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Urabstimmung : Gebäudereiniger stimmen für Streik

  • Aktualisiert am

Scheiben putzen: Gebäudereiniger auf dem gläsernen Dach eines Hochhauses in Dresden Bild: dpa

Seit Januar laufen die Tarifgespräche bei den Gebäudereinigern. Bisher ohne Ergebnis. Ende September ist der Tarifvertrag ausgelaufen, Unternehmen sind damit beim Abschluss neuer Arbeitsverträge nicht mehr an die Regelung gebunden. Jetzt stehen Streiks vor der Tür.

          Im Tarifkonflikt für die rund 860.000 Gebäudereiniger in Deutschland stehen Streiks vor der Tür. In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) votierte eine Mehrheit von 96,7 Prozent für unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen. Zur Zahl der abgegebenen Stimmen wollte die Gewerkschaft keine Angaben machen.

          Die ersten Streiks in ausgewählten Betrieben in ganz Deutschland sollen am kommenden Dienstag um 0.00 Uhr beginnen. Die Arbeitgeber hätten noch bis Montagnacht eine „letzte Chance“, mit einem „deutlich verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte der IG-Bau-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel.

          „Sauberkeit hat ihren Preis“

          Die IG Bau verlangt 8,7 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit, die Arbeitgeberseite hatte drei Prozent bei 21 Monaten Laufzeit geboten. Neben höheren Löhnen fordert die Gewerkschaft auch eine schrittweise Angleichung der Ost- an die Westlöhne sowie eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung.

          Die seit Januar laufenden Tarifgespräche hatten in sechs Verhandlungsrunden kein Ergebnis gebracht. Genaue Planungen für die Streiks veröffentlichte die Gewerkschaft nicht. Betroffen sein könnten Krankenhäuser, Busse oder Flughäfen, sagte die IG-Bau-Bundesfachgruppenvorsitzende Susanne Neumann. „Wir geben keine Ruhe mehr, bis wir ein Ergebnis erzielt haben, das deutlich macht: Sauberkeit hat ihren Preis“, sagte Wiesehügel.

          Mit dem Tarifvertrag ist auch die Mindestlohnregelung ausgelaufen

          Mit dem Ende September ausgelaufenen Tarifvertrag ist auch die gesetzliche Regelung zum Mindestlohn beendet. Unternehmen sind damit beim Abschluss neuer Arbeitsverträge nicht mehr an die Regelung gebunden. Folge könnte laut Wiesehügel ein „ruinöser Dumping- Wettbewerb“ in der Branche sein. Arbeitgeberseite und Gewerkschaft warfen sich gegenseitig vor, Dumpinglöhne ermöglicht zu haben.

          Zuletzt lag der Mindestlohn für Gebäudereiniger bei 8,15 Euro im Westen und 6,58 Euro im Osten. Rund 75 Prozent der Beschäftigten der Branche werden nach Mindestlohn bezahlt. Experten gehen davon aus, dass nur rund zehn Prozent der Beschäftigten Mitglied der Gewerkschaft sind.

          Quelle: dpa

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