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Vereinigte Staaten Amerikas teurer Kampf gegen illegale Zuwanderer

 ·  In den vergangenen Jahren ist die Zahl der illegalen Einwanderer gesunken - doch das lag eher an der Wirtschaftskrise als am aufwendigen Grenzschutz. Die Wirtschaft dringt nun auf leichteren Zugang für Fachkräfte.

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© AFP Vergrößern Einbürgerungsfeier: Das berühmte „We the people“ der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ziert die Wand

Die Vereinigten Staaten diskutieren ein offeneres Einwanderungsrecht und einen Weg zur Staatsbürgerschaft für die illegalen Einwanderer im Lande - und die Vorschläge klingen, als ob es weniger um Öffnung, sondern eher um Abschreckung geht. Sowohl in den im Kongress kursierenden Ideen wie auch im Plan von Präsident Barack Obama steht die Stärkung der Grenzkontrollen im Vordergrund.

Obama will gegen Unternehmen, die illegale Immigranten beschäftigen, hart durchgreifen. Unter anderem dringt er auf eine elektronische Erfassung aller Arbeitnehmer, um Illegale aufspüren zu können. Schon jetzt weist seine Regierung im Monatsdurchschnitt mehr illegale Immigranten aus als die Vorgängerregierung von George W. Bush. Allein 2011 wurden fast 400.000 Illegale abgeschoben. Dem stehen geschätzt rund 11 Millionen illegale Immigranten in den Vereinigten Staaten gegenüber, von denen mehr als 7 Millionen arbeiten sollen.

Ein Vierzigjahrestief

Ökonomen warnen, dass alle Bemühungen um eine Kontrolle der Grenzen vergeblich seien, wenn das Einwanderungsrecht gerade Mexikanern und Südamerikanern nicht einfache Möglichkeiten zur Arbeit in den Vereinigten Staaten biete. „Ohne ein umfassendes und unbürokratisches Gastarbeiterprogramm wird sich die illegale Einwanderung nicht eindämmen lassen“, sagt Alex Nowrasteh vom Cato-Institut in Washington. Davon profitierten vor allem Landwirte, die saisonal viele Mexikaner beschäftigen. Nowrasteh verweist auf das Bracero-Gastarbeiterprogramm in den fünfziger Jahren. Seit das Programm 1964 endete, stieg die Zahl der beim illegalen Grenzübertritt Erfassten schnell in die Höhe.

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© AP Vergrößern Ein Mexikaner schaut mit seinem Sohn über die Grenze nach San Diego in den Vereinigten Staaten.

Seit den neunziger Jahren haben die Vereinigten Staaten die Anstrengungen zur Grenzsicherung drastisch verstärkt. Seit 2000 wurde die Zahl der Grenzschutzbeamten auf fast 21.000 mehr als verdoppelt und das Budget allein der Grenzschutzbehörde auf mehr als 3,5 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. Neuerdings sind unbemannte Flugdrohnen an der Grenze im Einsatz, große Teile der Grenze nach Mexiko sind mit Zäunen abgesperrt.

Die Zahl der beim illegalen Grenzübertritt Erfassten ist im vergangenen Jahrzehnt drastisch gesunken. Auf dem Höhepunkt 2000 waren es fast 1,7 Millionen Personen, im Fiskaljahr 2011 nur noch 340.000 - das ist ein Vierzigjahrestief. Nach einer Faustregel erwischen die Grenzbeamten rund 40 Prozent aller illegalen Grenzgänger. Danach wären 2011 rund 500.000 Migranten ohne Erlaubnis nach Nordamerika eingewandert - mehr, als ausgewiesen wurden.

Zahl der Todesopfer beim Grenzübertritt deutlich gestiegen

Offen ist, ob der Rückgang der Zahl der illegalen Einwanderer, verglichen mit 2000, auf den verschärften Grenzkontrollen beruht. Die Zahl der aufgegriffenen Illegalen schwankt mit der Konjunktur. Wissenschaftler wie Raúl Hinojosa-Ojeda von der Universität von Kalifornien in Los Angeles begründen den jüngsten Rückgang der illegalen Immigration eher mit der Wirtschaftskrise. Dafür spricht, dass die Zahl der Grenzgänger zuletzt wieder stieg. 2012, als es erkennbare Fortschritte am Arbeitsmarkt gab, wurden an der mexikanischen Grenze zum ersten Mal seit Jahren mit 357.000 wieder mehr Illegale aufgegriffen. Das Plus betrug 9 Prozent zum Vorjahr.

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