Home
http://www.faz.net/-gqe-75ey8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Versorger Bolivien verstaatlicht Tochterfirmen von spanischem Energiekonzern

Bolivien verstaatlicht vier Tochtergesellschaften des spanischen Energiekonzerns Iberdrola. Damit solle die Versorgung in ländlichen Gebieten verbessert werden, sagte Boliviens Präsident Evo Morales.

© REUTERS Bolivianische Polizisten besetzen die Netzbetreiber Electropaz und Elfeo

Boliviens Präsident Evo Morales hat vier Tochterunternehmen des spanischen Energiekonzerns Iberdrola verstaatlicht. Mit der Übernahme der Stromversorger Electropaz und Elfeo und Eldeser sowie des  Verwaltungskonzers Cadeb wolle der Staat für eine „gerechte“ Energieversorgung in den Regionen La Paz und Oruro sorgen, teilte Morales am Samstag in La Paz mit.

Soldaten bezogen vor dem Gelände der Unternehmen Stellung und hängten Schilder mit der Aufschrift „Verstaatlicht“ auf. Er sei zu dem Schritt gezwungen worden, um die Strompreise stabil zu halten, begründete der Präsident sein Vorgehen.

Die spanische Regierung bedauerte die Entscheidung und rief zu einer angemessenen Bewertung der betroffenen Unternehmen auf, um eine gerechte Entschädigung der Anteilseigner zu gewährleisten. Morales’ Erlass zufolge soll Iberdrola binnen 180 Tagen entschädigt werden. Der Konzern war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seit seinem Amtsantritt 2006 hat Morales mehrfach Unternehmen verstaatlicht. In einem ersten Schwung holte er die Ölindustrie unter die Fittiche des Staates. 2009 folgte der größte Telefonanbieter des Landes, der zuvor vom spanischen Konzern ETI kontrolliert wurde. Im folgenden Jahr verstaatlichte er die vier größten Stromproduzenten. Zuletzt hatte er im Mai den größten Netzbetreiber Transportadora de Electricidad verstaatlicht, der zum spanischen Konzern Red Electrica gehörte.

Kurz davor hatte Argentinien die Enteignung einer Tochter des spanischen Ölkonzerns Repsol angekündigt und damit den Zorn der ehemaligen Kolonialmacht auf sich gezogen.

Quelle: DAPD, Reuters

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abwertung des Yuan Den Chinesen wird der Luxus zu teuer

Das Reich der Mitte ist seit Jahren der größte Absatzmarkt deutscher Fahrzeughersteller. Doch nach dem Börsencrash haben viele Menschen dort kein Geld mehr für ein Fahrzeug. Mehr Von Henning Peitsmeier

25.08.2015, 09:26 Uhr | Wirtschaft
Bolivien-Besuch Papst bittet Amerikas Ureinwohner um Vergebung

Seinen Besuch in Bolivien nutzt Papst Franziskus für eine historische Geste der Entschuldigung: Bei den Ureinwohnern bittet er um Vergebung für Verbrechen der katholischen Kirche in der Kolonialzeit. Mehr

10.07.2015, 17:55 Uhr | Aktuell
Privatisierungen Fraport darf griechische Flughäfen betreiben

Rhodos, Korfu und Mykonos: Insgesamt 14 griechische Flughäfen will der Frankfurter Fraport-Konzern betreiben. Es geht um 20 Millionen zusätzliche Passagiere im Jahr. Mehr

18.08.2015, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Fußball-Weltverband Maradona will angeblich Fifa-Präsident werden

Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona will angeblich für das Präsidenten-Amt beim Weltverband Fifa kandidieren. Das hat jedenfalls der uruguayische Journalist Victor Hugo Morales berichtet, der zusammen mit Maradona eine Fußball-Sendung moderiert. Mehr

22.06.2015, 16:04 Uhr | Sport
Konzert in Iran Teheran will Barenboim-Auftritt nicht zulassen

Ein Konzert in Teheran sollte ein Zeichen der Annäherung zwischen Deutschland und Iran setzen. Doch der Dirigent Daniel Barenboim ist als Israeli nicht willkommen. Mehr

29.08.2015, 16:42 Uhr | Feuilleton

Veröffentlicht: 30.12.2012, 12:15 Uhr

Chinas Krise ist echt kapitalistisch

Von Lena Schipper

Die Börsen-Krise in China zeigt die Schwächen des wirtschaftlichen Systems in China. Eines ist jedoch sicher: Den Regeln der Finanzmärkte muss sich China unterwerfen. Mehr 9 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Microsoft wächst langsamer als die Konkurrenz

Für Microsoft gab es in dieser Woche Grund zum Feiern. Doch nachdem Apple Microsoft beim Umsatz längst überflügelt hat, kommt nun auch Google näher ran. Mehr 1