10.05.2007 · Der erste große Streik bei der Telekom steht unmittelbar bevor: Die überwältigende Mehrheit der befragten Gewerkschaftler hat sich in einer Urabstimmung für den Arbeitskampf ausgesprochen. Morgen soll es losgehen.
Der erste große Streik bei der Telekom steht unmittelbar bevor: 96,5 Prozent von insgesamt gut 22.000 aufgerufenen Verdi-Mitgliedern haben sich in einer Urabstimmung für den Arbeitskampf ausgesprochen. Das teilte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder in Bonn mit. Zu der Abstimmung waren die gewerkschaftlich organisierten
Mitglieder der Telekom aufgerufen, die ausgegliedert werden sollen. Die Wahlbeteiligung lag bei 93 Prozent. Schröder sagte, die Gewerkschaft habe einen „sehr eindeutigen Auftrag“ erhalten, den sie „zügig umsetzen“ werde. Verdi werde jetzt unmittelbar entsprechende Schritte einleiten. Auch die Telekom-Beamten unterstützten den Streik.
Der Streik soll schon morgen beginnen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in neue Gesellschaften unter dem Dach von T-Service. Bei diesen T-Service-Firmen sollen die Beschäftigten neun Prozent weniger als bisher verdienen und 38 statt 34 Stunden pro Woche arbeiten. Die Gewerkschaft rechnet wegen des Streiks mit erheblichen Beeinträchtigungen der Betriebsabläufe. Bereits während der Warnstreiks in den vergangenen Wochen gab es Verzögerungen bei der Auftragsbearbeitung und Störungsbeseitigung. Der Streik werde sich jedoch nicht gegen Privat- oder Geschäftskunden der Telekom richten. Betroffen sind zunächst nur die Call Center, der technische Kundendienst sowie die Kabelnetze aus der Festnetzsparte T-Com.
Telekom will auf Leiharbeiter zurückgreifen
Die Deutsche Telekom rechnet mit Beeinträchtigungen der Kunden durch den zu erwartenden Streik, will sie aber so gering wie möglich halten. Ganz verhindern könne man Auswirkungen nicht, sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick in Bonn. Die Telekom werde „flexibel“ auf den Arbeitskampf reagieren, zu dem die Gewerkschaft Verdi aller Voraussicht nach aufrufen werde. Einzelheiten seiner Strategie wollte der Vorstand auch aus taktischen Gründen nicht verraten.
Zu Drohungen der Gewerkschaft, das Geschäft mit Großkunden lahmzulegen, sagte Eick, dieser Bereich gehöre zu der Konzerntochter T-Systems, die von den Personalmaßnahmen gar nicht betroffen sei. Eick hatte die Verhandlungen mit Verdi geleitet. Die Telekom gab zu verstehen, dass sie auch auf Leiharbeiter oder andere Anbieter zurückgreifen will, um Arbeitsniederlegungen ihrer Beschäftigten zu überbrücken.
Festnetz-Kunden laufen in Scharen davon
Der Bonner Konzern teilte unterdessen die neuen Quartalszahlen mit. Die anhaltende Abwanderung von Festnetz-Kunden beschert dem Unternehmen weiter Verluste. Von Januar bis März stand unter dem Strich ein Minus von 459 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag bei der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen mitteilte. Damit fällt der Fehlbetrag aber um 57,4 Prozent niedriger aus als noch im Vorjahreszeitraum. In den drei Monaten verlor die Telekom jedoch 588.000 Festnetzkunden. Mit 484.000 seien die meisten Kunden dabei zu Konkurrenten gewechselt, die das Netz der Deutschen Telekom nutzen. Die restlichen 104.000 Abwanderer hätten den Telekom-Anschluss durch das Handy ersetzt oder seien zu Anbietern mit eigenen Netzen gewechselt. Besser lief das Geschäft dagegen im Mobilfunkbereich und bei Paket-Angeboten. Mit der anhaltenden Kunden-Abwanderung und den Verlusten begründet die Telekom auch ihren Plan, künftig 50.000 Mitarbeiter für weniger Geld länger arbeiten lassen zu wollen.
Auf der anderen Seite kamen im wichtigen Breitbandgeschäft in Deutschland rund 570 000 DSL-Nutzer hinzu, die das Unternehmen selbst gewann. Das Resale-Geschäft, also der Weiterverkauf von DSL-Leitungen der Telekom durch andere Anbieter, habe demgegenüber weiter an Dynamik verloren, teilte der Konzern mit. Hier stieg die Zahl der
Anschlüsse in den ersten drei Monaten um 213 000. Im Mobilfunk, dem deutlich größten Konzernbereich, behielt das US-Geschäft seine Rolle als Wachstumsmotor der Telekom bei. T-Mobile USA gewann im ersten Quartal 980.000 Kunden. Das Geschäftskundensegment, die kleinste der drei Konzernsparten, erzielte aus leicht höheren Erlösen ein wesentlich geringeres Ergebnis.
Telekom-Chef René Obermann hat die Gewerkschaft Verdi zu neuen Gesprächen über die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeiter aufgefordert. „Statt kurzfristig auf die Wahrung von Besitzständen zu pochen, sollten sie (Verdi) an den Verhandlungstisch zurückkehren“, sagte Obermann am Donnerstag in Bonn. Ein Streik nütze niemandem.
wie lange wird es dauern?
Klaus Steffen (krs)
- 10.05.2007, 11:53 Uhr
Wer ist eigentlich der Eigentümer?!?
Marcel Meier (MarcelMeier)
- 10.05.2007, 15:43 Uhr
@Herr Steffen
Thomas Wenzel (Coloneltw)
- 10.05.2007, 15:51 Uhr
deja vue - Klunker 1974
thomas schulz (peanutbutter)
- 10.05.2007, 16:10 Uhr
Verlogen!
L. Richard (LarsenI)
- 10.05.2007, 18:04 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.423,60 | −1,25% |
| EUR/USD | 1,2393 | −0,76% |
| Rohöl Brent Crude | 103,24 $ | −3,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?