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TV-Duell Lieber eine schlechte Arbeit oder keine?

 ·  Es ist die Kernfrage auf dem Arbeitsmarkt - auch im TV-Duell. Soll die Politik dafür sorgen, dass Menschen Arbeit bekommen? Oder soll sie schlechte Stellen verhindern? Forscher haben die Frage schon beantwortet.

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Was ist besser: Eine schlechte Arbeit zu haben oder gar keine? Seit den Hartz-IV-Reformen ist das die Kernfrage auf dem Arbeitsmarkt, auch am Sonntagabend im TV-Duell. Soll die Politik lieber dafür sorgen, dass Menschen Arbeit bekommen, auch wenn die Löhne schlecht und die Verträge befristet sind - oder soll sie schlechte Stellen lieber verhindern, um das Risiko, dass viele davon nicht zu guten Stellen werden, sondern ganz verschwinden? Peer Steinbrück neigte eher zu letzterem.

Forscher haben diese Frageschon lange beantwortet. Arbeitslosigkeit macht unglücklich und krank. Klar: Arbeitslose blasen nicht immer Trübsal, sondern haben auch schöne Stunden am Tag, in denen sie eben nicht arbeiten müssen. Aber die grundsätzliche Folgerung bleibt: Wem die Arbeit fehlt, dem fehlt oft auch die Perspektive. Und das drückt manchen in die Depression. Dabei geht es nicht um das Geld, sondern um die Struktur im Tag, um Kontakte zu anderen Menschen und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Viele Menschen treffen ihre Entscheidung selbst. Obwohl die Politik immer wieder versucht, unsichere Arbeitsverhältnisse zu verbieten, fallen den Arbeitgebern immer wieder Umgehungskonstruktionen ein - und die verzweifelten Menschen nehmen sie an, weil sie die schlechten Stellen lieber haben als keine. Die jüngste Diskussion dreht sich um Werkverträge.

Unter Forschern ist umstritten, ob schlechte Jobs ebenso gesundheitsschädlich sind wie die Arbeitslosigkeit. In Australien haben Forscher Menschen mit niedrigem Gehalt untersucht, die keine Belohnung bekommen und keinen Einfluss auf ihre Arbeit haben. Ihre Lage war mindestens so schlecht wie die der Arbeitslosen. Niemand kann sagen, wie viele der neuen Stellen wirklich so schlecht sind wie die in dieser Studie.

Doch in den vergangenen Tagen wurde deutlich, dass befristete Verträge und Leiharbeit tatsächlich den Weg zu besseren Stellen ebnen. Zwar funktioniert das nicht für jeden und nicht immer gleich im ersten Anlauf. Nicht mal jeder zweite Leiharbeits-Job landet in einer festen Stelle. Aber es gibt mehrere Versuche. Im Zweifel funktioniert das spätestens, wenn jeder schon mal eine schlechte Stelle hat - dann nehmen die Leute nur noch bessere an.

So geht es gerade. Insgesamt, so hat es das Statistische Bundesamt ausgerechnet, ist die Zahl der unbefristeten Normalarbeitsverhältnisse so hoch wie noch nie, die Zahl der atypischen Stellen dagegen sinkt.

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