Home
http://www.faz.net/-gqe-78ip8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Vermögensvergleich Merkel: Deutsche sind reicher als EZB-Umfrage andeutet

Die EZB hat eine brisante Umfrage veröffentlicht, nach der Zyprer, Italiener und Spanier vermögender sind als Deutsche. Die Kanzlerin sagt nun, dass die Ergebnisse verzerrt sind.

© dpa Regieren sie wirklich das Armenhaus Europas? Angela Merkel (r.) und Finanzminister Wolfgang Schäuble

Die Deutschen sind nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel reicher als sich aus einer brisanten Vermögensvergleichs-Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) andeutet. Merkel bezeichnete das Ergebnis der Studie als verzerrend. „Rein statistisch sind Länder wie Spanien, Zypern oder Griechenland pro Haushalt reicher als wir“, sagte sie in der „Bild“-Zeitung.

„Aber Vorsicht: Die Statistik ist verzerrt.“ So hätten in den südlichen Euro-Staaten viel mehr Menschen Häuser und Wohnungen als Altersvorsorge. „In Deutschland dagegen gibt es starke gesetzliche und betriebliche Rentensysteme. Die hohen Rentenansprüche der Deutschen aber sind in dieser Vermögensstatistik nicht enthalten, ebenso wenig Immobilien oder Vermögen, das Deutsche im Ausland haben“, sagte Merkel. „Deshalb sehen die Durchschnittsvermögen der Deutschen kleiner aus als sie sind.“

Mehr zum Thema

Zumindest in der Konzeption der Umfrage und den Fragen waren allerdings die Vermögen der Deutschen im Ausland mit berücksichtigt. Die europäischen Notenbanken haben im Auftrag der EZB im Jahr 2010 (in Spanien im Jahr 2008) Umfragen durchgeführt unter Tausenden Haushalten. Bei dem Vergleich wurde das Haushaltsvermögen mit dem sogenannten Median  berechnet. Dabei handelt es sich um einen Mittelwert, der aber auf  andere Weise ermittelt wird als der herkömmliche Durchschnittswert,  das arithmetische Mittel.

Um den Median zu ermitteln werden Haushalte nach ihrem Vermögen aufgereiht, der Medianwert liegt dann genau in der Mitte - es gibt ebenso viele reichere wie ärmere Haushalte. Der Median der gemachten Angaben ergab für die Deutschen ein Nettovermögen in Höhe von 51.400 Euro, für Österreicher eines von 76.400 Euro. Im gerade erst vor der Staatspleite geretteten Zypern sagten die Menschen aus, im Mittel über ein Nettovermögen  von 266.900 Euro zu verfügen, in Italien von 173.500 Euro und in Spanien von 182.700 Euro. Die Durchschnittsvermögen liegen näher beieinander.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ab sofort im E-Paper lesen Kommt mit Tsakalatos der Schuldenerlass?

Im E-Paper der F.A.Z. von morgen finden Sie Hintergründe, Meinungen und besondere Geschichten. Mehr

02.07.2015, 19:51 Uhr | Aktuell
SwissLeaks So hat die HSBC Geld gewaschen und Steuern hinterzogen

Unter dem Namen SwissLeaks sind spektakuläre Vorwürfe gegen die Schweizer Tochter der britischen Bank HSBC bekannt geworden: Systematische Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Geldwäsche.Es geht um Vermögen von mehr als 100 Milliarden Euro. Wie die Bank das gemacht hat... Mehr

25.02.2015, 10:44 Uhr | Wirtschaft
Was Sie heute erwartet Uns steht ein heißes Wochenende bevor

In Berlin drängen SPD und die Opposition Kanzlerin Angela Merkel angesichts der neusten Enthüllungen in der NSA-Affäre zu mehr Anstrengungen für umfassende Aufklärung. Mehr

03.07.2015, 07:06 Uhr | Wirtschaft
Mit Hollande und Rajoy Merkel besucht Absturzstelle

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sind mit einem Hubschrauber im französischen Seyne-les-Alpes eingetroffen, um sich ein Bild von der Absturzstelle der Germanwings-Maschine zu machen. Mehr

27.03.2015, 14:19 Uhr | Gesellschaft
TV-Kritik: Jauch und Illner Jetzt ziehen wir den Stecker!

Griechenland sagt Nein. Und was macht das deutsche Fernsehen? Es bespricht in aller Ruhe eine dunkle historische Stunde. Deren Folgen können für ganz Europa gewaltig sein. Mehr Von Frank Lübberding und Michael Hanfeld

06.07.2015, 07:22 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.04.2013, 12:39 Uhr

Unnötige Muskelspiele

Von Helmut Bünder, Bonn

Das Ergebnis des Post-Tarifstreits ist umso verheerender, als es in Deutschland wenige Konzerne gibt, die gewerkschaftlich so gut organisiert. Ein Beispiel für andere? Mehr 0


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden