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Unternehmen im Dax Die Bezüge der Aufsichtsräte sinken

16.11.2009 ·  Die Krise hinterlässt auch auf den Konten deutscher Aufsichtsräte deutliche Spuren. Nach einer Studie der Management-Berater von Towers Perrin sinken in diesem Jahr die Bezüge der Chefaufseher deutscher Dax-Konzerne im Schnitt um 15 Prozent. Am meisten verdient noch der Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme.

Von Julia Löhr
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Die Aufsichtsräte in den Dax-Unternehmen werden in diesem Jahr wahrscheinlich deutlich weniger Geld für ihre Arbeit erhalten, als dies noch im Jahr 2008 der Fall war. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der auf Vergütungsfragen spezialisierten Beratungsgesellschaft Towers Perrin, die am Montag in Frankfurt vorgestellt wurde.

Demnach bekommt ein Aufsichtsratschef in diesem Jahr Bezüge von durchschnittlich 226.000 Euro, 15 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Schlusslicht Infineon

Je nach Unternehmen weichen die Beträge mitunter erheblich von diesem Mittelwert ab. Spitzenreiter sind die Aufsichtsratsvorsitzenden von Siemens und Eon, die auf jeweils mehr als 430.000 Euro kommen. Schlusslicht ist Infineon mit rund 54.000 Euro.

Bei den Werten handelt es sich um Projektionen: Eingang fanden zum einen die für 2009 vereinbarten Festgehälter und Sitzungsgelder. Zum anderen schätzten die Berater die variablen Bezüge unter der Annahme, dass sich die Geschäfte so entwickeln, wie es die Analysten erwarten.

Bis auf drei Ausnahmen - Adidas, Daimler und Fresenius Medical Care - zahlen alle Dax-Konzerne neben einem Festgehalt auch eine variable Vergütung. Towers-Perrin-Deutschlandchef Michael Kramarsch hält dieses System für richtig. „Der Aufsichtsratschef ist mehr als ein Oberkontrolleur - sonst könnten diese Aufgabe auch Wirtschaftsprüfer erledigen.“ Er sei auch ein Sparringspartner des Vorstands, deshalb sollte auch er am Unternehmenserfolg gemessen und zu einem gewissen Teil variabel bezahlt werden.

Über alle Dax-Unternehmen hinweg sind derzeit knapp die Hälfte der Bezüge der Aufsichtsratschefs variabel, was nach Einschätzung Kramarschs eine gute Aufteilung ist. Allerdings dominiert bislang noch eine jährliche Tantieme. Langfristige Vergütungselemente sind in der Minderzahl.

Arbeitsaufwand: etwa eineinhalb Tage in der Woche

Nach Einschätzung Kramarschs sind die Chefkontrolleure hierzulande eher unterbezahlt. Die aktuelle Vergütungshöhe spiegele nicht die gestiegenen Anforderungen wider. Auf mindestens eineinhalb Tage in der Woche beziffert Kramarsch den Arbeitsaufwand eines Aufsichtsratsvorsitzenden. Towers Perrin rechnet damit, dass die Bezüge in den kommenden zwei Jahren steigen werden.

Für angemessen hält Kramarsch eine Gesamtvergütung von rund 500.000 Euro, die zur Hälfte fix, zur anderen Hälfte in Form von Aktien - verbunden mit einer Sperrfrist - ausgezahlt werden sollten. Bislang zahle noch kein Unternehmen den variablen Teil in Aktien aus. „Die Aktie als Vergütungselement wurde bislang zu Unrecht verteufelt.“ Verbreitet sei diese Vergütungsform etwa in Großbritannien, während in Amerika vielfach Aktienoptionen zum Einsatz kämen.

Insgesamt erhielten Aufseher im Ausland höhere Bezüge, auch wenn ein Vergleich wegen der unterschiedlichen Organisationsstrukturen schwierig sei. Ein nicht ins Tagesgeschäft eingebundener Manager in der Schweiz komme im Mittel auf umgerechnet 763.000 Euro, in Großbritannien seien es 466.000 Euro und in Nordamerika 413.000 Euro, schreibt das Beratungsunternehmen. In Deutschland seien aktuell mehr als die Hälfte der Aufsichtsratsvorsitzenden ehemalige Vorstände des Unternehmens.

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Jahrgang 1976, Redakteurin in der Wirtschaft.

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