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Vermögensvergleich : Merkel: Deutsche sind reicher als EZB-Umfrage andeutet

  • Aktualisiert am

Regieren sie wirklich das Armenhaus Europas? Angela Merkel (r.) und Finanzminister Wolfgang Schäuble Bild: dpa

Die EZB hat eine brisante Umfrage veröffentlicht, nach der Zyprer, Italiener und Spanier vermögender sind als Deutsche. Die Kanzlerin sagt nun, dass die Ergebnisse verzerrt sind.

          Die Deutschen sind nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel reicher als sich aus einer brisanten Vermögensvergleichs-Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) andeutet. Merkel bezeichnete das Ergebnis der Studie als verzerrend. „Rein statistisch sind Länder wie Spanien, Zypern oder Griechenland pro Haushalt reicher als wir“, sagte sie in der „Bild“-Zeitung.

          „Aber Vorsicht: Die Statistik ist verzerrt.“ So hätten in den südlichen Euro-Staaten viel mehr Menschen Häuser und Wohnungen als Altersvorsorge. „In Deutschland dagegen gibt es starke gesetzliche und betriebliche Rentensysteme. Die hohen Rentenansprüche der Deutschen aber sind in dieser Vermögensstatistik nicht enthalten, ebenso wenig Immobilien oder Vermögen, das Deutsche im Ausland haben“, sagte Merkel. „Deshalb sehen die Durchschnittsvermögen der Deutschen kleiner aus als sie sind.“

          Zumindest in der Konzeption der Umfrage und den Fragen waren allerdings die Vermögen der Deutschen im Ausland mit berücksichtigt. Die europäischen Notenbanken haben im Auftrag der EZB im Jahr 2010 (in Spanien im Jahr 2008) Umfragen durchgeführt unter Tausenden Haushalten. Bei dem Vergleich wurde das Haushaltsvermögen mit dem sogenannten Median  berechnet. Dabei handelt es sich um einen Mittelwert, der aber auf  andere Weise ermittelt wird als der herkömmliche Durchschnittswert,  das arithmetische Mittel.

          Um den Median zu ermitteln werden Haushalte nach ihrem Vermögen aufgereiht, der Medianwert liegt dann genau in der Mitte - es gibt ebenso viele reichere wie ärmere Haushalte. Der Median der gemachten Angaben ergab für die Deutschen ein Nettovermögen in Höhe von 51.400 Euro, für Österreicher eines von 76.400 Euro. Im gerade erst vor der Staatspleite geretteten Zypern sagten die Menschen aus, im Mittel über ein Nettovermögen  von 266.900 Euro zu verfügen, in Italien von 173.500 Euro und in Spanien von 182.700 Euro. Die Durchschnittsvermögen liegen näher beieinander.

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