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Umweltschutz Rätselraten um die wahren Klima-Kosten

26.04.2007 ·  Die deutsche Klimadebatte wird konkreter, wenn auch recht spät. Wie hoch die wahren Kosten des Klimaschutzes sind, offenbart sich dadurch aber nicht unbedingt. Denn wahrscheinlich stapelt die Politik tief - um die Bürger nicht zu verschrecken. Konrad Mrusek kommentiert.

Von Konrad Mrusek
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Nach dem Redeschwall der vergangenen Wochen wird die deutsche Klimadebatte endlich konkreter. Umweltminister Sigmar Gabriel hat in seinem Acht-Punkte-Plan zur Senkung der Kohlendioxidemissionen erstmals eine Kostenschätzung vorgelegt.

Bisher war der Sozialdemokrat der Frage nach den Kosten des Klimaschutzes mit dem Hinweis auf die Schäden ausgewichen, die Nichtstun verursachen könnte. Auch seine jetzigen Angaben offenbaren vermutlich nur einen Teil der Wahrheit. Er beziffert den Aufwand des Bundes bis 2010 auf jährlich drei Milliarden Euro, während das Umweltbundesamt von Kosten von elf Milliarden Euro spricht. Diese Zahl dürfte ehrlicher sein, während Gabriels Summe wohl das beschreibt, was derzeit politisch durchsetzbar erscheint.

Die Kanzlerin will die Bürger nicht verschrecken

Die drei Milliarden dürften mit der Kanzlerin genau abgestimmt sein. Klimaschutz ist ein wichtiges und zur Zeit populäres Thema, doch die Kanzlerin will die Bürger offenbar nicht verschrecken, indem sie die wahren Kosten nennt.

Das erklärt vielleicht auch den plötzlichen Schwenk hin zu einer Teilversteigerung von Emissionszertifikaten: Sie bringt dem Bund Geld, mit dem er die teuren Reduktionspläne finanzieren kann, ohne dass der Bürger sogleich merkt, dass er es ist, der zahlt. Denn die Gewinne der Energiekonzerne, die der Staat auf diese Weise abschöpfen will, stammen aus den Taschen der Stromkunden.

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Jahrgang 1950, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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