Abgeordnete des amerikanischen Kongresses planen härtere Regeln für Importe von Spielzeug in die Vereinigten Staaten. Nach dem Rückruf von Halloween-Artikeln wegen vermutlich zu hohen Bleigehalts könne ein entsprechendes Gesetz schon in den nächsten Tagen in das amerikanische Parlament eingebracht werden, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe des Repräsentantenhauses für Handel und Verbraucherschutz, Bobby Rush, am Dienstagabend in Washington.
Die Regelung sieht nach Angaben aus Kongresskreisen vor, Blei in Kinderspielzeug komplett zu verbieten. Zudem soll das Gesetz verpflichtende Tests durch unabhängige Labore vorschreiben. Nicht getestete oder durchgefallene Produkte sollen nicht verkauft werden dürfen. Kinder sind durch Umweltgifte besonders gefährdet. Schadstoffe gelangen aufgrund des unausgereiften, aber höheren Stoffwechsels leichter aus Magen und Darm in den übrigen Körper. Blei zum Beispiel kann dabei die Entfaltung der intellektuellen Leistungsfähigkeit erheblich einschränken (siehe auch: Schadstoffbelastung bei Kindern: Wehren können sie sich nicht).
Verbraucherbehörde gerät in die Kritik
Angesichts der wiederholten Rückrufe von chinesischen Importwaren steht auch die Kommission für Verbrauchersicherheit (CPSC) zunehmend in der Kritik. Eine Expertenkommission kritisierte in einem Bericht, die Behörde verfüge nicht über ausreichend qualifizierte Mitarbeiter, um alle importierten Artikel zu kontrollieren.
Die amerikanische Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi von den oppositionellen Demokraten forderte den Rücktritt von CPSC-Präsidentin Nancy Nord. Diese hatte der amerikanische Präsident George Bush ernannt und sichbislang jeder Gesetzgebung widersetzt, die die Arbeit ihrer Kommission regeln sollte.
Kein Blei in Spielzeug
In den Vereinigten Staaten wurden seit August mehr als 21 Millionen in China hergestellte Spielzeuge und andere Produkte wegen zu hohen Bleigehaltes zurückgerufen. In dem Land ist es seit 1978 verboten, Blei in Farben für Spielzeuge zu mischen. Das Metall ist in höherer Konzentration giftig und kann bei Kindern zu Entwicklungs- und Verhaltensstörungen führen.
China hatte sich Anfang September zum Verzicht auf Bleibeimischungen auf Spielzeug erklärt, das in die Vereinigten Staaten exportiert wird. 80 Prozent der in Amerika verkauften Spielwaren stammen aus der Volksrepublik. Auch Europa importiert eine große Menge Spielzeug aus China. Die EU-Kommission plant ein völliges Verbot gefährlicher Stoffe in Spielwaren (siehe auch: EU-Parlament will gefährlicher Chemikalien in Spielsachen verbieten).
Wirkliche Gefahr
Dr. Andreas Frick (Hephaistos)
- 31.10.2007, 15:48 Uhr
Blei-Exporte der USA nach Irak stoppen - da tödlich
gerd posywio (hammer22)
- 31.10.2007, 16:12 Uhr
