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Versorger Bolivien verstaatlicht Tochterfirmen von spanischem Energiekonzern

 ·  Bolivien verstaatlicht vier Tochtergesellschaften des spanischen Energiekonzerns Iberdrola. Damit solle die Versorgung in ländlichen Gebieten verbessert werden, sagte Boliviens Präsident Evo Morales.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (8)
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Torsten Klier

Die Vorredner haben Recht. Verstaatlichen ist die Lösung

Zumal wir in Deutschland ja schon sehr gute Erfahrungen damit haben. Man denke nur an die Werke von DKW in Zwickau und BMW in Eisenach. Bis 1945 haben die nichts auf die Reihe gekriegt - aber danach aufgeblüht. Die Trabanten und Wartburgs waren so beliebt, dass die Menschen länger aus zehn Jahre Wartezeit in Kauf genommen haben um so ein Superfahrzeug zu kriegen.
Lasst und enteignen - dann wird es wieder so schön wie in der DDR.

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Lukas Branach

Endlich!

Eine tolle Entscheidung, die ich absolut verteidige. In Frankreich hat ein Dorf mal die Wasserversorgung privatisiert. Der Betreiber erhöhte danach ständig die Preise, bis sie irgendwann unterträglich hoch wurden (die Aktionäre wollten ihre Rendite).
Konsequenz: der Bürgermeister wurde abgewählt u. der Neue machte alles rückgängig. Wieder in öffentlicher Hand sanken die Kosten für Wartung u. Instandhaltung. Deshalb gingen die Wasserpreise auch wieder nach unten. Logisch, denn man nimmt nur soviel Geld, um die Kosten zu decken u. nicht um Shareholder schnell reich zu machen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 16:26 Uhr
Martin Günther

Das passiert...

...wenn man eine Privatisierung schlampig durchführt.

Wenn eine Wasserversorgung als Monopol organisiert ist, muss man bei der Privatisierung klare Vorgaben über Preise und Qualität machen, sonst ist es nur natürlich, dass der Inhaber des Monopols seine Marktmacht ausnutzt.

So etwas gehört in die Ausschreibungsbedingungen - und dann müssen sich Anbieter bewerben, die bereit sind, diese Vorgaben einzuhalten. Und wenn man's richtig macht - und nicht, wie in Berlin geschehen, die Vertragsunterlagen zum Staatsgeheimnis erklärt - kommt eine Win-Win-Situation heraus.

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Werner Laude

Verstaatlichen.. finde ich gut

Hier bei uns zb., die Telekom..
Endlich wieder graue Einheits-Telefone, elfenbein gegen Aufpreis. Eine Minute Auslandsgespräch kostet 5.-. Wartezeit für einen Anschluss 6 Monate. Mobil nur für Staatsbedienstete und Funktionäre. Datendurchleitung(Internet) nur für Staatsunternehmen und relevante Großunternehmen. Alle mittlerweilen dann 350 000 Telekomiker verbeamtet. Waren das tolle Zeiten. Ich will das wiederhaben.

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Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 30.12.2012 14:48 Uhr

Bolivien verstaatlicht, Argentinien verstaatlicht, Venezula verstaatlicht, und wer folgt dann?

Die bisherigen Verstaatlichungen ausländischer Investments haben m.W. bisher keine Früchte für die Bevölkerung ebracht. Argentinen hat eine gegenwärtige Inflationsrate von mittlerweile über 25%, ein Urlaub in diesem Land ist teurer als in den USA und Europa, die nationalen Produkte sind wegen Importrestriktionen auf ein irrsinniges Preisniveau gestiegen, eine Mangelversorgung macht sich bemerkbar, die Arbeitslosigkeit nimmt zu und der Normalbürger kommt mit seinem Geld nicht mehr über die Runden. Wer investiert noch in solchen Ländern? Ohne Investitionen keine Arbeit, das können auch Verstaatlichungen nicht ändern.

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Heino Grenzmann

Richtig so!!!

Ich bin in keinster Weise für ein rein sozialistischen Staat, aber die Bodenschätze und die Infrastruktur eines Landes gehören nun einmal in die Hände der ganzen Bevölkerung.
Mein Respekt an Bolivien, einen Evo Morales würde ich mir für uns Volk auch wünschen. Der würde uns sehr wahrscheinlich als erstes aus den Fängen des Finanz- und Euroregime befreien.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 15:53 Uhr
Martin Günther

Eben nicht!

Die Teilhabe der Bevölkerung an den Bodenschätzen regelt man über die Bedingungen der Vergabe von Schürfkonzessionen - nicht über eine Verstaatlichung des Bergbauunternehmens. Damit zeigt man der Welt nur, wie wenig man von Rechtssicherheit im eigenen Land hält - und von Investoren, die darauf vertraut haben.

Ein Evo Morales in Deutschland wäre etwas links von Frau Nahles angesiedelt - und in einer Regierung stets damit beschäftigt, mit einem bürokratischen Willkürakt die hässlichsten Folgen seiner letzten bürokratischen Willkürakte zu beseitigen.

Länger als ein paar Jahre hält das nur durch, wer die Ölreserven von Venezuela oder den kubanischen Repressionsapparat zu seiner persönlichen Verfügung hat.

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Torsten Klier

Evo hat noch mehr verstaatlicht

Die Firma South American Silver zum Beispiel.
Nicht verstaatlicht hat er die Firma Jindal Steel. Die haben ich nämlich aus Bolivien verzogen, weil der Staat nicht garantieren wollte, Jindal nicht zu enteignen.

Daran sollte jeder denken, wenn das Staatsfernsehen wieder mal zeigt, unter welch unsäglichen Bedingungen die Leute in Bolivien arbeiten müssen, weil die pösen Kapitalisten dort nicht investieren wollen.

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30.12.2012, 12:15 Uhr

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