätten zuvor zu keinem Erfolg geführt.
Die Stadt wirft dem Geldinstitut vor, sie nicht ausreichend über die Risiken des Geschäfts beraten zu haben. Mit der Klage solle nun der mögliche Schaden von rund 50 Millionen Euro deutlich minimiert werden. Hagen drückt derzeit eine Schuldenlast von rund 850 Millionen Euro.“Wir haben umfangreich beraten und ausführlich auf alle Chancen und Risiken der Geschäfte hingewiesen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Weitere Angaben machte er nicht.
Riskante Wettgeschäfte
Die Stadt vereinbarte mit der Deutschen Bank zur Verringerung von Zinszahlungen für langfristige Kredite sogenannte Swap-Geschäfte. Dabei werden feste Zinssätze für Kredite gegen variable getauscht oder langfristige gegen kurzfristige. So können Investoren Geld gewinnen oder verlieren, je nachdem wie sich das Verhältnis der Zinshöhe bei kurzfristigen und langfristigen Anleihen entwickelt.
Beim Vertragsabschluss im Frühjahr 2005 hatte Hagen darauf gesetzt, durch die mit Wetten vergleichbaren Geschäfte die Zinszahlungen für Kredite mit einem Volumen von insgesamt 170 Millionen Euro deutlich verringern zu können. Die Zinsentwicklung lief jedoch anders als erhofft. Im Juni vereinbarte die Stadt mit der Bank nachträglich eine Verlustobergrenze. Demnach kann der Gesamtverlust aus den bis 2010 laufenden Geschäften nun rund 50 Millionen Euro nicht mehr überschreiten.
Gegen die Deutsche Bank sind wegen ähnlicher Geschäfte bereits mehrere Klagen von Kommunen und Unternehmen anhängig. So fordert etwa in Würzburg die kommunale Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) nach Millionenverlusten 2,6 Millionen Euro Schadensersatz.
Wer keine Ahnung hat, soll es einfach lassen !
Chris Heidrich (Rockwilder1979)
- 14.12.2007, 16:37 Uhr
Macht und Verantwortung passen nicht zusammen !
Andreas Klenke (ak95630)
- 14.12.2007, 16:51 Uhr
Wette?
Dieter Kahlmann (DKEH)
- 14.12.2007, 18:08 Uhr
Wenn man...
Jens Leschmann (SV-Leschmann)
- 14.12.2007, 18:40 Uhr
SWAP, was ist das?
Fabian Kauczok (ThePeasant)
- 14.12.2007, 20:04 Uhr
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