Home
http://www.faz.net/-gqe-7h4dq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

TV-Duell Lieber eine schlechte Arbeit oder keine?

Es ist die Kernfrage auf dem Arbeitsmarkt - auch im TV-Duell. Soll die Politik dafür sorgen, dass Menschen Arbeit bekommen? Oder soll sie schlechte Stellen verhindern? Forscher haben die Frage schon beantwortet.

© ZB Vergrößern Nicht jedes Zimmermädchen hat einen guten Arbeitsvertrag.

Was ist besser: Eine schlechte Arbeit zu haben oder gar keine? Seit den Hartz-IV-Reformen ist das die Kernfrage auf dem Arbeitsmarkt, auch am Sonntagabend im TV-Duell. Soll die Politik lieber dafür sorgen, dass Menschen Arbeit bekommen, auch wenn die Löhne schlecht und die Verträge befristet sind - oder soll sie schlechte Stellen lieber verhindern, um das Risiko, dass viele davon nicht zu guten Stellen werden, sondern ganz verschwinden? Peer Steinbrück neigte eher zu letzterem.

Patrick Bernau Folgen:        

Forscher haben diese Frageschon lange beantwortet. Arbeitslosigkeit macht unglücklich und krank. Klar: Arbeitslose blasen nicht immer Trübsal, sondern haben auch schöne Stunden am Tag, in denen sie eben nicht arbeiten müssen. Aber die grundsätzliche Folgerung bleibt: Wem die Arbeit fehlt, dem fehlt oft auch die Perspektive. Und das drückt manchen in die Depression. Dabei geht es nicht um das Geld, sondern um die Struktur im Tag, um Kontakte zu anderen Menschen und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Viele Menschen treffen ihre Entscheidung selbst. Obwohl die Politik immer wieder versucht, unsichere Arbeitsverhältnisse zu verbieten, fallen den Arbeitgebern immer wieder Umgehungskonstruktionen ein - und die verzweifelten Menschen nehmen sie an, weil sie die schlechten Stellen lieber haben als keine. Die jüngste Diskussion dreht sich um Werkverträge.

Mehr zum Thema

Unter Forschern ist umstritten, ob schlechte Jobs ebenso gesundheitsschädlich sind wie die Arbeitslosigkeit. In Australien haben Forscher Menschen mit niedrigem Gehalt untersucht, die keine Belohnung bekommen und keinen Einfluss auf ihre Arbeit haben. Ihre Lage war mindestens so schlecht wie die der Arbeitslosen. Niemand kann sagen, wie viele der neuen Stellen wirklich so schlecht sind wie die in dieser Studie.

Doch in den vergangenen Tagen wurde deutlich, dass befristete Verträge und Leiharbeit tatsächlich den Weg zu besseren Stellen ebnen. Zwar funktioniert das nicht für jeden und nicht immer gleich im ersten Anlauf. Nicht mal jeder zweite Leiharbeits-Job landet in einer festen Stelle. Aber es gibt mehrere Versuche. Im Zweifel funktioniert das spätestens, wenn jeder schon mal eine schlechte Stelle hat - dann nehmen die Leute nur noch bessere an.

So geht es gerade. Insgesamt, so hat es das Statistische Bundesamt ausgerechnet, ist die Zahl der unbefristeten Normalarbeitsverhältnisse so hoch wie noch nie, die Zahl der atypischen Stellen dagegen sinkt.

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Forschung Rubbel das Smartphone am Ohr frei!

Der Finger ist nicht mehr genug: Forscher von Yahoo haben eine Methode entwickelt, um ein Android-Smartphone auch mit dem Ohr oder der Faust zu entsperren. Aber wozu eigentlich? Mehr

29.04.2015, 11:50 Uhr | Technik-Motor
Zwei Impfstoffe Liberia startet mit Impfungen gegen Ebola

Im afrikanischen Liberia haben Tests von zwei Impfstoffen gegen Ebola begonnen. Rund 27.000 Personen sollen sich gegen das Virus impfen lassen. Der Rückgang der Epidemie stellt Forscher jedoch vor Probleme. Mehr

03.02.2015, 16:37 Uhr | Gesellschaft
Anwalt teilt mit Middelhoff hat das Geld für die Kaution zusammen

Thomas Middelhoff kann offenbar auf eine baldige Entlassung aus der Untersuchungshaft hoffen. Die dafür nötige Kaution sei eingesammelt, sagt sein Anwalt. Und auf dem Weg zum Gericht. Mehr

23.04.2015, 09:39 Uhr | Wirtschaft
Krankheit erzeugt Angst Mouna will ewig leben

In der Nobelpreiswoche war Unsterblichkeit einer der Debattenschwerpunkte zwischen Forschern und Gästen. Mitten in Stockholm arbeitet eine Absolventin vom Nobelinstitut Karolinska an dieser Utopie. Wir haben Dr. Mouna Esmaeilzadeh in ihrer Klinik SciLife getroffen. Mehr

21.12.2014, 15:58 Uhr | Wissen
Arbeitskämpfe Die neue Streikwelle

Erst die Lokführer und Piloten, dann die Lehrer, bald die Erzieher. Die Deutschen sind von Streiks genervt. Warum gibt es gerade so viele? Da kommen drei Trends zusammen. Mehr Von Tillmann Neuscheler

04.05.2015, 16:27 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.09.2013, 23:16 Uhr

Juncker bizarr

Von Werner Mussler

Will die „angelsächsische Welt“ die Währungsunion zerstören? EU-Kommissionchef Jean-Claude Juncker sorgt mit einer Verschwörungstheorie für Schlagzeilen. Mehr 2 27

Umfrage

Was halten Sie von einem ständigen TTIP-Gericht?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Die Deutschen lieben Brot

Heute, am 5. Mai, ist „Tag des Brotes“. Dabei zeigt ein Blick in die Statistik: Brot ist und bleibt eines der wichtigsten Nahrungsmittel in der Bundesrepublik. Backfertiger Teig ist weit abgeschlagen. Mehr 2