10.01.2008 · China hat angekündigt, die kostenlose Abgabe von Plastiktüten in Supermärkten zu verbieten. Ganz ähnliche Pläne gibt es offenbar in Australien. Und jetzt will auch noch New York der Umweltsünde einen Riegel vorschieben. Die Plastiktüte hat es zunehmend schwer.
Die chinesische Regierung will die kostenlose Abgabe von Plastiktüten in Supermärkten und Geschäften unterbinden. Nach jahrelangen fruchtlosen Appellen von Umweltschützern soll wenige Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking im August endlich die Flut der Plastiktüten eingedämmt werden. Der übertriebene Gebrauch der Tüten führe zu einer Verschwendung von Energie und Ressourcen und verschmutze die Umwelt, hieß es in einer Erklärung, die am Mittwoch von den chinesischen Medien verbreitet wurde. Das Verbot soll vom 1. Juni an im ganzen Land gelten. Dann dürfen die Tüten nur noch gegen eine Gebühr abgegeben werden. Für alte Plastiktüten soll es in Zukunft Sammelbehälter und Recycling geben.
Auch in Australien und Amerika gehen Politiker gegen die Flut der Plastiktüten vor. Die australische Regierung hat angekündigt, die Tüten bis Jahresende aus den Läden des Landes zu verbannen. Rund vier Milliarden Tüten würden jedes Jahr weggeschmissen, sie verschandelten die Strände und gefährdeten die Tiere des Landes, sagte Umweltminister Peter Garrett am Donnerstag dem Fernsehsender Sky News Australia. Seiner Ansicht nach sei die Mehrheit der Australier die Plastikbeutel leid. Der Minister kündigte an, das Thema im April mit den Umweltministern der Bundesstaaten zu beraten.
New York will recyceln
Mit 44 zu zwei Stimmen verpflichtete der Stadtrat von New große Geschäfte und Einzelhandelsketten, die kostenlos ausgegebenen Plastiktüten wieder zu sammeln und zu recyceln, berichtete die „New Yorks Times“ am Donnerstag. Bürgermeister Michael Bloomberg muss das Gesetz noch unterzeichnen. Sechs Monate später tritt es in Kraft.
Danach werden die Geschäfte verpflichtet, an zentraler Stelle Sammelbehälter für die Plastiktüten aufzustellen. Ein Aufdruck auf der Tüte müsse die Kunden zur Rückgabe auffordern. In den Containern dürfen dann Kunststofffolien aller Art deponiert werden - nicht nur die Tüten aus genau dem Geschäft.
Insgesamt werden in den Vereinigte Staaten schätzungsweise 86 Milliarden Plastiktüten im Jahr verbraucht. Nach Angaben von Ökologen belasten sie die Umwelt bis zu 1000 Jahre lang. New York ist dem Bericht zufolge die mit Abstand größte Stadt im wenig umweltbewussten Amerika, die sich zum Recyceln entschließt. Die Tüten nur gegen Geld auszugeben und damit die Verschwendung einzudämmen, ist nicht üblich.
In Deutschland kosten Plastiktüten schon lange
Einige Staaten Ostafrikas hatten bereits im vergangenen Jahr die ökologische Notbremse gezogen. Kenia, Tansania, Ruanda und Uganda hatten mit neuen Gesetzen zumindest die wenig reißfesten dünnen Tüten verboten. Die Bezirksverwaltungen in der britischen Hauptstadt London hatten ebenfalls 2007 angekündigt, zumindest die kostenlose Abgabe der Plastiktüten stoppen zu wollen( siehe auch Britische Verbraucher entdecken die Jutetasche). In Deutschland ist es seit langem üblich, im Supermarkt für Plastiktüten zu bezahlen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.415,20 | −1,32% |
| EUR/USD | 1,2393 | −0,77% |
| Rohöl Brent Crude | 103,37 $ | −3,26% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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