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Ungleichheit : Die britischen Millennials sind abgehängt

Junge Briten im Londoner Green Park Bild: dpa

Die heute jungen Briten könnten die erste Generation sein, die im Laufe ihres Berufslebens real weniger verdient als ihre Vorgänger.

          In Großbritannien bekommt die Diskussion, wie ungleich die Einkommen im Land verteilt sind, neue Nahrung. Die heute 15- bis 35-Jährigen, auch bekannt unter dem Begriff „Millennials“, könnten die erste Generation sein, die im Laufe ihres Berufslebens real weniger verdient als ihre Vorgänger. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung der Londoner Denkfabrik Resolution Foundation, die am Montag veröffentlicht wurde.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Nach dem Papier der Stiftung verdienen Berufsanfänger in ihren Zwanzigern heute rund 8000 Pfund (9600 Euro) weniger als die Generation der Babyboomer. Wenn es keine deutlichen Lohnerhöhungen für die Jungen geben sollte – und danach sieht es nicht aus –, dann würden diese über ihr gesamtes Berufsleben gerechnet „nur“ 825.000 Pfund (988.000 Euro) verdienen und damit erstmals weniger als ihre Eltern und Großeltern. In diesem Vergleich ist die Inflation berücksichtigt; die Einkommen der älteren Generation wurden entsprechend umgerechnet.

          Der Trend hat schon vor Jahren begonnen

          Im günstigsten Szenario der Forscher – also mit deutlichen Lohnzuwächsen – beliefe sich das Lebenseinkommen der Millennials auf 890.000 Pfund. Damit bekämen sie zwar 7 Prozent mehr als ihre Eltern. Früher sei der Gehaltszuwachs zwischen den Generationen aber dreimal so hoch gewesen, schreiben die Forscher. Die Entwicklung sei keine Folge der Finanzkrise, betonen sie, der Trend zu niedrigen Einstiegsgehältern und Gehaltssteigerungen habe vielmehr schon einige Jahre vorher begonnen.

          Die Auswertung sorgt in Großbritannien für Aufsehen, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass die neue britische Premierministerin Theresa May die Bekämpfung gesellschaftlicher Ungleichgewichte als eines ihrer Ziele ausgegeben hat. In ihrer Bewerbungsrede für die Führung der Konservativen vergangene Woche erwähnte sie dabei nicht nur den Abstand zwischen London und dem Rest des Landes sowie den zwischen Topmanagern und gewöhnlichen Angestellten. Sie sprach explizit auch die Unterschiede zwischen den Generationen an: „Es gibt einen wachsenden Unterschied zwischen der wohlhabenderen älteren Generation und einer jungen Generation, die zu kämpfen hat.“ Für konservative Kreise waren dies ungewöhnlich kritische Worte zu der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre.

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